Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1898-10-20 · Heft 83 (20.10.1898) · page 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 83 (20.10.1898)
Date
1898-10-20
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2446951-2448857-2448933--46959-2497292
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

1535 armen thunlichst so unterstützt werden, daß sie nicht zum Bettel in anderen Gemeinden angewiesen sind: 2. durchreisende israelitische Arme, wenn sie den Verbandsgemeinden angehören, nur zweimal, wenn sie den Gemeinden anderer Verbände oder dem Auslande angehören, nur einmal jährlich Unterstützung empfangen; daß jeder ansprechende Arme, der des Betruges oder der Fälschung überwiesen ist, keine Unterstützung erhalten und der Bestrafung zugeführt werden soll, daß derjenige aber, der dieser Vergehungen schwer verdächtig ist. in ein besonderes Verzeichniß eingetragen und int Auszug aus demselben allen Verbandsgemeinden alljährlich zugeschickt werde;*) 4. daß alle israelitischen Wohlthätigkeitsvereinc eines Ortes in beständiger Verbindung mit einander bleiben; 5. daß jeder Wohlthätigkeitsverein jährlich einen Bericht nach einem bestimmten Formulare an die Verbandsleitung sende; 6. daß alle Verbände Verbandskassen aus Beiträgen der Vereine aller Gemeinden bilden, welche bei außerordentlichen Fällen größere tlnterstützungen gewähren; 7. daß eine centratifirte Organisation zum Arbeitsnachweis eingerichtet werde." Ern fernerer Antrag Rothschild--Stadtoldendorf: „Die begüterten Gemeinden der einzelnen Verbände sollen ein halb Prozent des Einkommens ihrer Mitglieder auswerfen, um dadurch die armen Gemeinden des betreffenden Verbandes in den Stand zu setzen, ihre Ortsarmen zu unterstützen," wird der zu wählenden Kommission als Material überwiesen. Die in dem Antrag des Referenten geforderte Kommission soll nach Beschluß der Versammlung von dem Ausschuß des D.-J. G.-B gebildet tverden. Auf Antrag des Herrn Dr. Vogel stein wird nunmehr beschlossen, mit Ausnahme des Punktes über die Vorbildung der Cantoren und Schächter die beiden noch nicht erörterten Punkte der Tagesordnung provinzielle Woh'thätigkeitsinstitute, Waisen-, Kranken-, Alten und Armenhäuser, Gesangenenpflege ferner Fürsorge für Knltusbeamte wegen der vorgeschrittenen Zeit von der Tagesordnung abzusetzen. Ein weitergehender Antrag Galinger, auch den Punkt über die Vorbildung der Cantoren und Schächter nicht mehr zu berathen, wird abgelehnt. Zu diesem letzteren Punkt ist ein mit einer sehr eingehenden Begründung gedruckt vorliegender Antrag vom „Liberalen Verein der Syuagogengemeinde Breslau" eingegangen.- „dahin zu wirken, daß möglichst bald im Anschluß an eines der in Deutschland bestehenden Lehrerseminare eine Anstalt zur Ausbildung von jüdischen Cantoren errichtet werde." Als Referent des D. I. G. B. ergreift zu dieser Frage das Wort Direktor Dr. Holzmaun—Berlin. Er betont in sei¬ *) Wohl weil die staatliche Polizei unsere jüdischen Armen so sehr verhätschelt, soll noch eine besondere jüdische Polizei gegründet werden! Rednen Ausführungen, daß das Gesuch des Vereins erledigt sei, weil die gewünschten Anstalten tatsächlich bereits in Verbindung mit den preußischen jüdischen Lehrerbildungsanstalten bestehen. Er weist besonders auf das Berliner Seminar hin. In der weiteren Debatte betonen fast alle Redner, daß die Verbindung des Cantorats mit dem Lehramte ganz zweifellos sei. Es wird alsdann der folgende Antrag R e i ch—Breslau angenommen, zu dessen Gunsten der Antrag Breslau zurückgezogen wird. „Der Verbandstag hält es für wünschenswerth, daß im Anschluß an die bei einzelnen Lehrerseminaren bestehenden Einrichtungen zur Ausbildung von Cantoren ein Nachkursus zur Vervollständigung der Ausbildung von Cantoren, die sich für größere Gemeinden eignen, eingerichtet werde." Ein noch einmal eingebrachter Antrag auf Schluß der Verhandlungen wird nunmehr einstimmig angenommen, indessen mit der Maßgabe, daß die heute nicht mehr erörterten Punkte der Tagesordnung auf dem nächsten Verbandstage an erster Stelle zur Verhandlung kommen sollen. Mit herzlichen Worten des Dankes für den Eifer und den Fleiß der Delegirten, die sich in den Dienst des Judenthums und der deutschen Judenheit gestellt, und mit der festen Ueberzeugung, daß die heutigen Verhandlungen zur Belehrung und Nacheiferung in den Gemeindeverbänden und in den einzelnen Gemeinden dienen werden, schließt der Vorsitzende die Verhandlungen. Für die mustergültige, gerechte und unparteiische Leitung der Verhandlungen dankt dem Vorsitzenden unter lebhaftem Beifall der Versammlung Herr Dr. Vogelstein—Stettin. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Gailingen. Dem „Friedrichsheim" für israelitische Sieche und arme Greise, einem schönen Werke der Humanität und Wohlthätigkeit, wurden am 12. Okt. hier die Pforten geöffnet. Mit berechtigtem Stolz blicken wir auf den Festtag zurück, welcher nicht nur unserer Gemeinde, sondern allen Israeliten Badens zur Ehre gereicht. Unter Vorantritt einer Abtheilung der Konftanzer Regimentsmusik bewegte sich der Festzug von der Synagoge nach dem „Friedrichsheim"; hier ließ vom bekränzten Podium, das mit der Büste S. K. H. des Großherzog geziert war, der Gesangverein „Eintracht" das Lied „Das ist der Tag des Herrn" ertönen. Herr L. Rothschild als Vorstand der Baukommission begrüßte die Vertreter der Behörden und sonstige Gäste und übergab den Landesvorständen die Anstalt, die der Anregung des Herrn Bezirksrabbiner, Dr. Levin—Frciburg und des Herrn H. S. Epstein—

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.