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Der Israelit · 1898-08-22 · Heft 66 (22.8.1898) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 66 (22.8.1898)
Date
1898-08-22
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1207 nach dem geprüften jungen Vorsänger nur vorläufig ein Amts'Auftrag gegeben und erst später nach seinem vollendeten 25. Lebensalter und bestandener Prüfung, ein Befähignngs'Zengnitz rfrDp ertheilt wird. DaS Israelitische Konsistorium -eS Unter-Elsatz. An die Herren Rabbiner, Synagogenverwaltcr und Vorsänger des Unter-Elsaß. Soll 8 Tage angeschlagen, dann anfbewahrt werden. Im Anschluß hieran fragen wir, wie es z. B. mit dem Religionsunterricht im Ober-Elsaß steht, in welchem Bezirk es in der That Gemeinden giebt, in denen die Kinder noch nicht einmal hebräisch lesen lernen. In Ihrem geschätzten Blatte sind schon so oft die hiesigen traurigen Verhältnisse in Bezug auf und iw Fleisch-Verkauf beleuchtet worden, doch von einer Besserung hat man noch nichts gehört. Jüngstens wurde in einer größeren jüd. Gemeinde des Ober- Elsaß von einer respektablen Anzahl von Mitgliedern eine Bittschrift an das Consistoriunt gerichtet, des Inhalts, daß doch endlich einmal Fürsorge für Beschaffung von streng rituellem Fleische getroffen werde und trotz wiederholter Anfrage, trotz Mahnung auf das Gesuch der Penienten zu reagiren, wurde dieser Petition beredtes Schweigen entgegengcbracht. Wollten wir diesen wenigen, aber immerhin sehr triftigen Details, wie es im Ober-Elsaß ist, resp. nicht sein sollte, weitere Klagen beifügen, so wäre Ihr verfügbarer Raum zu klein und ich will auch oft Gesagtes nickt wiederholen. Der eigentliche Zweck dieses sollte 1« nur der sein, das überschwengliche Lob jenes Artikels in Bezug auf unser Ober-Elsaß-Consistorium rc. etwas tiefer zu stimmen und nachdem dies, wie ich glaube, in den angeführten wenigen That suchen gelungen, so hat dieser Artikel seinen Zweck vollständig erfüllt. Bloch-Drcyfuß. Hegenheim, (Ober-Elsaß), 11. August. (Unlieb verspätet!) Am 3 l. Juli beging die Gemeinde Hegenheim ein Fest, das allen Theilnchmern noch lange im Gedächtniß bleiben wird. An diesem Tage wurde der vom Konsistorium vorgeschlagene und vom Kaiserl. Ministerium bestätigte Rabbiner Dr. S. Schüler feierlich in sein Arnt eingesetzt. Alls der Nachbarschaft und theilweisc auch aus der Ferne warell die Gäste herbeigeeilt, um durch ihre Anwesenheit die Festesfreude zu vermehreil. Auch der Gemeinderath war vertreten. Um 2 Uhr fand der Festgottesdienst statt. Durch einen wohlgelungenen Ehorgesang wurde derselbe eröffnet. Nachdem der Herr Vorstand der genannten Gemeinde durch eine angemessene, warm empfundene Rede den Herrn Rabbiner Dr. S. Schüler in sein Amt einsetzte, betrat der Herr Rabbiner die Treppe des tmpn p*>». Die Sänger ließen das schöne an *]rc erschallen. In einer herrlichen Rede gab Herr Dr. Schüler die Prinzipien kund, in denen er zu wirken gedenkt. Anschließend an den Vers re. ne>2 bsb m bx -n npti nun bn L>m wies der Redner auf die Lücke hin, die seit bereits 14 Jahren in der Gemeinde sich zeigte, und bezeichnete ferner die drei Grundprinzipien des jüd. Volkes rota rrnajn min, in welchen er die Gemeinde lenken und leiten will. Mit Begeisterung wurde diese auf dem Boden der Wirklichkeit sich bewegende Rede sowohl von Juden als Nichtjuden ausgenommen. Der Gesang mmb nnv schloß die Feier. Hieran reihte sich ein prächtig arrangirtes Banquet. Treffliche Reden und heitere Vorträge würzten das vorzügliche Mahl. Hier verdienen namentlich die von Herzen zu Herzen gehenden Worte des Herrn Rabbiners Schüler von Bollweiler, und die humorvolle Ansprache des Herrn Dr. Zivi-Winzenheim auch die Reden der Vorstände des Schomre-Thoravereins Basel, Erwähnung. Die Vorstände des oben genanilten Vereins baten in ihren Ansprachen den Herrn Dr. Schüler um seinen Beistand in ihren edlen Bestrebungen, die auch Herr Dr. Schüler ihnen im weitgehendsten Maße angedeihen zu lassen, versprach. Zuletzt wurde das Benschen noch versteigert und der Erlös zu wohlthätigen Zwecken verwendet. Möge es Herrn Dr. Schüler vergönnt sein, im Sinne seiner Ahnen b’\ zu wirken. Wir rufen ihm „Zelach urchav" zu. F. Frankreich. V. Paris, 18. August. (Antisemitische Unruhen in Algier.) Die algerischen Juden, so versichert die „Libre Parole", fühlen sich durch die Ernennung des Herrn Laferriare so ermuthigt, daß sie (!) neuerdings Krawalle und blutige Schlägereien provoziren. Dieser Tage feierten die Antisemiten die Freilassung des Redakteurs Lionne vom „Antijuif", in dem sie einen Ausflug nach dem Judenviertel unternahmen. Ihr Auftreten war offenbar nicht nach dem Geschmacke der jüdischen Bevölkerung, denn es kam bald zu einer heftigen Rauferei zwischen den: Juden Ehouraqui und dem Antisemiten Antoni vom „Antijuif." Der Letztere feuerte zwei Revolverschüffe ab, auf die einer aus dem Lager der Juden folgte. Ein Polizist wurde dabei leicht am Schenkel verletzt, Ehouraqui, Antoni und mehrere andere Raufbolde verhaftet. Des Abends unternahm Max R6gis in Begleitung seiner Freunde, denen sich auch zahlreiche Eingeborene angeschloffen halten, einen neuen Rundgang in der Nähe des Judenviertels. Diesmal war die Polizei etwas rascher zur Stelle und säuberte mit Hilfe der Gendarmerie die Straßen in wenigen Augenblicken. Italien. 8 Rom. Der Präses unserer Cultusangelegenheiten, Herr Crescenzo Bondi, hat seine Demission eingereichl und wurde dieselbe auch angenom-

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