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Der Israelit · 1898-08-25 · Heft 67 (25.8.1898) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 67 (25.8.1898)
Date
1898-08-25
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1228 wie es ihr heiliger Wille ist, solchen auSzurotten und durch die lautere Wahrheit die Welt von diesem Laster zu befreien. Ist doch der Aberglaube, wie man die» namentlich bei den Egyptern bemerken konnte, gewissermaßen eine Macht der Finsterniß zu nennen, wie ja auch jene Priester Mizraim'S ihre Künste mit undurchdringlichem Dunkel und mit Geheimnissen umhüllten, um durch ihre Gaukeleien das Volk zu bethören, es zu unwissenden Sklaven herabzuwürdigen. Grade das Gegentheil will das göttliche Gesetz, das lautere Wahrheit ist und im ewigen Glanze erstrahlt, cS will uns frei machen zu selbstdenkenden Menschen zw atme ms tt nutz „Das Gebot des Herrn ist lauter, eine Leuchte für die Augen. Gottes erstes Schöpfungswerk war das Licht. In Feuerflammcn offenbarte er sich dem Moscheh im Dornbüsche und seinem Volke am Berge Sinai. Die Erscheinung des Ewigen strahlt, wie die Thora schildert, in ewiger Schöne. d'bb>h djbw tbdii ntrj?2trvoS. Wie der glänzende Saphir-Stein leuchtet der Thron des Allmächtigen und wie der Himmel selbst an Lauterkeit. Darum auch sollen wir, die Verkünder seiner Einheit, seines Gesetzes und seiner '.Gebote Bedacht darauf nehmen, alle irrigen Vorstellungen von uns feen zu halten und, wo sie sich im Volke zeigen, auözurotten. Auch in der Heutzeit, in welcher die Kenntniß unseres Gesetzes leider so sehr vernachlässigt wird, und der Unglaube einen so hohen Grad erreicht hat, sind so manche irrige Anschauungen unter dem Volke verbreitet. Wie stets der Aberglaube da wuchert, wo Unglaube gesäct morden — denn der Mensch, in dem Bewußtsein seiner Unzulänglichkeit und Ohnmacht, greift, wie der Ertrinkende nach einem Strohhalme, nach einem, wenn auch schwankenden morschen Halte, um sich geistig und seelisch zu stützen — so sind auch Vorurtheile, von außen hereingelragen, tief in das Geistesleben so mancher unseres Stammes eingedrungen. Zu diesen abergläubischen Ideen gehört auch die Furcht vor der sogenannten „ominösen" Zahl 13. — Düse thörichte Ansicht ist so vielfach verbreitet, und, wie wir darthun werden, nicht allein unbegründet, sondern dem Geist des Judenthums schnurstracks zuwider, wie denn überhaupt jeder Glaube an Ahnung und Vorbedeutung mit unserm göttlichen Gesetze unvereinbar ist. Lobt doch der heidnische Scher Bileam unser Volk, indem er (4. Buch Moscheh, Cap. 23, V. 23) spricht: 2,t»"2 »6 vs bx byz nc ccp xb) „denn keine Zauberei ist in Jacow, keine Ahnungskunst in Jisroel, zur Zeit wird Jacow verkündet und Jisroel, was der Ewige gewirkt. Raschi fügt erklärend hierzu : -ton1? -pxtp ry ^>22 2 ocp: z'r.zzb ,"2'tL p'x c'^n:s frx dhe3 rnitTj no ns'p.t no ^Ntr6i zpyb cpcn rrn; rrn ne otkie; v by cn1? tcs: xbx ccopi .arfc vn'w ötawi ll'tm im „Sie (Jsroöl) bedürfen keines Zauberers oder Ahnungskundigen, denn jeder Zeit, wenn es noth thut, Jisroel zu verkünden, was Gott ausführt, und was in den ewigen Höhen von Ihm bestimmt wird, giebt es für sie nicht etwa Zauberer oder Ahnungskundige, sondern es wird ihnen durch den Mund ihrer Propheten überliefert, was das Verhängniß Gottes ist, oder die heiligen Urim und Thumim (die in dem Brustschilde des Hohenpriesters enthalten) verkünden ihnen dieses." Somit ist es eine Sünde, wenn wir irgend einem solchen Aberglauben sröhnen und die Zahl 13 für „ominös" halten. Und dennoch wie viele giebt es, die beispielsweise nicht an einer aus 13 Personen bestehenden Gesellschaft sich betheiligen mögen und bei Gästmählern und anderen Gelegenheiten des sie beherrschenden VorurtheilZ halber stets einen Vierzehnten hinzuziehen. Woher dieser Aberglaube stammt, läßt sich wohl nicht mit Sicherheit feftstellen. Möglich ist es, daß er, wie vermuthet wird, seinen Ursprung im Christenthum hat, obwohl die Theologen und gläubigen Anhänger desselben solchen Aberglauben ebenfalls weder anerkennen noch billigen. Vielleicht aber stammt jenes Vorurtheil aber auch schon aus älterer Zeit, welche Vermuthung, wie wir im Verlauf dieser unserer Abhandlung darthun werden, etwas für sich hat. Unser Zweck ist jedoch, darzulegen, daß wir als Jehudim allen Grund haben, in der Zahl 13 — ohne derselben aber irgend welchen Einstuß zu vindiciren ein heiliges Symbol zu sehen, das genügen muß, jedwede Angst und jegliches Vorurtheil, wo es sich schon eingenistet haben sollte, zu verscheuchen. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. D e u t s ch l a n d. Bad-Ems. Nachdem das „Israelitische Central-Waisen- und Mädchenhcim" schon am 1. Oktober v. I. mit 22 Waisenmädchen eröffnet worden war, fand am Sonntag, den 31. Juli, die Einweihung unter zahlreicher Betheiligung von Emser Bürgern und Kurgästen auf dem zu diesem Zwecke festlich geschmückten, mit Guirlanden reich versehenen Spielplätze der Anstalt statt. In feierlichem Zuge betraten unter den Klängen eines von einer Musikkapelle gespielten Chorales die Zöglinge den Festplatz, wo Herr Dr. Aronsohn als Vorsitzender die Gäste begrüßte. Damit die Anstalt gemäß dem Wunsche der Verwaltung eine Musteranstalt würde, sei das gesteigerte Interesse aller

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