Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 68 (29.8.1898)
- Date
- 1898-08-29
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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1256 So möge das Institut denn bald erstehen, als ein Denkmal zum Segen der Menschheit und dem Judenthum zur Ehre! Burgpreppach, 3<>. Ab. Vor Jahresfrist wurde seitens des allerhöchsten bayrischen Kultusministerums sür die Zöglinge des 3. Kurses aller bayr. Präparandenschuten eine Schlußprüfung angeordnet. Das Bestehen derselben sollte dann zum Eintritt in die Lehrerseminare berechtigen. Nach persönlicher Vorstellung bei Sr. Excellenz dein Herrn Kultusminister v. Landmann dehnte derselbe in huldvollster Weise diese Bestimmung auch aus die beiden isr. Präparandenschuten Burgpreppach und Höchberg aus. Damit sind diese beiden Anstalten, wie schon zu wiederholten Malen, den kgl. Präparandcnschulcn seitens allerhöchster Stelle völlig gleichgestellt. Es soll nicht versäumt werden, auch an dieser Stelle den allerhöchsten Behörden ergebenste'.! Dank zu sagen sür diese huldvolle Anerkennung. Sie ist ein neuer Beweis dafür, daß unsere bayr. Regierung allezeit bestrebt ist, allen ihren Bürgern gleiches Recht zu gewähren. Am 1. August er. ist nun zum erstcnmate diese Prüfung an den beiden genannten Anstalten begonnen worden und zwar mit dem schriftlichen Theile, der zwei Tage umfaßte. Das Aufsatzthema lautete: „Das Lebensalter unter dem Bilde der Jahreszeiten." Der vorschriftsmäßige mündliche Dheil fand an der Höchberger Anstalt am 16. ers., an der hiesigen Anstalt am 18. ers. statt. Als Prüsnngskommissäre waren erschienen: Herr Kgl. Kreisschulinspektor Dr. Weber von Würzburg und Herr Distrikts-Rabbiner N. Bamberger, Vorstand der isr. Lehrerbildungsanstalt zu Würzburg, ersterer Herr als Vorsitzender der Prüfungskommission. Zu dieser gehörten auch die Anstaltsleiter und deren Lehrerkollegium. An beiden Anstalten haben sämmt liche Prüflinge die Prüfung bestanden. Möge dieser gewiß hocherfreuliche Erfolg den beiden Präparandenschulen auch weiterhin stets zutheil werden. .'2: rsx in bv m Es sei auch an dieser Stelle gestattet, ans einen Jrrthum hinzuweisen, der s. Zt. in der Versammlung des „Unabhängigen Lehrervereins Hessens" ausge sprachen worden ist und auch durch diese gesch. Bl. Verbreitung gesunden hat. Seitens eines Referenten wurden nämlich die „Biblischen Geschichten" von M. Plaut b1: als Fragment bezeichnet. Das stimmt nicht. Diese Geschichten bilden ein vollständiges Ganzes sür sich und sollen in der llnterklasse benutzt werden. Außerdem liegt der sür die Oberklassen bestimmte zweite Theil, von der Hand des leider so früh dahingegangenen Verfassers m* vollständig im Manuskripte vor. Das bayr. Kultusministerium hat nach Einsichtnahme des ersten Theiles bereits in Aussicht gestellt, bezw. Werkchen nach seiner völligen Drucklegung in das Verzeichniß der genehmigten Lehrmittel ausnehmen zu wollen. O e st e r r. - U n g a r. M o n a r ch i e. R. Wien, 26. August. Aus Galizien wird berichtet: Der wohlhabende Ort Baranom ist größtentheils abgebrannt. Das Feuer brach bei einem jüdischen Lotteriekollekteur aus. In kürzester Zeit brannten alle Häuser am Markt. Die Bauern schaarten sich um die Kirche, wo ein Missionar predigte, und erklärten, die Juden sollten mit ihrem Feuer selbst fertig werden. Nach dreistündiger Weigerung, zu helfen, zwang die Gendarmerie die Bauern, beim Eindämmen des Brandes behilstich zu sein. Sie ließen nun keinen Juden durch, der Kinder oder Eigenthum in Sicherheit bringen wollte. Auf den rauchenden Trümmern mußten 2000 Personen ausharren. Schweiz. Basel, 24. August. Hier wimmelt es bereits von Zionisten. Wer zählt die Männer, nennt die Namen! Es scheint, daß der 2. Congreß doppelt so zahlreich besucht sein wird, als der erste. 500 Gäste sind tm jüdischen Restaurant zum Esten angemeldet. Soeben trifft Reb Abbe Werner, Rabbiner der Orthodoxen Machsike hadaß in London ein und nimmt Wohnung bei unserem Rabbiner! Reb Abbe, bekanntlich ein ‘rn;, der seit 30 Jahren bereits Zionist ist, also nicht erst der Herzl'schen Periode, hat trotz seines hohen Alters die weite Reise nicht gescheut, um feine Liebe für Zion zu bekunden. > Vermischtem Petersburg. Der berüchtigte einstige Ober-Polizeimeister (Treffer, von hier, ist gestorben. Mit ihm verschwindet einer der rücksichtslosesten Beamten der Rcgierungszcit Alcranders III. Bei den Iudenaudweisnngen spielte Gresser enic uiilicilvolle Rolle. Feuilleton. —G Verkauft. M Eine E r z ä h l u n g aus Ungarn. 1) Bon Samuel B. Rosuer. Der Herbst, der düstere sturnireiche Vorbote des Winters, brauste in's Land und entblätterte vollends die Herrlichkeit des Sommers. Das liebliche, tannenduslige Laubhüttenfest bildete die sichtbare Grenzscheide zwischen Sommer uub Winter. Diesseits lachendes, warmes Sonnenlicht, jenseits kaltes, trübes Wolkendunkel. Wie ein müder Sommervogel läßt sich der spielende Sonnenschein noch einmal auf das Tannenreisig der Laubhütten nieder, um auf denselben ein