Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 81 (13.10.1898)
- Date
- 1898-10-13
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Pf , fl H }H t; I :| •; i . i} \ ■f ' I: 1488 haben und zum Arzte, Juristen?c. sich ausbilden und ein streng religiöser Arzt u. s. w. werden und nebstdem ein schöner mir p sein; nach dem Rabbiner Schück'schen Plan geht es erst später. 3. Herr Rabbiner Schück spricht vor einem Profestor, der an einer rn'v" angestellt, die weltliche Ausbildung der Bachurim leiten soll. — Bekanntlich sind die Prosestoren Fachprofessoren, Universalprofestoren, die sämmtliche Mittelschulgegenstände unterrichten, gibt's keine. Die von Herrn Rabbiner Schück gewünschten Prosestoren existiren also gar nicht. — 4. Wir wissen, daß nicht alle, die zu lernen oder zu studirrn anfangen, dabei bleiben. Den Einen hindert dies, den Andern jenes, genug viele, die zu lernen oder zu studiren begonnen, meisten das Begonnene beseitigen. — Muß nun der Schüler die nach meinem Plane errichtete Schule zu i4, 15 oder 16 Jahren verlasten, so ist er weder in der pmn noch in den Schulgegenständen ein pu>n ey. — Er hat schon so viel gelernt, um ein aufrichtiger, religiöser Jude sein zu können und hat auch eventuell za 15 Jahren vier Mittelschulklasten absolvirt, welche ihn auch schon zu einer untergeordneten Beamtenstelle qualisiciren. Nach dem Rabbiner Schück'schen Plan hat der Bachur bis zum neunzehnten Lebensjahre immer nur mir ohne px Tn. — 5. Trägt mein System den Anforderungen der Pädagogik auch Rechnung. Die Wistenschast wächst mit dem Kinde groß. Von diesem Gesichtspunkte betrachtet erscheint das System des Herrn Rabbiner Schück in nicht geringem Maße sonderbar. Außer wenn wir bedenken, daß zur Sanirung sonderbarer Nebel, sonderbare Mittel nöthig sind, dann ist, — da das Mittel sonderbar genug ist der Plan des Herrn Rabbiner Schück ohne Bedenken zutreffend. H u s z t, im August. Elias Friedmann, Religionslehrer. Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen Deutschland. 6». Berlin, 7. Okt. Der „Voss. Ztg." wird geschrieben: Die „Staatsbürgerztg." macht den Versuch, Gustav Freytag für den Antisemitismus in Anspruch zu nehmen. Das Blatt scheint von allem, was Freytag geschrieben hat, wenig mehr zu kennen als den Roman „Soll und Haben", der zu Anfang der fünfziger Jahre geschrieben wurde und in realistischen Farben u. a. gewiste wenig sympathische jüdische Typen des Ostens schilderte. Freytag hat aber glücklicherweise rechtzeitig der Möglichkeit, ihn als mitschuldig an der „Schmach des Jahrhunderts" hinzustellen, vorgebeugt. Als 1866 Richard Wagner seinem Unmuth über einzelne Gegner durch die bekannte Schrift „Das Judenthum in der Musik" Luft machte, veröffentlichte Freytag in den damals von ihm mitredigirten Leipziger „Grenzboten" einen Aufsatz, den er später bei der Herausgabe seiner „Gesammten Werke", in dem 16. Bande (Leipzig, Hirzel 1887) zum Wiederabdruck brachte. Dieser Aufsatz enthält u. a. einige bezeichnende Sätze: Freytag wendet sich gegen die Angriffe auf die Juden und meint, „in Politik, Gesellschaft, Wiffenschaften und Künsten" seien „unsere israelitischen Mitbürger werthe Bundesgenosten nach guten Zielen", aus keinem Gebiete" seien sie „vorzugsweise Vertreter einer Richtung, die wir für gemeinschädlich halten müsten". Ausführlich legt Freytag die bezüglich der Juden im Vergleich zu früheren Zeiten eingetretene Wandlung zum Besseren nach allen Richtungen hin dar. Beispielsweise wird bemerkt : „Im Handel und Wandel galten lange Zeit die Juden für die Hauptspekulanlen bei gewagten Börsengeschäften und einem großartigen Geldwucher; sie haben auch diesen Ruhm an Christen abtreten müsten; es sind bei uns jetzt Fürsten und Häupter alten Landadels, die unsolide Geldgeschäfte begünstigen, den Unternehmergewinn einziehen und die Aktionäre durch ihren Namen verlocken." Weiter heißt es in dem Aussatz Gustav Freytags: „Wer mit erhebendem Gefühl die Fortschritte unserer Nation in den letzten hundert Jahren betrachten will, der möge vor allem auf die Wandlungen blicken, welche unsere jüdischen Mitbürger unter der befreienden Einwirkung moderner Bilder gemacht haben. Sie selbst haben jedes Recht, sich ihrer energischen Lebenskraft und Bildungsfähigkeit zu freuen; auch wir dürfen mit inniger Befriedigung sagen, daß nur noch die letzten Ueberreste alter Ueberlieferung und Unduldsamkeit zu überwinden und, um die Herzen und Geister der deutschen Juden völlig in unser Volksthum einzuschließen. Es ist natürlich, daß während dieser Übergangszeit in ihrem Wesen hier und da Auffallendes oder nicht LobenswertheS zu Tage kommt, und sie müssen es sich gefallen lasten, wenn solche Schwächen und Verkehrtheiten aus der Zeit der Unfreiheit gelegentlich einmal mit und ohne Laune als jüdische Eigenthümlichkeiten besprochen werden. Wir werden es freilich auch natürlich finden, wenn sie gegen solche Besprechung besonders empfindlich sind, denn sie ringen immer noch nach Sicherheit ihrer gesellschaftlichen Stellung und fühlen immer noch die Nachwehen des harten harten Drucks, welcher zur Zeit ihrer Großväter auf ihnen lag." In der gleichen, milden und gerechten Weise legt Freytag sodann dar, welche Verdienste sich Juden schon seit Jahrhunderten trotz alledem um Wissenschaften und Künste erworben haben, und warnt