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Der Israelit · 1898-08-25 · Heft 67 (25.8.1898) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 67 (25.8.1898)
Date
1898-08-25
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1231 in Jerusalem lat der Verstorbene 1000 Mark bestimmt. O e st e r r.- U n g a r. Monarchie. Budapest, im Aug. Der kött. ung. Minister des Innern hat telegraphisch aufgefordert, den Obergelpan des Szatmürer und Bereger Comitates die strengsten Maßregeln ergreifen uub sofort Bericht zu erstatten über die Masseneinwanderung der galizischen Juden. Wie verlautet werden die total Mittellosen mittelst Gendarmerie an die Grenze zurückbefördert. Im Mürmaroser und Zempliner Comitat hat die Einwanderung in der ersten Hälfte des Monats August etwas abgenommen. — Moritz Montag, Budapester Großgrundbesitzer, Ehrenmitglied des hiesigen Talmud-Thora-Vereins, ist am 1. August l. I. im Alter von 7ft Jahren gestorben. Der Verblichene war ein tadelloser Charakter, großer Wohlthäter und bei Juden und Christen sehr geachtet. — Dr. Joseph Klein, ehemaliger Rabbiner von Szabadka wurde zum Rabbiner von Kaschan gewählt. — Am 1. September l. I. findet in Raab eine neue Rabbinerwahl statt. Candidirt sind: Dr. Singer, Oberrabbiner von Tapoteza und Dr. Schwarz, Oberrabbiner von Turocz Szent Mürton. — Ludwig Palügyi, berühmter jüdischer Dichter, 'Reffe des Waitzner orthodox. Oberrabbinors, hat sich am 9. August l. I. mit Frl Cäeilic Gyöngyösi in Budapest vermählt. -- Dr. Berthold Herz, Sohn dcS berühmten Lublüer Arztes Dr. Ignatz Herz, ist am 10. d. M. in Budapest gestorben. - Jacob Lederer königl. Ober-Ingenieur in Oedenburg ist im Atter von 50 Jahren am 13. d. M. gestorben. Der Verblichene hat sich in Budapest anläßlich der Milleniums-Ausstellung im Jahre 1896 hervorragende Verdienste erworben und wurde von Sr. Majestät dem König mit dem goldenen Verdienstkreuz mit der Krone ausgezeichnet. — In Leut schau wird binnen Kurzem eine neue Synagoge gebaut werden. Der Präsident der dortigen Cultusgemcinde Dr. Berthold Rosenzweig hat zu diesem Zwecke 1000 Gulden gespendet. — Der Handels- Congreß hat den Budapester Journalisten Joseph Spitzer zum Delegirten der ungarischen Lcderbranche gewählt. Der diesjährige Congreß hat anr 31. Juli l. I. in Temesvür stattgefunden. — In Temesoür wird eine Synagoge um 100.000 Gulden gebaut. Die feierliche Einweihung wird anr 16. September l. I. stattfinden. MaguateilhauS - Mitglied Viktor Molnür wird als Obergespan vom TemeSvär Comitat den Feierlichkeiten beiwohnen. § Triest, 10. August. Die Antisemiten haben doch nicht ganz unrecht, wenn sie behaupten, daß die reichen Juden eine goldene Internationale bilden, man kann dies jetzt recht deutlich auch in unserer Stadt sehen, wo die reichen italienischen Juden sich beeilen, ihr Scherstein dazu beizutragen, um dar Elend unserer so hart heimgesuchten Glaubensbrüdes in Galizien nach Möglichkeit lindern zu helfen. Aber auch die jüd. Gemeinde im benachbarten Städtchen Görz ist in dieser Hinsicht nicht nachlässig und hat auch für diesen edlen Zweck eine Subseripti'on eröffnet. i*w> insn nx „Einer soll dem Andern helfen", sagt der Prophet Jesaias. Am 15. v. Mts. hat in unserer Talmud-Thoraschule die Schlußprüfung stattgesunden und wohnten dieser Schulfeier nebst unserem verehrten greisen Oberrabbiner M elli auch der greise Präses unseres Cultusvorstandes Herr Enrico Salem und die Schulreferenten unseres Vorstandes au. Oberrabbiner Melli richtete dann einige beherzigende Worte au die austretenden Schüler. Frankreich.? Paris Was für eine Gesellschaft die französischen antisemitischen Abgeordneten vorstcllen, beweist folgender Brief, den ' einer derselben an Drumont gerichtet hat und den dieser jetzt in der Libre Parole veröffentlicht. Der Brief oder die Depesche vielmehr lautet: „Bitte zu vermerken, daß der Fis kus gestern meine Thüre erbrochett hat, weil ich mich weigerte, die Steuern zu bezahlen. Ich setze meinen Widerstand fort, denn ich finde es schmählich, daß man das Geld unglücklicher Landwirthe holen kommt, während Finanziers und Schufte nicht belästigt werden. Lasies, Deputirter von Heß/' Der gute Mann denkt wahrscheinlich, das; er als Antisemit keine Steuern zu zahlen braucht. England. '{ London. Ein jCorrespondcut des Jewish Chronicle hatte eine Unterredung mit Mr. Eugen Saudow, der eine berühmte Schirl' für körperliche Entwickelitng in London St. James Street leitet, in der er diesen Fachmann nach Den körperlichen Leistungen der Juden im Sport, Athletik :c. befragte. Saudow erklärte, daß vom athl'tischen Standpunkte aus die Inden sehr rtiedrig standen. Keine Rasse bedürfe mehr der körperlichen Erziehung. Der Grnrrd dafür ist sehr einfach, mau hat durch so viele Jahrhunderte hindurch die Juden der Möglichkeit beraubt, in der frischen Landluft zu arbeiten und zu leben und hat sie aus Berufe gedrängt, bei denen die Geschicklichkeit geistig und körperlich eine besondere Rolle spielte. Wende sich aber ein Jude dem Athletensport zu, so thut er das in der seiner Raffe eigenthümlichcn Energie und erziele dadurch schnelle Erfolge. So sei derjenige Mann in England, der in Gewichtsübungen das bedeutendste leiste, ein Jude Mr. Lawsenee Bog aus Birmingham, ein intimer Freund von Mr. Sandow. Auch Mr. Bogs Töchter sind berühmte Athletinnen.

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