Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 85 (27.10.1898)
- Date
- 1898-10-27
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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1575 für Euch in Mizrajiur gethan, dadurch "ix buk seid Jbr Zeugen meiner Einheit geworden, d^w anx czbv aber auch heute noch steht Ihr da, diese Einheit weiter zu verbreiten, auch heute noch seid Ihr die Träger dießr heiligen Idee. Die Völker müssen zur Ueberzeugung gelangen, daß ein Volk, welches Jahrtausende lang den anhaltenden Verfolgungen der mächtigsten Nationen der Erde löwenmuthig getrotzt, das Feuer und Schwert nicht auszurotten vermochte und das gar oft von physischer Macht überwältigt und zu Boden gestreckt, wie ein Phönix wieder aus eigener Asche zu neuem verjüngten Leben erstand, daß ein Volk, welches alle materielle Gewalt nur durch die Macht seiner Gottesüberzeugung und die heiligen Ueberlieferungen seiner Geschichte, diesen riesenhaften Widerstand entwickelte, dies alles nur durch die Mitwirkung und Hilfe eines höheren Wesens thun konnte, und das ist ein lebendiger Beweis von der, die Bestrebungen der Menschen fördernden oder vernichtenden Allmacht Gottes. Wenn nun die Völker zu dieser Ueberzeugung gelangt sein werden, und die Wahrheit m ihre Herzen eingezogen sein wird, dann wird sein -ins mer ins i mto Israel wird seine Mission beendet haben. H u s z t, im Oktober 1888. Jacob K o h n, Janoshaza. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. V. Berlin, 24. Oct. Eine merkwürdige Verfügung des Vorstehers des hiesigen Priefpostamts wird von den antisemitischen Blättern folgendermaßen mitgetheilt: „Auf Ansuchen ist bisher einigen der bei der Post beschäftigten Beamten und Unterbeamtcn mosaischer Religion an gewissen jüdischen Festtagen Befreiung vom Dienste zugestanden worden. So gern diese Vergünstigung an sich gewährt würde, führt sie zu Ungleichmäßigkeiten gegenüber den viel zahlreicheren Angehörigen beider christlichen Konfessionen, denen nach Lage der Sache an Festtagen keine andere Erleichterung gewährt werden könne, als sie sich aus der amtlich feftgestellten Dienstbeschränkung ergebe. An der letzteren nähmen jedoch auch die Mitglieder der mosaischen Religion Theil. Dienstbefreiung werde daher allgemein künftig nur dann zu gewähren sein, wenn der Nachsuchende für Vertretung sorge oder die Vertretungskosten zu bezahlen bereit sei." Ein Berliner Blatt meint, es wäre zweckmäßiger gewesen, die wenigen jüdischen Unterbeamten der Post beim Sonntagsdienst zu beschäftigen und ihnen dafür die Festtage freizugeben. E. Breslau (Nochmals Ahlwardt und sein „Geschäft" inSchlesien.) Dem »Oberschl. Tg bl." zufolge hat Ahlwardt auch dem Besitzer des Gesellschaftshauses in Kattowitz, der ihm ebenfalls den Saul zur Abhaltung seiner Hetzversammlungen verweigert, eine Rechnung über die ihm entstandenen Unkosten übermittelt. Charakteristisch ist nur dabei, daß der Ahlwardt auch die Jnsertionskosten auf die Rechnung gestellt hat, obwohl erwiesenermaßen das Inserat in beiden hiesigen Zeitungen von dem „Impresario" zurückgezogen worden war, ehe es in Druck erschien und Kosten dem Ahlwardt dabei gar nicht entstanden sind; trotzdem steht der Posten auf der Rechnung. Wie nennt man das im bürgerlichen Leben? K. Karlsruhe, 25. Oct. (Israelitische Landessynode. Zweite Sitzung.) Präsident Hachenburg eröffnete kurz nach 4 Uhr die Sitzung. Er aab der Synode die Einläufe bekannt. Es war u. A. ein Antrag der Herren Marx und Genoffen eingekommen, lautend: „Der Oberrath wolle bei der Großh. Regierung dahin vorstellig werden, daß die geplante Aufbefferung gerichtlich besoldeter Kirchendiener auch auf die israelitischen Geistlichen ausgedehnt werde." Dieser Antrag wurde der Petitionskommission überwiesen und sooann der Vertrag mit den beiden Stenographen, welche die Verhandlungen aufzunehmen haben, genehmigt. Darauf wurde in die Berathung des Voranschlags der in der israelitischen Centralkaffe zur Verrechnung kommenden Ausgaben und Einnahmen für allgemeine kirchliche Bedürfnisse eingetretcn. Der Berichterstatter führte aus, daß die Budgetkommifsion das Budget für die nächsten drei Jahre eingehend und sorgfältig geprüft habe. Im Budget wurde u. A. angefordert.- 8000 Mk. für Aufbesserung gering besoloetec Religionslehrer, 10,100 Mk. als Zuschuß an den israelitischen Religionsschul- und Pensionsfonds und 4000 Mk. zur Unterstützung bedürftiger israelitischer Gemeinden. Zur Deckung der Ausgaben feien 1700 Mk. zur Verfügung, denen 32,000 Mk. Ausgaben gegenüber stünden. ES bestehe somit eine durch Steuer zu deckende Unzulänglichkeit von 30,900 Mk. Diese Summe müffe durch Kirchensteuer gedeckt werden. Es seien demnach aus dcn einfachen Steuerkapitalien und Steueranschlägen zu erheben: 1. von den Kapitalrentensteuerkapitalien 4/10 Pfg. von 100 Mark, 2. von den Gruno-, Häuser-, Gefäll- und Gcwerbesteuerkapitalien 6/io Psg. von 100 Mark, 3. von den Einkommensteueranschlägen 8 Pfg. von 100 Mark. Der Berichterstatter führte de- Weiteren aus, daß die Kommission eine Herabsetzung der Steuer freudig begrüßen würde. Zum Schluffe be-