Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 70 (5.9.1898)
- Date
- 1898-09-05
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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. wir besitzen ein rituelles Bad (mpe), was hier noch niemals gewesen. Unsere nv'ne>, Tempel sino im höchsten Sinne der Strenggläubigkert vollauf entsprechend. Sollte aber unser n dem Tordaer Nus folgen, dann sinkt Kronstadt auf seinen früheren Stand herab. Wir trösten uns mit der angenehmen Hoffnung, daß dies Sr. Ehrw. einsehen uud uns weiter als treuer Hirte, weiser Rathgeber bbdbieS ncmpn ^rnirS und verbleiben wird. Roch hielten ergreifende cancan die ehrw. orth. Rabbinen: Kohn—Erdö Szt. György—Stern, Maros Ludas—Paneth, Maros—Ujvar — und Grünebaum — Blasendoif. S'e alle hoben die Verdienste des Verblichenen hervor und gaben Ausdruck von dem Verluste, den die Familie und die Gemeinde an den Heimgegangenen erlitten. Mit dem Wunsche, daß die Leidtragenden Trost und sein Vorbild als Leuchte der Zeitgenossen gelte, B't: o’np error D’pnn möge der Allmächtige den schwergeprüften Zurückgebliebenen heilenden Balsam spenden und sie trösten ctern p*s tvu. Markus; Schachner. Schweiz. Basel, 31. August. Auf ein Telegramm, das Dr. Theodor Herz l „en qualite de President. du congres Sioniste*‘ an Seine Maj. den Sultan zur Begrüßung und Beglückwünschung richtete, traf soeben im Kongreßgebäude folgende Antwortsdepesche ein: ,.Sa M a j e s t e L e S u 11 a n a p r i s conna iss s a nee a v e r s a t i s f a c t i o n les f 61 i c i t a t i o n s q u e V *> u s avez adresse a u x p i e d s d u t r f> n e a l'o c c a s s i o u de l’heureux a n n i v e r s a i r e de s o n avenememeut. M u n T r Pas h a.“ — Die Nachricht vom Geständniß des Obersten Henry wurde mit unbeschreiblichem Enthusiasmus und nicht endenwollenden Hochrufen auf Emil Zola und Bernard Lazare ausgenommen. D. Basel, 2. Scpt. Wie die „Allg. Schweizer Ztg." mittheilt, haben die Zionisten die Absicht, sich in Basel häuslich niederzulaffen. Ein Mitglied des Aktions-Comitös, Ingenieur Marmorek in Wien, hat bereits einen Plan für ein Kongreßhaus in Basel ausgearbeitet, der während der Kongreßtagung im Sekretariatbureau zur Ansicht ausgestellt war. Das künftige Kongreßhaus ist ein einstöckiger Säulenbau in maurischem Stil. Es soll enthalten einen großen Sitzungssaal, die Bureaux und die Restaurations- Räumlichkeiten, ein großes Bibliothek-Zimmer für die Unterbringung der vom Aktions-Comite angelegten jüdischen Nationalbibliothek, die bereits aus dem Nachlaffe der verstorbenen Zionisten Prof. Dr. Schapira und Rabbiner Dr. Mohilever sehr werthvolle Bücher der hebräischen Sprache besitzt. Es^ besteht ferner die Absicht des Aktionscomiltzs, am Sitze der Nationalbibliothek auch eine hebräische Akademie zu errichten. Von dem ausführenden Ingenieur Marmorek ist bereits der hiesigen Negierung eine Eingabe eingereicht worden um Ueberlassung eines geeigneten Bauplatzes für Errichtung eines Kongreßgebäudes in hiesiger Stadt. Eine Antwort der Negierung ist noch nicht eingegangen. Herr Dr. S. N. Lanoau', der frühere Redakteur der Welt, der sich mit Herrn Dr. Herzl überworfen und nunmehr eine eigene Zeitung herausgibt soll während des Congress.s bei dem Baseler Missionär Kober gewohnt und gespeist habm. Afrika. B Algier, l. Sept. Bei dem heutigen Empfange der Behörden und Würdenträger im Winterpalaste von Algier richtete der Obeirabbiner von Algier an den neuen Generalgvnverneur Leferriere eine längere Ansprache, in der er die Liebe, den Respekt und die Treue der algerischen Israeliten für das französische Vaterland und die Republik betonte. Dann fuhr er fort: Sie werden bald von der vollen Aufrichtigkeit dieser Gefühle überzeugt sein. Wir zählen darauf. Herr General» gouverneur. daß Sie Ihr ganzes Ansehen anfdieien werden, um uns die Achtung und die cherheit zu verschaffen, auf die wir ein Recht liaben und die nur in der letzten Zeit nicht mehr besitzen. Wir wollen mit Ihnen an der Be« schivichtigung der Gemüther arbeiten. Glicht aus unserer Seite werden Sie auf irgend ein Hindernitz stoßen und ich biete Ihnen rurseren aufrichtige,r. ergebenen und unbedingten Beistand an. Der Generatgouverneur erwiderte darauf! Ich danke Ihnen jiu- Ihre Wünsche; toie appeUiren an mich hinsichtlich dcs Schutzes Ihrer Personen und Ihres Eigenthuins. Sie dürfen ans den Vertreter der Republik rechnen, denn unter dem Schatten der französischen Flagge darf eS keine Verfolgungen gebe». Ihre Glaubensgenossen dürfen aber nicht abseits bleiben; erinnern Sie dieselben an das Sprichwort: »Den geschorenen Schafen mißt Gott den Wind ab" und mahnen Lie sie auch an das „snmmum jus. summa injuria1; die Uebertrelbnng des Rechtes gleicht einer kluger, chtigleit. Verbreiten Sie Friedrnsgefnhle um sich und seien Sie versichert, daß seitens der Behörden Niemand abgeneigt ist, diese Gefühle wohlwollend aufzunehmen und cmzufenern. Wenn die Thaten diesen Worten entsprechen, können die algerischen Israeliten auf bessere Zeiten rechnen. Vorläufig ist aber davon noch wenig zu merken. Vor und während der Ankunft des neuen Generalgouverneurs ist es zu tumultuösen Szenen und Mißhandlungen von Israeliten gekommen. Einige Juden, die aus der Place du Gouvernent erschienen waren, um sich den Einzug des Generalgouverneurs mit anzusehen, wurden von einer antisemitischen Menge fortgejagt und geschlagen. Zwei Israeliten wurden hierbei schwer verwundet. In drei Läden wurden die Auslagefenster eingeschtagen und ein Re-