Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 84 (24.10.1898)
- Date
- 1898-10-24
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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1554 Direktor Emerich Reberies, toastirte lustig darauf los und fand zahlreiche Nachahmer. Nur der gerade an diesem Tage staltgehabie Trauerfall — Direktor Viktor Szelinan» — hielt die Jugend ab, den Tag mit einem kleinen Tänzchen würdig zu beendigen. England.? London. Der Board of Guardians, bcr sich feit längerer Zeit schon mit der Frage beschäftigt, in welcher Weise dem Ueberhandnehmen der Schwindsucht unter den Juden zu steuern sei, hat jetzt ein ileines allgemeinverständliches Schriflchen über diesen Gegenstand verfassen lasten. Dasselbe wird unter dem Namen „Winke zur Verhütung der Schwindsucht" erscheinen und in großen Quantiäten im Ostend zur Verbreitung gelangen. Besonders die Herren und Damen, welche die Recherchen des Board of Guardians besorgen und daher berufsmäßig sehr viel in die Wohnungen der Armen kommen, werden mit der Verbreitung und Erläuterung der Broschüre beauftragt werden. Türkei. 8 Konstantinopel, 10. Dct. Gestern, am Simchas-Thorafeste, hat sich hier ein erschütternder Fall ereignet. In der Synagoge des Stadtviertels Kizil-Minaret hatte man eben das Schacharitgebet beendet, als der Blitz in das Gotteshaus einschlug und einen der Andächtigen Namens Jacob, auf der Stelle tödtete. Dessen Sohn Abraham, der neben ihm stand, wurde schwer verwundet. Der Todte wurde so in seinen Feierlagskleidern und mit dem Talith, den er noch um hatte, aus einer Bahre hinweggetragen. vermischtes. Laffel, 13. Oct. Dieses Jahr sind es gerade 25 Jahre, daß Herr Juda Goldberg sel. And. das in seinem eigenen Hause in uneigennütziger Weise errichtete Retlokal seinen gleichgesinnten Glaubensgenossen gratis zur Verfügung stellte, um aus Anlaß der in der Synagoge ausgestellten Orgel einen Gottesdienst ohne Orgel zu errichten. Derselbe wurde sehr fleißig besucht, sodaß sich dieses Betlokal mit der Zeit als zu klein erwies und noch ein zweites von dem vor Kurzem verstorbenen Herrn L>alomon Nagel errichtet wurde. Da nun sämintliche Platze in der großen Synagoge besetzt waren und die Neuhergezogenen keine Plätze mehr angewiesen bekommen konnten, hat die hiesige Gemeinde in diesem Jahre eine zweite Synagoge und zwar ohne Orgel erbauen lassen. Dieselbe ist ein Anbau des Gemeindehauses in der Rosenstraße. Kenn zwar die Synagoge auch sehr klein ist, so genügt sie doch momentan und ist em reiner Schmuckkasten zu nennen. Einige 80 Männer- und ebensoviel Frauensitze befinden sich in ihr. Heute nun fand die feierliche Einweihung um 5*/, Uhr Nachmittags statt. Nachdem um 41/, Uhr in dem Betlokale des Herrn Jacob Gold der g, der nach dem Ableben seines Vaters dasselbe in gleicher Weise weiterführte, Minchah gebetet tvar, tviirdcu als Abschied verschiedene Ansbracheu gehalten und zur neuerbauten Synagoge gezogen. Dort waren die Spitzen der Gemeinde sowie Depulirte der einzelnen jüdischen Vereine versammelt, welche mit den Inhabern von Plätzen sich zur Feier einfanden- Nachdem die vier Seforim hereingetragen waren, wurde, ,ynter .011 ,HDU3 in1? lau' nm^i .Dt: na von dem unter der Leitung des Herrn Lehrer Horwitz sich gebildeten Chore gesungen und darnach eiugehoben- Hieran schloß sich ein Chorgesang, woraus Sr. Ehrwürden Herr Landrabbiner Dr. Prager eine der Einweihungsfeier entsprechende sehr schöne Rede hielt. .Hiernach wurde die ewige Lampe angezündet und zu Abend gebetet. Die gesummte Feier dauerte bis annährend 7 Uhr. Zum Schluffe fanden sich ca- 40 Herren zu einem Festessen im Hotel Meier ein und fehlte es bei demselben nicht an ernsten und heiteren Reden. Born Rhein. Mache hierdurch diejenigen jungen Leute sowie Eltern, die für ihre Kinder Stellen suchen in Metzgereien :c-, die am rDttf und o"’ streng geschlossen sind, darauf aufmertsam, es sich nicht genügen zu lassen, wenn darauf bezügliche Annoncen den oft täuschenden Vermerk: „Samstags und Feiertage geschlossen" tragen, sondern Pflicht ist es, beim zuständigen orthodoxen Rabbiner oder Lehrer sich über den zukünftigen Prinzipal genau zu erkundigen, ob derselbe sein Geschäft am rDtP und ü“’ wirklich streng geschlossen, und ob besten Haushaltung streng l&D geführt wird. ’"n.T ters. Karlsruhe, im Oct. Tie iSrael. Synode soll im hiesigen Ständehaus abgehalten werden. Jerusalem. Der letzte Rechenschaftsbericht des „Misgab Ladochhospitals" weist eine Einnahme von 212,000 Piastern und eine Ausgabe von 271,330 Piastern, somit ein Defizit von 50,249 Piaster auf. Im Spital waren 695 Kranke, außerdem wuvoen 5,417 tyatienten beljanbelt, 27,900 Necepte wurden verschrieben. Feuilleton. verkauft. Eine Erzählung aus Ungarn. 17) Von Samuel B. Rosner. Die kleinen „Chaser-bocherl" *) standen in respektvoller Entfernung vonJeruchemPorges, dicht zusammengedrängt, sprachen von ihm im Flüsterton und zeigten sich ihn einander mit den Fingern. Dann trat der Beherzteste unter ihnen an ihn heran und streckte ihm mit einem ehrfurchtsvollen „Scholem alechem" die Hand entgegen, welche dieser kaum mit den Fingerspitzen berührte. Der Muthige schaute mit einem triumphirenden Blick auf die Uebrigen zurück, welche nun, nachdem sie sahen, daß das Wagniß so schön geglückt, ebenfalls, einer nach dem andern, herankamen, um den frischen Bocher zu begrüßen. Nun, es läßt sich nicht leugnen, der Mann hatte ein vielsagendes Aussehen. Der Rücken war mit Absicht ein wenig gekrümmt. Das Gesicht und die *) Solche Talmudisten, die noch einen Eorrepetitor benützen.