Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 69 (1.9.1898)
- Date
- 1898-09-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2446951-2448857-2448922--46670-2497130- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Walten der Verwalterin dieses Hauses können wir uns deren Vater im Geiste vorstellen. Auch wurde ein geistreicher Toast mit entsprechenden nim '121 ausgebracht. Das Dienstpersonal sowie eine Gesellschaft von Damen und eine von Herren der Anstalt sandten Glückwunschtelegramme an die Familie Beith nach Altona ab. Während des ganzen Tages herrschte fröhliche Festesstimmung. Abends wurde y» mit Pianoforte-Begleitung vorgetragen. Frl. Beith drückte schließlich tief ergriffen ob der Theilnahme der Patienten, denselben ihren herzlichen Dank für erwiesene Aufmerksamkeit aus. Der Allgütige möge den hochbetagten Herrn Beith mit seiner werthen Gattin noch recht lange körperlich und geistig frisch erhallen, -nsx. Ahlem, bei Hannover-Linden, im August. Der Vorstand der Israel. Erziehungsanstalt versendet das folgende Circular: „Die Erziehungsanstalt zu Ahlem erbietet sich gegen eine Spende von 5 bezw. 10 M. zur Ablösung der Nosch-haschonoh-Gratulationen in folgender Weise, durch welche zugleich die Freunde des Spenders von der Ablösung in Kenntniß gesetzt werden. 1. Jeder Spender von mindestens 10 Mk. zu genanntem Zwecke giebt zugleich bis zu 50 Adreffen; bei einer Spende von 5 Mark 25 Adreffen (in Deutschland und Oesterreich-Ungarn) auf, an welche die Benachrichtigung der Ablösung ergehen soll. 2. Die Anstalt benachricht die aufgegebenen Adreffaten von der erfolgten Ablösung unb übersendet ihnen zugleich eine elegant ausgeführte Gratulationskarte portofrei. 3. Die Adreffen müffen bis zum 5. September d. I. im Besitze der Anstalt sein, damit die Zusendung der Gratulationskarten an die Adreffaten pünktlich zum Feste (17. September) erfolgen kann." Wir bitten alle Freunde unserer Anstalt — und zu diesen dürfen wir wohl Jeden zählen, der ein Herz für die Roth unserer ärmeren Glaubensgenossen und für die Erziehung elternloser Kinder hat — unsere Anstalt durch Zuweisung von Spenden zu genanntem Zwecke zu unterstützen. Jahresbericht und Statuten werden auf Wunsch gern übersandt. E. Schwerin i M., 29. August. Auch der Verbandstag der mecklenburgischen Thierschutz-Vereine, welcher in Malchin ftattfand, hat sich mit der Schächtfrage beschäftigt. Das Ergebniß war eine nachdrückliche Stellungnahme zu Gunsten unseres rituellen L>chlachtverfahrens. Nach einem eingehenden Referat des Delegirten des hiesigen Vereins wurde unter Hinweis auf die gutachtlichen Zeugniffe der maßgebendsten Autoritäten der Physiologie und Veterinärurkunde in Uebereinstimmung mit dem Seitens des Verbandstages in Güstrow im I. 1894 gefaßten Beschlüsse eine Resolution des Inhalts angenommen, daß „in dem nach jüdischem Ritus ausgeführten Schlachtakte eine Thierquälerei nicht zu erblicken" und deßhalb für ein Verbot oder auch nur eine Einschränkung desselben keine Veranlassung sei. Dieses erfreuliche Resultat ist in erster Reihe den Bemühungen unseres verehrten Herrn Landrabbiners Dr. Feilchenfeld zu danken, welcher dem Verbandstage die „Gutachten- Versammlung" und das in Ihrem Blatte mitgetheilte Protestschreiben des Kattowitzer Thierschutz-Verein» gegen den Beschluß des Hamburger VerbandStageS, sowie anderes informirendes Material zugehen ließ. NebrigenS ist dem Herrn Landrabbiner Seitens unseres Ministeriums die Zusicherung ertheilt worden, daß unser Schtachtverfahren in Mecklenburg gegen jegliche Beeinträchtigung geschützt bleiben werde. Anfangs dieser Woche hat eine Deputation der städtischen Behörde im Schlachthofe dem Schächten beigewohnt und sich übereinstimmend sehr günstig ausgesprochen. Worms. Am vergangenen Sonntag, waren es 25 Jahre, daß Joseph Gernsheim, Hauptmann der Landwehr a. D. seines Amtes als Präsident des Kriegervereins dahier ununterbrochen waltet. Aus diesem Anlässe wurde ihm am Vorabende ein großartiger Fackelzug gebracht. Beim Kommerse, dem auch die andern hiesigen Militärvereine anwohnten, sowie die Spitzen der Staats- und Stadtbehörde, ebenso das Offiziercorps, wurde dem Jubilare eine Adresse überreicht, während von Ersterem eine dem Vereine gestiftete Fahne übergeben wurde. Von auswärts waren viele Schreiben und Telegramme eingelaufen, so von den Herren: Ministerialpräsident Küchler—Darmstadt, Ministerialrath Dr. Breidert— Darmstadt, Major v. Hehl—Darmstadt und Provinzialdirektor v. Gagern—Mainz. V. Hannover. Eine etwas seltsame Geschichte weiß das „Jsr. Familienblatt" zu erzählen. Unlängst verstarb hier eine fromme und gottesfürchtige Frau, die Wittwe Fiebermann, bei deren Lebzeiten bereits bekannt geworden war, daß sie ihr ganzes Vermögen wohlthätigen Stiftungen hinterlaffen wolle. Unter den bedachten Vereinen befand sich auch die sogenannte „Jungen Chewra" mit einem Legate von 6000 Mark. In diesem Verein mußte nun jüngst der Vorsitzende sein Amt niederlegen, weil seine Amtsführung nicht im Einklang stand mit den Wünschen und Ansichten der Majorität dieses Vereins. Besagter Herr ist der Vertraute und Berather der weil. Frau Fiebermann gewesen und von ihr zum Testamentsvollstrecker ernannt. Bei Eröffnung des Testaments stellte sich nun zur Ueberraschung aller Betheiligten heraus, daß etwa 14 Tage vor dem Ableben der Frau Fiebermann ein neues Testament errichtet worden, in welchem das für den gedachten Verein in bestimmte Aussicht gestellte Legat von 6000 Mark gestrichen ist. Begreiflicherweise hat man nur Vermuthungen, weßhalb gerade dies Legat gestrichen ist, die allgemeine An-