Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 81 (13.10.1898)
- Date
- 1898-10-13
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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liche Bedürfnisse, so bleiben für die Arbeit zehn resp. zwölf Stunden, welche cs*? D’xm ^b c'xn vertheilt werden sollen: drei Stunden für den Schulunterricht, 2 bis 3 Stunden für häusliche Arbeit und fünf bis sechs Stunden, ferner die zwei Tage wöchentlich, an denen kein Unterricht stattfindet, für natw:, mpe, c’pc:, und »rc:. So denke ich mir die Schule und bin überzeugt, daß so mancher besser begabte und mehr talentvolle Schüler noch Muße fände, sich für die Universität vorzubereiten, trotzdem er in den jüdischen Wissenschaften eine Stufe erreicht hätte, die der Jeschiba- Bachur nicht erreicht, denn, wie überall, ist auch beim Lernen das rrbv rnrnv ravcs sj?s sie von großer Wichtigkeit und fünf bis sechs Stunden täglich planmäßig gelernt ist viel mehr werth, als zehn bis zwölf Stunden täglich ohne jeden Plan und ohne jede Ordnung. Wohl bilde ich mir nicht ein, daß der beim Verlassen dieser Schule zwanzig Jahre zählende Jüngling ein mm p sein wird in dem Sinne, dem nichts in dt und c’tfiwr, in mx und fremd, keine Frage neu, keine These unbekannt erscheint," was der Rabbiner Schück'sche Plan von dem im neunzehnten Lebensalter stehenden jungen Manne als „nicht übertrieben" verspricht, in Wirklichkeit jedoch als höch st übertrieben bezeichnet werden muß; — es genügt vollkommen, wenn der Schüler einen guten Theil von 2'v» und cpcia gründlich durchgenommen, und das wird er. Wie wird man aber jener „maßgebenden Ansicht" gerecht, nach der eine mehr als achtstündige geistige Arbeit täglich dem Geiste verhängnisvoll werden kann, mit welcher Ansicht Herr Krauß meim Projekt in t ot um vernichtet zu haben glaubt? — Nun, auch da gibts Rath. Man trennt die „Ansicht" von Herrn Krauß, und der Ansicht gibt man zu, daß sie wohl richtig sei bei einem Fachgelehrten, der sich ausschießlich mit einem Fache beschäftigt, denn wahr ist es, daß ein Dichter z. B. die größten Ungereimtheiten zusammen reimen möchte, ^wenn er auch nur acht Stunden im Tage mit Reimesuchen seinen Geist abquälen würde, eine vielseitige geistige Beschäftigung jedoch ermüdet den Geist in acht Stunden nicht, eine Wahrheit, die jeder geistig Beschäftigte bei sich selbst erproben kann. — Herrn Krauß aber macht man darauf aufmerksam, daß das Wohl und Wehe des sowohl einzelnen jüdischen Menschen, als auch der gesummten jüdischen Station von ganz anderen Gesetzen bedingt ist, als das Wohl und Wehe eines einer andern Nation angehörenden Menschen und aller übrigen Nationen der Welt. „Was die andern (Völker) von dem Dienste der Natur erwarten, wirst Du durch den Gesetzesdienst Deines Gottes erhalten." (Hirsch, Pentateuch II, 23, 25.) Nicht nur die Geschichte der jüdischen Nation nnterscheidet sich von der aller übrigen Nationen dadurch, daß bei den Letzteren das Gedeihen, das Erstarken, das Mächtigwerden und das Mächtigsein, wie auch der Rückgang, da? Erschlaffen, das Unterliegen und endlich der gänzliche Untergang auf rein natürliche Ursachen zurückzuführen sind, während in Israels Geschichte sich nichts anderes hineinphilosophiren läßt, als „Mit dem Gehorsam gegen Gott vermögen wir alles, ohne ihn nichts", (Hirsch, Pentateuch V. 1, 5), sondern auch des einzelnen Juden Geschick hängt einzig und allein davon ab, wie er seiner Bestimmung als Mitglied seiner Nation entspricht. Und so ist auch unsere Hygieologie von der aller übrigen Nationen grundverschieden. riTxrr , ntwm vrya -strir ,-pp^x n b:pb yaam jttau» ax„ , anses mei? tx ,npr:an bz : ipr bz nstr: , vnixoP *]X£-, n ';s* ’s ,-Py d’px sb (Moses II, 15, 26", Das ist unsere Gesundheitslehre, das ist die für Israel einzig und allein maßgebende Ansicht." — Geradezu unverständlich ist mir, was Herr Krauß mit den „Schulsorgen" will. Also alle Rabbiner Deutschland's, die doch alle „Schulsorgen" hatten, wie verfügten sie „über einen freien Kopf, über freie Gedanken", was „für das verständnißoolle Lernen" unbedingt nothwendig ist? — Größere Schwierigkeiten hat der Jude nicht zu überwinden, als seinen Geist, der soeben mit einer „schwierigen Konstruktion", mit „neu durchgenommenen Rechenoperation," mit dem „Aufsatzthema" beschäftigt war, jetzt wieder dem gründlichen „Lernen" voll und ganz zuzuwenden? — Laut dieser Auffassung hätten doch diejenigen, die behaupten, daß der weltlich gebildete Jude nicht religiös sein kann, vollkommen Recht, denn muß denn der Jude nicht auch zur „über einen freien Kopf, über freie Gedanken verfügen", und wie darf er gebildet sein wollen, wo er sich erst „Herz und Kops" erfüllenden „Schulsorgen" hingeben muß, die ihn gar sein tägliches Gebet zu verrichten hindern?! — Bei dieser Gelegenheit sei mir nur noch gestattet auf einige Unterschiede zwischen meinem Plan und dem von Herrn Krauß skizzirten Plan Sr. Ehrw. des Herrn Rabbiner Schück hinzuweisen. 1. Es ist gewiß, daß ein neunzehn-zwanzigjähriger Mann in einer Stunde viel mehr lernen kann, als ein zehn-, zwölf- oder gar vierzehnjähriger Knabe. — Rach meinem Plane kann diese Zeit mit dem „Ernst des Alters," mit der „Reise des Verstandes" — da der junge Mann die Maturität bereits hinter sich hat — in gesteigertem Maße dem Studiuin der p-ftm verwendet werden, während nach dem Plane des Herrn Rabbiner Schück diese Jahre vorzüglich den profanen Wisienschaften hingeopfert werden müsien. — 3. Nach meinem Plane kann der zwanzigjährige Bachur-Student sich für die Universität vorbereitet