Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 83 (20.10.1898)
- Date
- 1898-10-20
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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1531 Verlangen gemäß ans dem rröß;]?::»^ ircpn ~'z statt. Wenngleich von einem eigentlichen ißan wegen pki rw nicht die Rede sein konnte, so verstand es Sr. Ehrw. der Oberrabbiner doch in seiner stets zutreffenden Weise, dem von dannen ziehenden freunde Worte der Anerkennung zu widmen. „irrt» rjn rv! so begann der Redner, „es giebt eine Zeit zum Schweigen, wo inan reden müßte, und eine Zeit zum Steden, wo man schweigen sollte, und in einer solchen Lage befinden wir uns angesichts dieses Trauerfalles iit Rücksicht auf bcu heutigen vrrr, v>x->-Tag, der eine Trauerkundgebung als Lv nicht gestatte" und so bezog sich der Redner denn fortfahrend auf die gestrige Hafrora von der idealen Freundschaft des °rfnrnv wie der Freund dem Freunde sagte! L'"n ins ”-tPic Tpe'1 o mpcr „Morgen ist dleumond, Du wirst vermißt werden, denn dein Platz wird leer sein?" Dasselbe wolle Redner unserem verklärten Freunde zurufcn, aber auch seinen trauernden Hinterbliebenen könne er tröstend hinzusügen, daß man sich in der (Gemeinde ihres Gatten und Vaters stets anerketinend und dankbar erinnern werde tipe* mpcs; da in der hebräischen Sprache "'pr' auch erinnern bedeute. Aber nicht wie einst p-vn'dem "" beim Scheiden zugerufcn Nbvb sondern z'hvz können wir uns sagen und so ziehe mit Frieden und ruhe dich aus von des Lebens Mühen “pstrc by rrr c^r- bis komme der Erlöser s ::. Ein überaus zahlreiches Gefolge gab dem Entschlafenen das letzte Geleite, und alle waren des Urthcils einig, daß mit Bernhardt I. Michael m* ein wahrhaft frommer und braver Manu, ein rrm rmx ^zzz', sowie ein pra? von uns gesckicdcn sei. Mögen andere in seinem Sinne fortwirken. 11. I>. Feuilleton. —^ Pcrfauft Eine Erzählun g aus tt u g a r u. iti) Von Samuel B. Rofncr. Aber Rüben konnte sich nur widerstrebend mit dem Gedanken abfinden und benutzte wiederholt die Gelegenheit, um auf die Sache zurückzilkomnicn. „Verzeiht mir," entgegnete bei einer solchen Gelegenheit Mirjam, „was wollen wir denn eigentlich mit meinem Moscheh erreichen? daß er ein tüchtiger „Lamden" ein „bechoweder Balboß" *) wird — und das wird er werden, auch wenn er hier bleibt." Das nachdrückliche „wir" in dem Munde Mir- Ehrbares Gemeindemitglied. jams erweckte in Rüben ein dunkles Gefühl des Unbehagens, welches ihn veranlaßtc, nichts mehr über die Angelegenheit zu reden. Schließlich, er hatte das Seinige gethan — hätte auch gerne die Opfer gebracht, welche eine weitere Ausbildung „Moschehs" nach seinen! Sinne erfordert hätte — aber, warum sollte ihm die Sache näher gehen als dem jungen Manne selbst oder dessen Mutter'? Und so blieb denn Alles wieder beim Alten. Da zog sich allmählig über dem Haupte Moschehs eine schwere, dunkle Wolke zusammen .... Die glücklichsten Stunden seines Lebens brachten ihm die Freitag Abende, welche gemeinschaftlich bei Friedbcrg's verlebt wurden. Rach dem gemeinsamen Mahle schieden sich die Alten von den Jungen und diese blieben sich selbst überlassen. Da unterhielt er sich allein mit Schulamit, durch nichts von ihr getrennt, durch keiuc neidischen und eifersüchtigen Gedanken gepeinigt. Nichts trübte das reine Glück, das er empfand. Diese Stunden tiefster seelischer Wonne waren ihm um so thenerer, als er in ihnen für kurze Zeit den ungetrübten Frieden des Herzens fand, den er sonst vergebens suchte. Diese Stunden glätteten aus seiner Seele die Falten, die eine ganze Woche zurückgctassen, sie versöhnten ihn mit den Bitternissen einer ganzen Woche, und was immer zwischen ihnen während der sechs Tage vorgcfallen war, am Abend des siebenten Tages fanden sie sich getviß wieder. Das dauerte so lange bis Ehajim Glaser im Hause FriedbcrgS austauchie. Wer war denn aber dieser Ehajim Glaser? Das war ein junger, lcbcns froher Fant, gleich Moscheh ein Mitglied der etwa zwanzig Köpfe zählenden Talmndschule des Ortes. Die von Kraft und Gesundheit strotzende Gestalt dcS Jünglings mit dem offenen, schönen Gesichte, stach so sehr von seinem Lerngcnossen ab, daß cs unwillkürlich ausficl. Seine hell in'S Leben blickenden Augen hatten einen warmen Strahl, der zu Herzen drang; Sprache und Benehmen an ihm verriethcn eine mehr als alltägliche Intelligenz. Das Leben gefällt sich bekanntlich sehr häufig darin, diametrale Gegensätze in unmittelbarer Nähe zu einander zu bringen. Nun einen schrofferen Gegensatz als den zwischen Ehajim Glaser und seinem Kollegen Jernchcm Porges kann man sich kaum vorstellcn. War jener schlank, kräftig und schön, so war dieser unansehnlich und fast garstig zu nennen,' dort Bildungsfreundlichkeit, da Bildungsscheu, dort offenes Denken und reger Sinn für Lebensgenuß, da verschlossene Hinterlistigkeit und asketisch-chassidische Allüren. Glaser war der Gebildete, Porges der Ehassid**) der Jeschiwa, während Moscheh, in dem 0 Asket.