Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 77-78 (29.9.1898)
- Date
- 1898-09-29
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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1428 wünschte ihm, er möge sein Kind zu viel Glück und Freude erziehen. Rüben und sein Weib blieben allein zurück in dem stille gewordenen Hause, mit ihrem freudig bewegten Herzen. Ein wonniger Schauer durchzog ihr Herz, als sie neben dem Bette des ruhig schlafenden Kindes stehen blieben. Unwillkürlich tauchte in dem Geiste Rubens der Gegensatz dessen auf, wie es jetzt war, und wie es hätte sein können. Es war eine finstere, sich entfernende Wolke, die durch einen glänzenden Schleier sichtbar wird. Jedoch Schulamit war verkauft, mußte verkauft bleiben. Rüben stand noch zu sehr unter dem Eindrücke der ausgeftandenen Leiden, als daß er zugänglich für die Skepsis gewesen wäre. Wenn es sich um das Leben handelt, ist man nicht wählerisch in den Mitteln, die einem empfohlen werden. Trotzdem es eigentlich mit den durchaus modernen Anschauungen Rubens nicht übereinstimmte, mischte sich bei ihm dennoch kein trivialer Gedanke in den tiefen Ernst, mit welchem er jene geheimnißvolle nächtliche Handlung betrachtete. Es wurde mit Mirjam eine Vereinbarung getroffen, laut welcher sie das Kind auch ferner gegen ein Entgelt bei seinen Eltern in Pflege ließ, nur daß dieses Entgelt nicht die Kostgeber erhielten, sondern die alte Mirjam selbst. Man sieht, daß Mirjam kein schlechtes Geschäft machte. Eines Tages machte Rüben der alten Wittwe den Vorschlag, in sein Haus zu übersiedeln, in dessen Hofe sich eine unbenutzte kleine Wohnung, aus zwei Zimmern und einer Küche bestehend, befand. Mirjam wollte anfänglich nichts davon hören. das baufällige Lehmhäuschen, welches sie seit Menschengedenken bewohnte, zu verlassen. Schließlich aber gelang es den inständigen Bitten Rubens, insbesondere aber seinem Versprechen, sich der Erziehung Moscheh's annehmen zu wollen, dennoch den Widerstand zu besiegen und Mirjam zog mit ihrer armseligen Habe in das Haus Rubens hinüber. (Fortsetzung folgt.) Wochen - Kalender. Freitag, 3o September 14 Tischri, HDD my. Sabbat-Anfang in Mainz und Frankfurt a. M. f> Uhr 45 Miu. Samstag, 1. October, 15. Tischri, 'n qv. Sonntag, 2. October, 16. Tischri, HDD"! '3 nv. Feiertag-Ausgang in Mainz n. Frankfurt a. M 6 Uhr 50 Min. — Berlin 6 Uhr 18 Min. — München 6 Uhr 82 Min. — Hannover 6 Uhr 85 Min. — Stuttgart 6 Uhr 45 Min. — Prag 6 Uhr 20 Min. — Straßburg 6 Uhr 50 Min. — Posen 6 Uhr 4 Min. Montag, 3. October, 17. Tischri, / Dienstag, 4. October, 18. Tischri, ( _ , Mittwoch,5. October, 19. Tischri, ( ~,n- Donnerstag,. 6 Oct., 20. Tischri, \ &reitag, 7. October, 2i. Tischri, Nm Njyttfin Sabbat-Anfang in Mainz und Frankfurt a. M. 5 Uhr 80 Min. Samstag, 8. October, 22. Tischri, n?npi msy Sonntag 9. October, 28. Tischri, min nriDE'. Feiertag-Ausgang in Mainz und Frankfurt a. M. 6 Uhr 85 Min. — Berlin 6 Uhr 02 Min. — München 6 Uhr 17 Min. — Hannover 6 Uhr 17 Min. — Stuttgart 6 Uhr 81 Min. — Prag 6 Uhr 05 Min. — Straßburg 6 Uhr 35Min. — Posen 5 Uhr 48 Min. Montag, 11. October, 24. Tischri, .351 nDN. Der »Israelit* erscheint wSeheHtlleh zweimal, Montags und .Donnerstags, jedesmal in mindestens fort Bogen Preis pro Vierteljahr bet der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Man abonnirt ganzjährlich, halbjährlich oder Vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Iler Kuchhandet verkehrt durch E. f. K1r1»»ch«r, Leipzig, Iivhpiatz lg. — Inserate 25 Pfennig die 4 spaltige Petitzelle oder deren Raum. Preis der Zeile im ReclametheÜ 75 Pfennig. — Dirrcte Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 8 fl. Ssterr.. für'S Ausland 16 Reichs-Mark, an die Spedition franco einzusenben. Eine «ütkfendmrg an tt# eingesandte« Mannseripten flrrdet nicht statt, man dittet deShald, sich Von ollen Ginsrn-nngr» eine Sopte zurüSzudehalterr. Anhalt (Hauptblatt). Leilende Artikel: Ein Wort bei Gelegenheit. — Tie Kolonien des Barons Hirsch. Von Friedrich Balassa. - .Zeitungsnachrichten und Eorrefpondenzen: Deutschland: Berlin. Oesterr.-Ungar^Monarchie: Altofen. Frankreich: Paris. — Vermischtes. — Feuilleton: Verkauft- Eine Erzählung aus Ungarn. Von Samuel B. Nosner. (Fortsetzung.) Inhalt der ersten Beilage i Leitender Artikel: Die Kolonien des Barons Hirsch. (Schluß aus dem Hauptblatl.) Zeitungsnachrichten und Eorrefpondenzen: Oesterr.-Ungar- Monarchie: Wien. Inhalt der zweiten Beilage: Feuilleton: nmy. Eine Lektion aus der jüd. Botanik. Von F. Bachmann. Altona. Zeitungsnachrichten und Eorrefpondenzen: Deutschland: Ostrowo. Oesterr.-Uugar. Monarchie: Wien. Gr. Tapolcsanh. Rußland: St. Petersburg. Türkei: .Zionstantinopcl Indien: Bombay. — Vermischtes. Belletr Beilage r Tausend und Eine Nacht und die Inden. Von Leo Baer, Bad Homburg. Die Fortsetzung der Ovpenheim'schen Bilder aus dem jüd. Leben. Von Maler Hermann Junker. Inhalt der vierten Beilage: Zeitungsnachrichten und Eorrespondenzen: Deutschland: Berlin. Oesterr.-Ungar. Monarchie: Wien. Nikolsburg. Prag. Budapest. Palästina: Jerusalem Jaffa. Transvaal: Prätoria. Vermischtes. Gxtra-Bettagenr Spenden-Verzeichnisse. — Illustration. Verantwortliche Redaction: Oscar Lehmann in Mainz. — Expedition des „Israelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wtrth'schen Hofbuchdruckerei'Actien-Gesellschaft in Mainz. Hierzu sechs Beilagen.