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Der Israelit · 1898-09-05 · Heft 70 (5.9.1898) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 70 (5.9.1898)
Date
1898-09-05
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1293 X. Breslau, l. Sept. (Jüdische Schüler in christlichen Volksschulen.) Ueber die Besreiung jüdischer Schüler, welche christliche Volksschulen besuchen, vom Schulbesuch an jüdischen Feiertagen, hat die Schuldeputation zu Breslau, im Einvcrständniß mit dem Vorstande der Synagogcngemcinde neue, zunl Theil erweiterte Bestimmungen getroffen: I. Eine Befreiung vom gesummten Schuluntericht ist jüdischen Kindern zu gewähren a) unbedingt und ohne besonderen Antrag: 1. an den beiden Tagen des jüdischen Neujahrsfestes. 2. Am Versöhnungsfeste. b) Nur auf Antrag der Eltern oder ihrer gesetzlichen Vertreter. 1. an den beiden ersten, dem 7. und 8. Tage des jüdischen Osterfestes, 2. an den beiden Tagen des jüdischen Pfingstfestes, 3. an den beiden ersten Tagen, dem 6. und 9. Tage des Laubhüttenfeftes, 4. für die noch an einzelnen anderen Festtagen mit dem Gottesdienste verbundenen Todtenfciern, soweit es sich um verwaiste Kinder reiferen Alters handelt. II. An den Samstagen sind die jüdischen Schulkinder wie seither vom Schreib-, Zeichen- und Handarbeitsunterrichts zu befreien und zwar ebenfalls nur auf Antrag der Eltern. Anträge, welche über Obiges hinausgehcn, sind der Schuldeputation zur Entscheidung einzureichen. Insterburg. Eine erhebende Feier war cs, die am Samstag, den 27. Aug., in unserem festlich geschmückten Gottcshause unsere Gemeinde und viele Gäste von Nah und Fern zu gemeinsamer Andacht vereinte. Es galt der Amtseinführung unseres theurcn hochverehrten Krcisrabbiners Dr. Max Be er mann. Nachdem der Gemeinde-Aeltcste, Herr Flößer, in herzlichen Worten Herrn Dr. B. begrüßt hatte, bestieg unser Rabbiner unter dem weihevollen Gesang des an -px, den unser verehrter Cantor Herr B. Pesseu vorzüglich intonirte, die Kanzel, um eine von ticfinnigster Begeisterung durchglühte Rede über das Programm seiner zukünftigen Amtsthätigkeit zu halten. Ein Priester der Friedensliebe, ein Priester der Menschenliebe, ein Priester der Gvttesliebe wolle er sein und den Schwerpunkt seiner Wirksamkeit in Schute und Haus, auf die religiöse Belehrung und Unterweisung der Jugend legen. Die nach Form und Inhalt gleich meisterhafte und vollendete Predigt wird noch lange in allen Herzen mächtig nachhallen und dazu beitragen helfen, daß die von unserem theuren geplante Neuorganisation der Neligionsschule, des Gottesdienstes und anderer Gemeinde-Institutionen zum Heile der Gemeinde wird durchgeführt werden, auf daß neues religiöses Leben in unserer Gemeinde emporkeime. O e st e r r.- U n g a r. Monarchie. Kronstadt (Ungarn), 29. Aug. Mit keiner frohen Botschaft komme ich den gesch. Lesern des „Israelit" jetzt entgegen. Mit zitternder Hand schreibe ich die tieftraurigen, erschütternden Worte nieder: K-nxu p"pi Ta« bvw' byz"t 'bz nx pnjtn pi«n nn ist nicht mehr! Vorige Woche hauchte er, umgeben von den Seinen, die auf Verlangen des mnn pnat ans Krankenlager herbeigerufen, seine reine Seele aus. Obwohl sein Tod nicht überraschend kam, da er schon seit Jahren mit einem tückischen Leiden behaftet war und man auf das Schlimmste gefaßt gewesen, wirkte doch tiefergreifend das Sinken dieses strahlenden Sternes. Seit vielen Jahrzehnten ausschließlich nur in der Tordaec orthodoxen Gemeinde als Rabbiner wirkend, lag ihm stets nur das Wohl und Wehe seiner Gemeinde am Herzen. Alles was seiner Gemeinde zum Wohl gereichte, war er immer entschloffen zu thun. Seine ehrwürdige Gestalt, seine durchgeistigten, edlen Züge, seine unbeschreibliche Bescheidenheit, der Seelenadel, welcher sein ganzes Wesen beherrschte, alles dies ließen in ihm den ächten 22N erkennen; seine reiche Wiffenschaft pvnns, seine n»T und m» stempelten ihn zum rechten bix. In Folge dieser von Gott begnadeten Eigenschaften, blieb auch niemals irgend ein Verlangen von ihm unerfüllt, sodaß seine Gemeinde heute in Bezug auf jüdische Institutionen in der schönsten Blüthe steht, proruw: ubi pxx-t bv ten. Ach, wie schmerzlich, daß uns ein solches Kleinod entrissen worden, iniw «m »p Joe« ^2-. Ueber solche Herrlichkeit, die uns ins Grab gesunken, haben wir alle Ursache Thräncn zu vergießen. Die Worte unserer Weisen xv ans bv hddx K*n X2N p n« haben sich bei der dieses bn: vollauf bewährt! Obwohl die Beerdigung bald nach den» Tode vor sich ging, strömten doch von Nah und Fern Freunde und Verehrer des Dahingeschiedenen herbei. Zunächst ergriff der älteste Sohn des Verblichenen, Sr. Ehrw. Herr Samuel Wezel, Rabbiner zu Deira, das Wort, wobei er in gewohnter, meisterhafter Rede unter Schluchzen und Weinen, tieferschüttert Abschied von seinem thcuren Vater nahm. Sodann begann mit thränenerstickter Stimme, schmerzerfüllter Brust unter Zugrundlegung trefflicher Midrasch-Stellen, die ich Raummangels halber hier nicht anführen kann, vom Herzen kommende, ins Herz eindringende, die unabsehbare Menge tief erschütternde Worte, der zweite Sohn des Verblichenen bynm me 7x1 spm Rabbiner der hiesigen (Kronstädter) orth. Gemeinde. Die Tordaer Gemeinde beabsichtigt, unseren allverehrten Rabbiner aus die Stelle seines sel. Vaters zu berufen. Wir hoffen, daß unser theurer Rabbiner uns nicht verlaßen wird, damit das von ihm hier Geschaffene erhalten bleiben möge. Wir köuncn uns heute mit einer jeden orth. Gemeinde Ungarns messen. Wir haben täglich zwei Mal pja,

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