Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 67 (25.8.1898)
- Date
- 1898-08-25
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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Menschen oft wunderbar, wir brauchen nicht vorzugreifen und sollen abwarten. Macht sich ja in ganz Deutschland im Judenthum in den letzten Jahren ein Zug nach rechts deutlich bemerkbar, und mag man immerhin „national" jüdisch denken, eine jüdisch nationale Idee, mit Hintansetzung der Religion, ist für die Dauer unhaltbar, denn das Judenthum ist durch das Band seiner Religion zusammengekettet, dieses Band, in Blut getränkt, kann nie gelöst werden, mögen die Fäden des Zionismus national sich nennen, das eine Band der religiösen Idee wird ste schließlich doch allein Zusammenhalten. Wenn schon die jüdischen Zeitungen anderer Richtungen eingestehen müssen: „Die Orthodoxie hat einen Sieg auf der ganzen Linie errungen", so können wir mit diesem Zeugnisse ganz zufrieden sein. Ich schreibe diese Zeilen auf dem Gipfel der Roßtrappe, hoffentlich wird Niemand sagen, der Brief sei zu „hoch" geschrieben, aber cs ist immer gut, wenn man selbst auf dem Gipfel der Freiheit seinen Berits als Mensch und Jude nicht vergißt und angesicht der überwältigenden Natur seiner eigenen menschlichen Ohnmacht gedenkt und sich, selbst auf der Wanderung das Leben zu genießen, als Diener Gottes betrachtet. Was ist's denn, das den Menschen hinaustreibt in's Freie, tvas veranlaßt ihn seine schönen Räume aufzugeben und im Luftkurort \ sich in niedrige Zimmer einzusperren, was veranlaßt ihn seine schönen täglicheil regelmäßigen Speisen zu opfern und tagelang mit „Mäßigem" sich zu begnügen? Nichts anderes als die Lust, seine Gedanken frei und allein zu entfalten, überall und besonders in der Natur auf anderem Wege als sonst seine Ausgabe zu erfüllen, in den schönen kampflosen Tagen der Freiheit ohne Verbitterung seine Feder zu führen, das ist der Genuß, den ein Rabbiner von seiner Cur hat. Uebcr religiöse Fragen mich herumzustreiten, mir die Stimme heißer 511 reden, dazu habe ich im ganzen Jahre Gelegenheit, dazu brauche ich nicht ins Bad zu gehen, und darum ist mir der Harz ein lieber Tummelplatz geworden, wo kein Streit entsteht, ob dies oder jenes Hotel das einzig rituelle am Platze ist, denn cs giebt überhaupt fast keine solche am Platze. Leider ist diese schöne Zeit bald vorüber und zu Hause harretl meiner die Gladiatoren, indes; will ich Jhnett nächstens meinen Abschiedsbries senden. Damit Sie, geehrter Herr Redakteur, mir nicht wieder streichen, will ich die Verantwortung für meine Briefe auf Ihren Wunsch gerne übernehmen und Sie heute mit meinem Namen grüßen Noßtrappe, 24. Juli Ihr Dr. M a n n t; c i in e r Oldenburg. ir Anzeigen. Für dcn folgende» Theil ist die Redaktion nicht verantwortlich. fEtit besseres Fräulein (ob. Lehrerin), w die körperliche sowie geistige Pflege mehrerer Kinder übernimint, die Schulaufgaben überwacht, und musikalisch ist, gesucht- Zeugnisse, Photographie und Referenz erbeten u W. 2oo an 81. I. Hofmauu, Buch Handlung, Frankfurt a M- (59e j fluche für m- Tochter, 17 I., zur Erlernung des Haushalts Stellung bei kinderlosen, besseren Leuten. Offerten unter Nr. 5028 an die Geschäfsstelle d. Bl. k^ür eine Papiergroh 0 Handlung m. Buchdruckerei (in Bayern) wird ein junger Mann für die Reise gesucht. Lv'n rat? geschlossen. Offerten mit Zeugn. u. II. 5007 an die Ge schästsstelle dss. Bl. Alle Sorten;; BWin« Mia sowie D1D“inr von 50 bis 100 ctm. Länge, empfehle iu nur prima Maare zu den andersten Pr.isen A. I. Kosmann, hebr. Bnchhandlg-, Frankfirrt am Main. 021c Israelitisches Wädmen-Mnstonar von Begine Weil, I^andaa—Klieinpfalz. Gelcgenh. z. gründl., wiffenfchaftl. u. gcsellschaftl Ausbildung- Gute Pflege, grosse, gesunde .Näuine. Prima Refer im Jn- _i!nd Auslände._1142b Frfcdrichstr. >7^» 1» Fr I <«> rlch«tr, -2ß- Mo Hllll -2<;- bei IVfirnberg, (4452 Fauiilienpensionat von Frau BoTaUt 1t e M u r ö c t* Junge Mädchen erhalten zum Zwecke ihrer gesellschaftlichen, wissenschaftlichen und hanswirthschaftlichen Ausbildung liebevolle Aufnahme in meinem Hause. Gelegenheit zur Erlernung fremder Sprach-, aller weiblichen Handarbeiten und des Haushaltes. Strengreligiöse Erziehung. Beste Referenzen. Ncu-Atlfnahme am 10. September dieses Jahres- Klllhhaltrl-Grsiilh. Ein rottf geschlossenes Eirgros-Geschäft sucht zum Eintritt per I. Oktober einen durchaus pcrfertcn Buchhalter u. Correfpondent, der selbstständig arbeiten kann. Offerten unter Beifügung von 4engn.-Abschriften unter E. 8. 4!>'.»i an die (Geschäftsstelle dss. Blattes erbeten. Lmabeu, tvelche höh. Lehr anstalten, Progum nasinm oder Realschule mit Einjährigcn-Berechtiguikg zu Pik' uiasens besuchen wollen, sin' den liebevolle Verpflegung, Beaufsichtigung n Nach Hilfe bei 15031 Äl Michel. Lebrer n.I.Cantor, P i r m a s e n s (Pfalz!. fluche per sofort einen tüchtigen Metzgervurscheu bei hohem Gehalt. (5047 Emil Rothschild, Zürich, Horncrgasse 7. Ur. 67, S. 1245/1246 folgt erst hinter S. 1250.