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Der Israelit · 1898-08-25 · Heft 67 (25.8.1898) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 67 (25.8.1898)
Date
1898-08-25
Page
– (sequence 10)
Language
German
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1236 des Zionismus gäbe, die sich in Basel gegenseitig bekämpfen würden. Zunächst die Nordauische, des rein politischen Zionismus, der für die politische Regeneration des Judenthums eintritt, gerade so wie Macaulay für die Emancipation der Juden eingetreten ist, ohne ihre confessionellen Verhältnisse zu streifen. Eine zweite Nuance bilde der anticonfessionelle Zionismus, den Dr. Birnbaum vertritt, und der in die Sphären der etwas bakuninisch angehauchten Züricher Studenten hinabreicht, die bekanntlich den Monotheismus der jüdischen Religion als sich überlebt bezeichnet haben. Eine dritte Nuance ist der eigentliche Herzl'sche Zionismus, mit dem Programme der Rückkehr zum Judenthum. Die Rückkehr sei sehr einfach, me r,s ro rrtrjrj Zuerst alles Verbotene unterlassen, und dann erst sich dem Thun des Gebotenen widmen. Aber in der Praxis gehe es damit, wie bei den Wanderungen in Spanien. Der Wanderer, der am Morgen sein Reiseziel in weiter Ferne schon winken sieht, findet sich vermöge eigenthümlicher topographischer und athmosphärischer Verhältnisse am Abende des ersten und auch noch des zweiten Wandertages gerade soweit davon, wie beim Beginne des Marsches. Unter der vierten Nuance, über die sich Herr Markus nicht klar ausdrückt, scheint er seinen eigenen Standpunkt, in welchem er sich Zionismus und Orthodoxie vereinigt denkt, zu verstehen. Wie uns noch von privater Seite mitgetheilt wird, sollen in den jüngsten Tagen in verschiedenen rheinischen Badeorten Konferenzen und Besprechungen von verschiedenen Besuchern des Kongresses stattgefunden haben. Dieselben sollen alle das eine Ziel haben, unter allen Umständen eine Einigung unter den verschiedenen Richtungen herbeizuführen. Nöthigenfalls will man alle anderen Punkte fallen lassen und sich nur auf die Colonisation Palästina's beschränken, damit die Feinde des Zionismus, die aus all diesen Streitereien nur Vortheil ziehen, sich nicht länger in's Fäustchen lachen. Zettitngsnachrrcht-n und Correfporr-enren Deutschland. h. Berlin, 22. August. Unter zahlreicher Betheiligung des Vereins der Berliner Armenärzte, des Krankenunterstützungsvereins des Köpniker Stadtviertels und vieler persönlicher Freunde erfolgte gestern Mittag auf dem jüdischen Friedhof in Weißensee die Beisetzung des Sanitätsrath Dr. S. Oppenheim. Der Verein Berliner Armenärzte hatte seinem langjährigen Mitglieds durch eine Deputation einen pracht- | vollen Riesenkcanz aus den Sarg niederlegen lassen, einen gleichfalls prächtigen Kranz widmete der Krankenunterstützungsverein dem Verstorbenen durch eine Abordnung. B. Stettin, 22. August. Aus sanitären Gründen besteht hier seit längerer Zeit das Verbot der Einführung russischer Juden aus dem Seewege. Die Polizei hatte schon lange den hiesigen Dampfer „Libau Packet" im Verdacht, daß er russische Juden einschmuggele. Als gestern Abend der Dampfer aus Memel hier eintraf, ging sofort ein Schutzmann, wie die „Ostsee-Ztg." berichtet, an Bord, um die etwaigen Passagiere auf ihre Herkunft und Nationalität zu kontroliren. Obgleich er verschiedenes Gepäck, Betten zc. gewahrte, wurde ihm gemeldet, daß nur eine Dame aus Memel sich als Passagier an Bord befinde. Der Beamte erklärte sich zwar befriedigt, begab sich aber doch nach dem Personenbahnhof, um festzustellen, ob russische Juden angekommen seien. Er hatte auch nicht lange zu warten, als eine aus 21. Personen bestehende Gesellschaft, Männer, Frauen und Kinder, eintraf. Der Veainte stellte fest, daß die Leute mit dem „Libau-Packet" angekommen waren, und die Weiterreise mit der Bahn nach Bremen anzutreten gedachten. Die ganze Gesellschaft wurde nach dem Dampfer zurückbesördert, wo sie auf Anordnung der Polizei wieder mit demselben Dampfer die Rückfahrt nach Memel antreten mußten. Während des hiesigen Aufenthaltes durften die Juden das Schiff, welches von Schutzleuten bewacht wurde, nicht verlassen. Um eine abermalige Einschmuggelung zu verhindern, ist ein Kriminalschutzmann von hier bis Swiuemünde zur Ueberwachung mitgefahren. Magdeburg, 18. August. Vom Vorstand des „Vereins israel. Lehrer Mitteldeutschlands" erhallen wir folgende Zuschrift: Dem auf der diesjährigen Konferenz zu Eisenach gefaßten Beschlüsse entsprechend, ist der Vorlrag des Herrn Dr. Spanier —Magdeburg dem Druck übergebe« und wird demnächst den Vereinsmitgliedern und sonstigen Freunden des jüd. Schulwesens gratis zugesteUt werden. Inzwischen ist in Nr. 32 der Allgem. Zeit. d. Iudenth. solgendes Inserat erschienen „zu kaufen gesucht: Rahiners Isr Wochenschrift 1879, Nr. 46 (.Mendelssohn als Pädagoge") und Jüd. Ltrtrbl., 1686, 3-5 („Mendelssohn als Sokratiler"). Off. Berlin, post» lagernd 8 65. Da es den Anschein erweckt, als ob diesem anonymen Inserat eine bestimmte Tendenz, die kaum näher gekennzeich^ net zu werden braucht, zu Grunde liegt, so sehen wir uns zu folgender Richtigstellung veranlaßt: Nr. 36, Jahrgang 1879 von Nahmers Israel. Wochenschrift enthält einen kurzen Leitartikel von 72 Zeilen, der aber nicht „Mendelssohn als Pädagoge", sondern „Mendelssohns Einfluß auf die Pädagogik" betitelt ist; desgl. befindet sich in Rahmcr's Literaturbl., Iahrg. 1886, Nr. 3-5, eine Artikelserie, deren Aufschrift nicht „Mendelssohn als Sokratiker", sondern „Warum man Mendelssohn den deutschen Sokrates nannte" lautet. Die betreffenden 'Nummern befinden sich in Besitz des Vorstandes; wir stellen dieselben gern jedem zur Einsichtnahme zur Verfügung und überlassen es den gesch. Lesern,

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