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Der Israelit · 1898-08-25 · Heft 67 (25.8.1898) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 67 (25.8.1898)
Date
1898-08-25
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Obwohl in den Schulen für körperliche Entwickelung nur wenige jüdische Schüler sind, so sind doch ihre Leistungen vorzüglich. Gerade die Juden brauchen aber diese Pflege des Körpers und sollten ihr mehr Aufmerksamkeit widmen. Türkei. § Konstantinopel, 10. August. Wie aus Salonichi hierher berichtet wird, ist die dortige große Synagoge, die von den tcd ntrrao einige Jahre nach ihrer Einwanderung in das türkische Reich erbaut wurde und die abgesehen von ihren kostbaren noch aus Spanien mitgebrachten Thorarollen noch andere Schätze jüdischen Wissens besaß, ein Raub der Flammen geworden, und ist dieses Unglücks jetzt um so härter, als man knapp vor den hohen Feiertagen steht, wo die Gotteshäuser, besonders im Oriente, vollgepfropft zu sein pflegen. Wohl besitzt die Gemeinde von Salonichi noch viele andere Gotteshäuser und Bothe-Midraschim, in denen gleichfalls an den hohen Feiertagen gebetet wird, aber immerhin ist die Zerstörung dieses herrlichen Gotteshauses, das einige tausend Andächtige fassen konnte, ein schwerer Verlust für eine Gemeinde, die über 7000 Seelen zählt. Vor zwei Jahren ist bekanntlich gleichfalls vor den jüdischen Feiertagen das Judenviertel in Monaftir (Macedonien) ein Raub der Flammen geworden, und jetzt hat das Feuer wieder die schönste und größte Synagoge Salonichie zerstört. Vereine und Stiftungen. Birsteirr. 7. Aug. Ein herrliches Fest, das sich zu eine,,, wahrhaften Kidusch Haschem gestaltete, vereinigte heute unsere Gemeindemitgliedcr Galt cs doch, die neue Sesec Thora, welche die hiesige Ehewra der Gemeinde zum Geschenk gemacht hatte, einzuweihen. Um ' '93 Uhr wurde die Feier in drr Synagoge mit dem Minchagebet cingelcitct, nachdem vorher Ma tauvu von unseren! zwar kleinen, aber von Herrn Lehrer Schusllr ut mustergiltig^r Weise ausgebildeten Chore gesungen worden war. Hierauf wurden einige Psalmen ge prochcn und d um sämmtliclie Ssorim ausgehoben. Nun hotten die Chewramitglieder das neue Sefer, welches bis dahin tni Hause des Herrn I. Hetz gestanden. in feierlichem Zuge ab. Beim Eintreffen derselben sang der Chor Boruch habo, und nun ergriff Herr Nabb. Dr. Koref aus Hanau das Wort zu einer einsti'indigen Rede, in welcher er in lichtvoller Weise ausführte, welche Bedeutung die Thora für die verschiedenen Lebensstufen des Menschen hat. Nach Beendigung des Gottesdienstes hielt die Ehewra ihre „Festsude^. an welcher auch Herr Rabbiner Kares, sowie mehrere auswärtige Gäste theilnahmen. Möge diese Feier einen bleibenden Eindruck auf die Herzen unserer Gemeinde gemacht haben, damit sie immer mehr dazu angeeifert werben, ben Lehren und Ermahnungen unserer heiligen Schrift zu folgen. Amen! L— scIj. Aersonatieri. Bleschen im Aug. (Verspätet). Am 19. Aw, in der Nacht von mtP aus Sonntag verstarb hier einer der besten und geachtetsten Männer der jüdischen Gemeinde, Rabbi Mosche Gelleit, im ehrenvollen Alter von S<> Jahren. Sein ganzes Dasein war dem Dienste des Ewigen und seiner heiligen Thora gewidmet, und i§ hat ihm hierfür selbst damals als er vom Geschäfte sich noch nicht zurückgezogen hatte, niemals in seinem Leben an Zeit gefehlt; und nicht blos „gelernt" hat der nunmehr Verblichene, sondern auch gelehrt, freudig und gern, uneigennützig und mit gutem Erfolg, denn zu seinen Schülern gehören n A. auch die Herrn Rabbiner Dr. Kotkek —Homburg v. d. H. und Rabbiner Dr. Heppner—Kaschmir', doch nicht blos 11277) "HOP, sondern auch nwp7i “HDlP bildete stets seine Devise, und so war er überall dabei, wo es galt Gute« zu thun und np“iy zu üben. Nach dem Tode des Rabbiner Dr. Silberberg 7"Ll verwaltete Rabbi Mosche Gellert zwei Jahre lang das Pieschen r Rabbinat in der uneigennützigsten Weise die> >2j7> DJD 7p tt7rL7 lieber fünfzig Jahre war er als iniQ thälig, Jahrzehnte hindurch als n7Dn 7yD und noch bis kurz vor seinem Tode hat er im ttfTlDn n’3 allabendlich amuN vorgetragen Heute fand unter großer Betheiligung und genau nach der letztwilligen Bestimmung des Verblichenen die Beerdigung statt, bei ivel cher Gelegenheit außer dem Sohne des Verblichenen, Herrn Kaufmann Salo Gellert und dem Herrn Orisrabbiner Dr. Königsberger auch Herr Rabbiner Dr. Heppner— Koschmin (ein Verwandter des Verblichenen) ergreifende Nachrufe hielten, in denen sie dessen segensreiches Wirken treffend schilderten. lY'Zlüin. Sprechsaal. (Hür biefrit Thril übernimmt die Redaktion dem Leserkreis gegenüber nur die preßgeseyliche Berantwortung.) Im Sprechsaal der Dorpelnummer 64 u. 6.7 des „Jsr." lese ich soeben eine Bemerkung des Herrn Rabbiner A. H. Klein folgenden Inhalts: „von den größten rabbinischen Capacitäten wird das Rebhuhn zum Genüsse verboten. Siche y"i "d o"im y"nN pn n?jr nun» rcwn welcher sich auf nanWD nawn beruft. Demnach mutz das Rebhuhn voll der jüd Tafel ferngehalten werden." Es will mir jedoch scheinen, daß dem geehrten Herrn Einsender eine Verwechslung unterlaufen sei. In der zitirten nuityn wird das Rebhuhn gar nicht erwähnt; dort ist vom Perlhuhn die Rede. Rebhühner werden in der That an vielen Orten nUDD ’"CJ/ gegessen. Vgl. Ehulin C48l, »"an toip n"n wo «Ott ein Druckfehler für unv ist: vgl. O"1.-12 und v"'' 'Din zur Stelle, ferner Rosch; I Samuel 46, 40. M ü nchen , 4 Ellul 767tZ. D r. H. Ehre «treu. Mit Bezugnahnre auf die im Sprechsaal von Nr. 64 u. 6.0 deS ..Israelit" ausgestellte Behauptung Sr. Ehrwürden des Herrn Rabbiners A H. Klein in Szilas Balhäs, daß ..das Rebhuhn von der jüdischen Tafel fern gehalten rvcrdcn rnuß", erlaube ich mir die Bemerkung, daß in p"1 '’D v"n« nty* NTV Ivn, worauf sich der sehr geehrte Einsender beruft, vom Perlhuhn die Rede ist, nicht aber vom Rebhuhn, das selbst auf den Tisch meines Paters 7' piyi gekommen ist Dr. Raphael Gugenheimer, Rabbiner der isr. Kulkusgemeinde in Kolin.

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