Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 67 (25.8.1898)
- Date
- 1898-08-25
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXXIX Jahrgang. M 67. Ein Der Israelit Aentrat-Hrgan für das orlhodore Iudenthum Begründet von Dr I>fjma«w in lünini Donnerstag, den 25. August 5658 (1898). s°. Eine Mnek abonnirt man bei allen Postanstalten für den Monat September auf den „R«r»«Ut Dieser Preis tritt aber nur ein bei Abonnements, welche rechtzeitig am Post-ZeitungSfchalter des Wohnortes des Bestellers oder bei dem betreffenden Landbrieftrager aufgegeben werden. Me tärptttthm des „Israelin. Leitender Artikel. Die Zahl Dreizehn. Von Simon Frankfurter in Wefel. Als der Allgütige Jisroel durch das Gnadengeschenk der heiligen Thora erleuchtete, sollten alle Irrlehren und jeder Aberglauben aus unseres Volkes Mitte entfernt werden. Mochte doch ein Theil des Volkes durch daslangjährige, trübseligeVerhältniß, in welchem es zu den Egyptern gestanden hatte, sich neben manchen Untugenden, die. wie aus den Verwarnungen der Thora hervorgeht, den Mizraiten anhasteten, (wie es auch im 3. Buch Moscheh, Kap. 18, V. 8 heißt i'twn uh n: cme” i»x o'ijre px nms. Nach dem Werke des Landes Egypten, darin ihr wohntet, sollt ihr nicht thun), auch irrige Ansichten und thörichte Anschauungen des Wahns zu eigen gemacht haben. Wissen wir doch, daß selbst dem Könige jenes Landes, dem Pharao v'ovim ewao Zauberkünstlrr und Todtenbeschwörer (wie Raschi zu 1. Buch Moscheh, Kap. 41, V. 8 das s'vvin erklärt) zur Seite standen, und daß diese natürlich das Volk erst recht bethörten und durch ihre unsauberen Künste es in Bann und Schranken hielten. Selbst Pharao stellte, wie der Midrasch die Stelle 2. B. Moscheh, Cap. 10, V. 10 erklärt, den Versuch an, Jisroel durch astrologische Prophezeiungen von dein Auszuge aus seinem Lande abzuhalten, mdem er sie mit den Worten dd’jc -i;j njn '2 ixi „Sehet das Unheil (nyi) eurem Antlitze gegenüber ist" vor dem Unheil bringenden, auf Blut deutenden nn genannten Planeten (Mars?) warnte, der ihnen der herrschenden Constallation zufolge in der Wüste entgegenleuchten würde Als dann später Gott dem Moscheh die Absicht geäußert hatte, Jisroel wegen der Sünde der Abgötterei welche es mit dem golvenen Kalbe getrieben hatte, vernichten zu wollen, da bewirkte es, wie der Midrasch weiter sagt nur der Hinweis Moscheh's auf jene Warnung Pharao's, die alsdann scheinbar sich bewahrheitet hätte, daß der Ewige seinen Rathschluß änderte und die Weissagung des egyptischen Königs dadurch zu Schanden machte, daß er das gestrenge Urtheil der Vernichtung, des zu vergießenden Blutes, in das Gegentheil tn an die Beschneidung umwandelte, welche das heilige Bundeszeichen zwischen Gott und seinem Volke bildete. Daher verkündet auch der Ewige dem Jehoschuah nach der vollzogenen Beschneidung w*» ovn aahyo a'nxo nein nx „Heute habe ich die Schmach Mizraim's von euch abgewälzt." Denn jetzt sahen auch die großen Massen egyptischen Volkes, der 21 2ip, welche sich dem Zuge augeschlossen hatten, wie nichtig die Voraussagungen des Königs und überhaupt ihrer ehemaligen Weisen gewesen waren. (Untersteht doch Jisroel überhaupt nicht den Constellationen, den irdischen Zufällen, sonoern durch die Fürsorge des Höchsten vollzieht sich seine Leitung, die Schickungen des Ewigen aber können vom Menschen nicht vorausgesehen werden.) Aus der eben mitgetheilten Begebenheit nun erkennen wir, wie sehr verhaßt der Aberglaube in den Augen der Gottheit ist,