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Der Israelit · 1898-10-20 · Heft 83 (20.10.1898) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 83 (20.10.1898)
Date
1898-10-20
Page
– (sequence 9)
Language
German
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1XIIX, Jahrgang, Erste Beilage M 83 -es «AsrarM". Leitender Artikel. Deiitslh-IsraelitlUer Gemeinve-ßMö. (Erster Verbandstag.) L e igiua l - B cr ich t f ür den „I sr a elil." 8. Berlin, 16. Oktober. Der sich an den achten Gemeindetag am folgenden Tage anschließende erste N e r b a n d s t ag wurde durch den Vorsitzenden des D.-J. G.-B., Herrn Prof. Dr. P h i l i p p s o h n als Einberufer der Versammlung, eröffnet. Er begrüßte die zahlreich erschienenen Vertreter der einzelnen Verbände und theilte mit, daß der Vertreter von Berlin, Geheimrath Boas, der den Verbandstag begrüßen sollte, und der Vertreter der Casseler Kirchenbehörde, Herr Landrabbiner Dr. Prager entschuldigt seien. Nach Verlesung der Lifte der Stimmberechtigten giebt der Vorsitzende sodann einen Ueberblick über die Geschichte der Entstehung der Gemeindeverbände und macht auf die Bedeutung der letzteren aufmerksam. Das Werk sei über Erwarten hinaus aufs Beste gelungen und es müßte sich von selbst als Aufgabe ergeben, die Organisation auf weitere Theile des Landes auSzudehrreu. Der Gemeindebund sehe in der Provinzial-, Bezirks¬ und Landesorganisation die Grundlage für eine auf gesetzlicher Basis beruhende wirksame Organisation aller deutschen Israeliten. Er schließt unter dein lebhaften Beifall der Versammlung mit dem Ausdruck der Hoffnung, daß es eine fruchtbare und segensreiche Tagung werden möge, daß durch die Gemeindcverbände das religiöse Leben innerhalb der deutschen Jndenheit und das Selbstbewußtscin gestärkt und gefestigt werde. Als Schrtftführcr wird sodann von dem Vorsitzenden Herr Dr Eoblenz— Bielefeld berufen. Der erste Punkt der Tagesordnung: „Bericht über die Entwickelung der Provinzial- und Bczirksverbäude", wird dadurch als erledigt angenommen, daß der gedruckt vorliegende Bericht den 'Vertretern der einzelnen Verbände übergeben wird. Eine Verlesung des Berichtes wird nicht beschlossen, doch regt Kirchenrath Dr. Kro ner—Stuttgart an, in Zukunft die Drucksachen vorher den Mitgliedern zu übermitteln, was vom Vorsitzenden zugesagt wird. Auf Vorschlag von S i l b e r b e r g—Posen sollen auch die einzelnen Verbände alljährlich unter sich ihre Berichte austauschen. Der Vorsitzende ergänzt seine ersten Mittheilungen dahin, daß auch der Provinzialverband Westpreußen und Sachsen dem Gemeindebunde beigetreten seien. Es wird alsdann von der Versammlung bcschloffen, zunächst Punkt 2 c. „Wanderprediger", zu berathen. Hierzu giebt Herr Prof. P h i l i p p s o h n ein ausführliches Referat, indem er aus die große Bedeutung der Institution der Wanderprediger hinweift, welche nur durch die Provinzialverbände in wirksamer Weise unterhalten werden könne. Während in der sich daran anschließenden Diskussion Amtsgerichtsrath Levy—Beuthen vorschlägt, der D.-J. G.-B. oder die Provinzialverbände sollten sich zur Gewinnung geeigneter Kräfte als Wanderprediger mit dem Rabbinerverband in Verbindung setzen, empfiehlt Herr Dr. K a r p e l e s—Berlin die Verbindung mit dem Verbände der jüdischen Litteraturvereine. Herr Amtsgerichtsrath W o l l st e i n- Breslau hält die der Verwirklichung der Einrichtung entgegenstehenden materiellen Schwierigkeiten für so groß, daß sie nicht ohne Zwangsorganisation zu überwinden sein dürften. Dr. Vogel st ein—Stettin wünscht die Errichtung von Bezirksrabbinaten, worin er von Kirchenrath Dr. Krone r—Stuttgart unterstützt wird, der gleichzeitig die Ausbildung der Lehrer auch zu Predigern verlangt. Seminardirektor Dr. Holz mann—Berlin constatirt, daß Zöglinge der hiesigen Lehrerbildungsanstalt in ihren Gemeinden erfolgreich als Prediger wirken. Landrabbincr Fei l che n fe l d—Schwerin regt noch an, an die kleineren Gemeinden, die eines Predigers entbehren, vom Gemeindebund oder vom Rabbinerverband eine Art Hirtenbrief zu erlassen. 'Nach längerer Debatte ist vom Kircheurath Dr. K r o n c r im Anschluß an seine Aufführungen folgender Antrag eingegangen: „Der erste Verbandstag beschließt, den Verbänden zu ernpfehlen, innerhalb ihrer Verbandsbezirke l. Rabbinatsbezirke zu bilden, denen die kleineren Gemeinden, welche keinen Rabbiner haben, angeschlossen sind; 2. den Rabbinern dieser Bczrrke den Auftrag zu geben, alljährlich in den ihnen zugcwiesenen Gemeinden je nach Thunlichfclt zwei oder mehrere Male zu predigen; 3. solche Lehrer anzuftellcn, welche befähigt sind, Predigten zu halten; 4. diese Lehrer zu beauftragen, Predigten an Sabbaten und Festtagen zu halten; 5. die Kosten dieser Einrichtung sollen auf die Verbandskasse übernommen werden." Ferner ist von Dr. V o g e l ft e i n— Stettin zu diesem Punkt folgender Antrag cingegangen: „Der Verbandstag erachtet es für nothwendig, daß auch den kleinen Gemeinden von Zeit zu Zeit das Wort Gottes durch einen Prediger verkündet werde und empffehlt den ^Bezirksverbänden

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