Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 84 (24.10.1898)
- Date
- 1898-10-24
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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1558 handeln und ihm können ohne Schaden für die Zeugen alle Beweise oorgelegt werden. Also heraus mit den Beweisen, Herr Mozkin? Jetzt gilt keine Ausrede mehr. W. Bambus." Im Interesse der Colonien in Palästina wie der Colonisationsvereine Überhaupt wünschen auch wir, daß Herr Mozkin mit seiner Rechtfertigung nicht lange auf sich warten läßt. Schreiber dieser Zeilen will aber, da er selbst Zionist, nicht generalisieren und von Herrn Mozkin keinen Schluß auf einige übrige Congreßredner ziehen. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen Deutschland.? Berlin. In Gießen fand ein christlichsozialer Parteitag statt, bei dem natürlich Stöcker das große Wort führte. Ebenso natürlich ist, daß dieser soziale Pastor a. D. seine Christenliebe dadurch bethätigte, daß er die Fortsetzung des Kampfes gegen die Juden ankündigte. Dann wurde noch eine Sympathiekundgebung für die „reinen" Antisemiten beschlossen, die zu gleicher Zeit in Kassel tagten. Gleiche Brüder, gleiche Kappen! Es wird nicht mehr lange dauern, wird Stöcker bei Ahlwardt angelangt sein. H.K. Frankfurt a. M. Vorigen Mittwoch hielt Herr Director Dr. M. Hirsch seinen ersten diesjährigen Vortrag im Ven-Usiel-Verein. Er behandelte den Propheten Hosea und seine Zeit. Ec sprach in dieser E.nleilungsrede hauptsächlich über die vier jüdischen Könige, in deren Regierungszeit der Prophet Hosea wirkte. In großen Zügen schilderte er das Leben und die Regierung dieser vier Könige, indem er die Ansicht äußerte, daß die Nennung dieser vier Namen keine bloße chronologische Angabe sei, sondern daß die genaue Kenntniß der Regierungszeit dieser vier Könige resp. der fünf Könige, denn auch der Name eines israelitischen Königs steht an der Spitze des Buches, eine unerläßliche Vorbedingung für das Verständniß der Worte HoseaS ist. Wir können es uns ersparen den Inhalt des Vortrages wiederzugeben, denn, um auch im Lapidarstil zu sprechen, icea mvis an vbn m nan. Dieser erste Vortrag sollte ja auch nur eine Einleitung sein für die künftigen Vorträge, auf die wir sehr gespannt sind. Leipzig, 20. Oct. Von dem rühmlichst bekannten (nichtjüdischen) Schriftsteller, Herrn Prof. Herm. Thom, erhalten wir folgende Mittheilung: Ein Prachtstück bildnerischer Kunst nennt seit Kurzem der „Israelitische Kinderhort" zu Leipzig sein eigen. Es ist dies ein von der Meisterhand des Porträtmalers Israel Krupenie geschaffenes Gemälde, den Gesetzgeber Moses darstellend. Entgegen der Auffassung älterer Künstler, die beit Moses zumeist in düsterer, erschauernder Symbolik darstellen, bietet Israel Krupenie einen zwar majestätisch-imposanten aber zugleich überaus väterlichgütigen, schirmenden und rathenden Moses, dem unwillkürlich die Herzen Aller entgegenschlagen, vertrauensvoll und verehrend zugleich. Was Wunder, wenn beim Anblick dieses wahrhaft originalen und genialen Bild-Werkes, das eine Zeit lang bei Del Vccchio in Leipzig und kürzlich auch im Schulte'scheu Salon zu Berlin alle .Kunstkenner und Liebhaber an zog, bei Kritikern wie Laien nur ein Wort des Lobes zu hören war, ein aufrichtiges „Herrlich!" das zugleich der Auffassung und der Technik des Künstlers galt. Wir sind hocherfreut darüber, daß dieses erhabene schöne Kunstwerk nicht Sondsreigenthum eines kleinen Kreises bleibt, sondern durch künstlerische Vervielfältigung — die im bestbekannten Vertage von Rud. Schuster in Berlin erscheint — Gemeingut wird. Nachbemerkung der Nedaction. Die Anschaffung des Meisterwerks für den „Israelitischen Kinderhort" ermöglichte der für alles Edle und Schöne begeisterte, in jüdischen Kreisen hochgeschätzte Philantrop Alp ho ns Jacobson in Leipzig. Herr Krupenie hat das Glück, bei diesem hervorragenden Glaubensgenossen Verständniß für seine Kunst gefunden zu haben. Israel Krupenie ist der Schwiegersohn eines Beamten der Isr. Religionsgesellschaft zu Mainz und selbst strenggläubiger Jude. Auch schon während seines hiesigen Aufenthaltes hat er sich durch verschiedene von ihm gemalte Porträts, so namentlich durch das des Herrn Rabb. Dr. Bondi n, einen guten Namen gemacht. Das Mosesbilv ist durch jede Kunsthandlung, von Rud. Schuster. Berlin, zu beziehen, in Mainz durch Victor von Zabern. Red. d. Jsr. Z. tiamcUt, 18. Oct. Folgender Vorfall wird gemeldet: Der Lehrer H. in Grohnde mußte sich am 2. Dezember v. I. beim Schlittschuhlaufen zur Befestigung eines lockeren Schlittschuhes auf den Schlitten eines seiner Schüler setzen. Der von einem besonderen Lehrer unterrichtete Sohn des Kaufmanns Rotenftein bemerkte dies und zog im klebermuth dem Lehrer H. den Schlitten unter dem Sitze weg, wodurch H. dermaßen taumelte, daß er sich nur mit Mühe vor einem erheblichen Falle bewahren konnte. In seinem ersten Schrecken und in der Erregung rief H. dem davoneilenden Rotensiein zu: „Töw, du verfluchter Jtzig!" Der Vater des Knaben klagte deßhalb, nachdem er sich vergeblich beim Lokal- und Kreisschul-Jnspektor sowie bei der Regierung über den Lehrer H. beschwert hatte. Das Schöffengericht