Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 69 (1.9.1898)
- Date
- 1898-09-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
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1292 und resultirt, der Geist der Gottesfurcht und der Menschenliebe, der Geist der Thorakenntniß und ihre Bethätigung für alle Zeiten ihren nachhaltigen Einfluß ausüben. — Es dürste die geehrten Leser des „Israelit" interesfiren zu erfahren, daß die hiesige israelitische Gemeinde zu den älteren Gemeinden im deutschen Reiche zählt. Daü alte Mtmorbuch, das bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts zurückreicht, erwähnt an der Spitze unter andern einen bni mci nute n |*;y:on imapn no uptr nsy; einen um prap ’i py^pa eso my nb'2 mo einen p txc nrna atm tynp bv ’tyc: ibck* -p-o "i narrt. Bei der Vertreibung der Juden aus Fulda werden mehrere große Rabbiner und Gemeindevorsteher aufgezählt, welche sich nach Schlüchtern flüchteten und hier auf dem jüdischen Friedhofe ihre Ruhestätte gefunden haben. I. K. Limburg, 29. August. (V e r e i n d er i s r a e l. LehrerNasfau 's.) Die diesjähr. Generalversammlung des Vereins „Jsr. Lehrer Nassau's" tagte am 17. Juli in Limburg. Um l<>‘/2 Uhr eröffnete der Einberufer, Koll. A l t—Diez, durch Begrüßung der Erschienen, unter welchen die Herren Vezirksrabbiner Dr. Silber st ein—Wiesbaden, Dr. Weingarten—Ems und Dr. Landau—Weilbnrg als Gäste anwesend waren, die Versammlung. Nachdem Koll. Lehmann—Weilbnrg eine Berichtigung in Sachen Frank, früher in Westerburg, der Versammlung kund gegeben hatte, sprach M e per— Wallau über: „Zweck des Verein". In den Vorstand wurden, nachdem L o m n i tz— Limburg demissionirte, Koll. Alt—Dietz als Vorsitzender, Koll. Greif—Bad-Schwalbach als stellvertretender Vorsitzender, Koll. Blumenthal— Limburg als Kassierer und Koll. Lehmann— Weilbnrg als Schriftführer gewählt. Zum Delegirten für den deutschen Lehrerverband wurde unser Vorsitzender Koll. Alt—Diez bestimmt. Nun referirte Koll. Lehmann—Weilburg über das Thema.- „Die Hebung der materiellen Lage des jüdischen Lehrerstandes." Der sorgfältig ausgearbeitete Vortrag schilderte getreu die Nothlage unseres Standes, zeigte uns an der Hand vieler Beispiele, daß den Lehrern nur von staatlicher Seite geholfen werden könne und endigte mit folgenden Thesen: 1. Die definitive Anstellung der Lehrer, wo solche noch nicht ist, sei anzustreben. 2. Die Aufsichtsbehörden mögen nur solche Lehrer anstellen, die den Nachweis über pädagogische und methodische Bildung und Ausbildung Nachweisen können. 3. Eine Gehaltsscala nach dem Dienstalter sei anzustreben. 4. Um den Lehrern der kleineren, leistungsfähigen Gemeinden das gesetzlich bestimmte Gehalt gewähren zu können, sei die Erhebung einer allgem. jüdischen Kirchensteuer anzustreben, um damit a) den Lehrer zu besolden, resp. dem Lehrer eine Zulage zu geben, b) daraus die nach Dienstjahreu zu bemessende und bestimmende Pension zu gewähren und e) für die Hinterbliebenen zu sorgen. Allgemeiner Beifall lohnte den Referenten für seinen vortrefflichen Vortrag. An der sich anschließenden, lebhaften Diskussion betheiligten sich die Herren Rabbiner Dr. Silberstein—Wiesbaden, Dr. Weingarten - Ems, Dr. Landau—Weilburg, Koll. Oppenheimer—Hadamar, Koll. Katzenstein—Schierstein, Koll. Wag schal—Montabaur, Koll. Thalheimer— Hachenburg und Meyer—Wallau. Die Gründung einer Unterstützungskasse wurde allgemein beschloffen. Eine Kommission, welcher Koll. Oppenheimer-Hadamar, Koll. Katzenstein - Schierstem, Meyer—Wallau, Koll. Sulzbacher—Biebrich und Koll. Thalheimer—Hachenburg angehören, sollen in dieser Beziehung weitere Schritte veranlassen. Als Ort der nächstjährigen Generalversammlung wurde Wiesbaden bestimmt, während die Bestimmung des Ortes zu der am 15. November stattfindenden Zusammenkunft dem Vorstande überlassen bleibt. Nachdem Koll. Katzenstein unter dem Beifall aller Mitglieder dem Vorsitzenden für die umsichtige Leitung dankte, schloß der Vorsitzende die Versammlung mit dem innigen Wunsche: „Auf frohes Wiedersehen!" Der Schriftführer: S. Meyer—Wallau. Soden i. Taunus, 2. August.*) Von einerseltenen Feier will ich die Freunde Ihrer gesch. Zeitung benachrichtigen. Als am verflossenen Sonntag Morgen beim gemeinschaftlichen Einnehmen des Kaffees die frohe Kunde den Speisesaal der israel. Kuranstalt dahier durchlief, der Vater des allverehrten und hochgeschätzten Frl. Beith, Verwalterin obiger Anstalt, begehe heute seinen achtzigsten Geburtstag, da mußte es jeden Augenzeuge wirklich rühren, wie die Patienten der Anstalt wetteiferten ihre warme und innige Theilnahme bezeugen zu können. Frl. Beith war sichtlich überrascht, als man ihr beim Eintritt in den Saat allerseits die herzlichsten Glückwünsche darbrachte, indem dieselbe von einer öffentlichen Kundgebung aus Bescheidenheit absehen wollte. Wer wäre in der Lage all die guten Wünsche die da ausgesprochen wurden, anzuführen. Beim Mittagsnnb Abendmahl wurden seitens einiger Kurgäste auf das greise Geburtstagskind und dessen Familie in sinnreicher Weise toastiert. Ebenso gedachte ein Patient rühmen in seinem Trinkspruche der vielen Verdienste, die sich die geehrte Verwalterin durch ihr unermüdliches Ausüben in DHan erwirbt und betonte u. A. daß es uns zwar nicht vergönnt ist, Herrn Beith persönlich zu kennen, allein durch das edle und gerechte Schallen und ') Wegen Raummangel verspätet. Red.