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Der Israelit · 1898-10-27 · Heft 85 (27.10.1898) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 85 (27.10.1898)
Date
1898-10-27
Page
– (sequence 3)
Language
German
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m MWWMMWWMM 1567 mmm mmmmrn meüibcit solche Lehrer angestellt werden, welche befähigt sind, Predigten zu halten. Da zweifellos in nächster Zeit die Verbände auf die Ausführung dieses Beschlusses bedacht sein werden, so würde es wohl rathsam sein, bei der Ausbildung jüdischer Lehrer in Zukunft das homiletische Moment zu berücksichtigen. 2) Der Verbandstag hält es für wünschenswerth, daß im Anschlüsse an die bei einzelnen Lehrerseminaren bestehenden Einrichtungen zur Ausbildung von Cantoren ein Nachcursus zur Vervollständigung der Ausbildung von solchen Cantoren, die sich für größerre Gemeinden eignen, eingerichtet werde. Betreffs der näheren Begründung dieses letzteren Beschlusses müssen wir auf den demnächst erscheinenden stenographischen Bericht verweisen. Der Verbandstag war der Ansicht, daß eine solche Einrichtung ein dringendes Erforderniß gerade für die größeren Gemeinden sei, die jetzt so vielfach zu Opfern für ihre kleineren Schwestergemeinden herangezogen werden. Andererseits liegt cs im Interesse solcher Lehrer, die besondere musikalische und stimmliche Begabung besitzen, eine ausreichende Ergänzung ihrer kantoralen Ausbildung von berufener Seite innerhalb der jüdischen Lehrerbildungsanstalten selbst zu erhalten. Wir würden einer verehrlichen Anstalt außerordentlich dankbar sein, wenn sie uns freundlichst das Ergebniß ihrer über diesen Punkt gepflogenen Beratungen mitiheilen wollte." Der Ausschuß des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes, gez. Philippson. W. Wrefcherr, 25. Oct. Auf Anregung der Frau Rabbiner Dr. Lew in wurde am 22. d. M. innerhalb der hiesigen israelitischen Gemeinde ein Jungfrauen-Verein gegründet, der den Namen Israelitischer Jungfrauen-Verein „Sulainit" führt. Der Zweck des Verein? nach dem vorgelegten und genehmigten Statutenentwurfe ist, arme, würdige Bräute und Frauen zu unterstützen und Bedürftigen Feiertagskost zu verabreichen. Dem Vereine traten sofort ca. 40 Damen bei, weitere Anmeldungen werden bis zum 1. Febrnar 1d09 entgegengenommen. Nach diesem Termine wird von Neueintretenden ein Eintrittsgeld erhoben. Der Mitgliederbeitrag beträgt monatlich 10 Pf. Mitglied darf jede weibliche unverehelichte Person werden. Stimmberechtigt jedoch wird ein Mitglied, wenn es das 16. Lebensjahr erreicht hat. Jedem Mitglied wird bei seiner Verheiratung von Vereinswegen ein Gebetbuch überreicht. Als Ehrenpräsidentin sungirt die Gattin des jedesmaligen Gemeinde-Rabbiners. In den Vorstand wurden gewählt : Fräulein Gunda Boas, Vorsitzende, Fräulein Jenni Ehrenfried, Fräulein Erna Türk, Fräulein Jenni Diamant und Fräulein Amalie Sirburth. — An Stelle btr Frau Johanna Jaffe, welche von hier nach Posen verzogen, wurde Frau Kreis-Physikur Dr. Michaelsohn in den Vorstand des Vaterländischen Frauen-Vereins gewählt. — Am Todestage des Rentiers David Tuch wurden aus den Zinsen des von demselben gestifteten Legats einige Schulkinder bekleidet. H. Wolfs. li Karlsruhe, 24. Oct. (Israelitische L a n d e s s y n o d e.) Die israelitische Landessynode tratt heute Vormittag 11 Uhr zu einer ordentlichen Tagung zusammen. Im Namen des Justizministeriums eröffnete Negierungsrath Meyer die Synode. Er habe zunächst der Versammlung die Mittheilung zu machen, daß er beauftragt worden sei, für den erkrankten Geh. Ober-Regierungsrath Becherer die Synode zu eröffnen. Herr Becherer habe sich von einer schweren Erkrankung, von der er betroffen worden, noch nicht vollständig erholt, wenn er auch einen Theil seiner Berussgeschäfte habe wieder übernehmen können. Er sende durch ihn die besten Wünsche für den Verlauf der Synode. Gewiß sei es der Wunsch der Synode, daß Geh. Ober-Regierungsrath Becherer bald wieder genesen und daß es diesem Manne vergönnt sein möge, noch manche Synode zu eröffnen. Zu seinem Bedauern müsse er auch die Mittheilung machen, daß Herr Oberrath Bensheim in Folge Erkrankung abgehalten sei, der Synode anzuwohnen. Der erhebende Verlauf der Synode vom Jahre 1895 sei noch in Aller Erinnerung. Sie habe in ihrer idealen Seite namentlich dazu beigetragen, das Gefühl der Zusammengehörigkeit zwischen Stadt und Land zu stärken. Ihr und der Opferwilligkeil verschiedener Synodalmitglieder hätten wir es zu verdanken, daß das vor wenigen Tagen eröffnete Krankenheim, das nach dem Namen unseres verehrten Landesfürsten Friedrichsheim genannt werde, in's Leben gerufen werden konnte. Diese Opferwilligkeit müsse zeigen, daß wir die Wohlthätigkeit nicht aus dem Auge verlieren dürften, und daß wir an den sozialen Ausgaben der Zeit Mitarbeiten müßten. Redner verwies auf die verschiedenen Vorlagen, die er dem Wohlwollen der Synode empfahl und schloß mit dem Wunsche, daß die Arbeiten der Synodal- Mitglieder von dem Bewußtsein getragen sein möchten, daß die Thätigkeit der Synodalen mit den allgemeinen menschlichen und staatlichen Interessen in Einklang sei. Er erkläre die Svnode für eröffnet. Alterspräsident Fürst-Mannheim übernahmhierauf den Vorsitz. Er eröffnete die erste Sitzung mit einem Hoch auf den Großherzog und schlug darnach vor, eure 20minutige Pause zur Bildung der Abtheilungen, um zur Prüfung der Wahlen eintreten zu lassen. Dies geschah. Nach Wiederaufnahme der Sitzung wurde über die Wahlen in den einzelnen Bezirken berichtet. ,

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