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Der Israelit · 1898-09-22 · Heft 75-76 (22.9.1898) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 75-76 (22.9.1898)
Date
1898-09-22
Page
– (sequence 18)
Language
German
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1414 der Leitung des Gottesdienstes aus, wobei er sich besonders über die Feierlichkeit desselben in lobenden Worten aussprach. G. Esseg, J5. Sept. (Tempeleinweihung in Valpo.) Am 8. September war Valpo der Schauplatz eines erhebenden Festes. Die dortige israelitische Cultusgemeinde hat ihren langersehnten Wunsch, eine eigene Stätte für ihre religiösen Uebungen zu besitzen, nach langjährigen Mühen und Ringen verwirklicht. Die Freude über das Gelingen des schwierigen Werkes war demgemäß auch in allen betheiligten und nichtbetheiligten Kreisen eine entsprechend lebhafte. Schon in der ganzen Signatur des hübschen Marktfleckens trat die festliche Stimmung zutage. Ueberall festlich geputzte Schaaren von Männern und Frauen, die auch aus den umliegenden Ortschaften herbeigeströmt waren, um an dem seltenen Feste einer Tempelweihe theilzunehmen. Die Vertreter der auswärtigen Gemeinden u. zw.: Vorsteher Dr. Hugo Spitzer aus Esseg, Vorsteher Albert Kohn aus D.-Miholjac, die Vorsteher der Gemeinden Petrijevce, Bizovac, Villany ic. Seitens der Behörden war Bezirksvorsteher Carl Kenfelj erschienen, ferner zahlreiche Honorationen Valpos und seiner Umgegend als geladene Gäste. Die Gutsherrschaft Belisee war durch Herrn Edmund Gutmann de Gelse und Herrn Emil Rosenfeld, nebst zahlreichen höheren Beamten vertreten. Die Feierlichkeit begann mit der Verabschiedung vom alten gemietheten Betlokale. Nach Abstngung einiger Gebete unter der bewährten Leitung des Obercantors Friedrich und seines Chores richtete Oberrabbiner Dr. Kaminka einige Abschiedsworte an die versammelte Gemeinde. Die geschmückten Thorarollen wurden aus ihrem alten Standorte in feierlicher Procession unter Begleitung von hebräischen Hymnen in das neue Gotteshaus übertragen. Letzteres ein schönes im maurischen Stil erbautes einstöckiges Gebäude, welches Valpo zur Zierde gereicht. Eine kleine Vorhalle führt in das Innere, welches durch 6 hohe Giebelfenster ein abgetöntes farbiges Licht erhält. Gegen Osten gerichtet erhebt sich die mit den Bundestafeln geschmückte heilige Lade, welche mit einem kostbaren Vorhänge bedeckt ist. „Zur Erinnerung an das 50jährige Regierungs-Jubiläum Seiner Majestät Franz Joseph 1.1848—1895" diese Worte strahlen uns vor der goldgestickten Decke entgegen. An den Wänden des Tempels selbst ist außer lder in braunen und Goldfarben-Ornamentik kein Schmuck bemerkbar. Blos die silberne Ampel, aus welcher das „ewige Licht" seine zitternde Flamme durchschimmern läßt, bringt einigermaßen Abwechslung in das Einerlei des leeren Raumes. Nachdem die Klänge des Grußchorales verklungen waren, trat Oberrabbiner Dr. Kaminka vor die Bundeslade, um von dort aus die Bedeutung und Wichtigkeit des Festtages in einer dreiviertelstündigen eindrucksvollen Rede zu schildern. Hierauf wurden die Thorarollen in ihre neue Heimstätte getragen, die Klänge des „Boze zivi“ durchbrausten das Gebäude und mit diesem war die kirchliche Feier zu Ende. Es folgte noch die Fertigung der Schlußsteinlegungs-Urkunden und Verlesung des kroatischen Tertes durch den Secretär Schwarz, worauf um 1 Uhr im „Grand Hotel" das Banket zu ca. 150 Couverts seinen Anfang nahm. Während des Festessens wurden zahlreiche Toaste gehalten. Außer den offtciellen auf Sr. Majestät, den Obergespan, Vicegespan, Bezirksvorsteher, auch auf diejenigen Personen, die das Werk des Tempelbaues namhaft gefördert hatten. In animirtester Stimmung blieben bei den Klängen der Fünfkirchner Zigeunermusik die Festgäste bis Abends beisammen, um das in allen Punkten gelungene Fest noch durch ein Kränzchen würdig zu beschließen. Der Vorsteher der Valpoer Gemeinde Herr Moritz Kraus-Löwy und seine eifrigen Mithelfer an dem schönen Werke verdienen für ihren Eifer, ihre Umsicht und Unermüdlichkeit Dank und Anerkennung. Halas Am Sonntag, den 4. dieses, hielt Sr., Ehrw. Herr Rabb. Dr. S. Spitzer seinen Einzug als Oberrabbiner in der aut. orth. isr. Gemeinde zu HalaS, und gestaltete sich derselbe zu einer imposanten Feier. Schon in Kis-Körös erwartete Sr. Ehrw. eine größere Deputation. In Halas angelangt, war die Gemeinde vollzählig am Bahnhof versammelt, wurde vom Vorsteher, Herrn Propper mit einer kurzen ung. Ansprache begrüßt, welche von Sr. Ehrw. ebenfalls ungarisch erwiedert wurde. Von dort begab sich eine Wagenreibe nach dem Tempel, woselbst Sr. Ehrw. nach Verrichtung des nnrv-Gebetes in Gegenwart der Spitzen der Stadt und Bezirksbehörden, der Professoren und anderer Honorationen, die Kanzel bestieg, und in einer mit rauschendem Beifall aufgenommenen ung. Rede sein Programm entwickelte. Am Abend fand zu Ehren Sr. Ehrw. ein Bankett statt, an dem sich die ganze Gemeinde betheiligte und wobei es an prächtigen und schönen Toasten nicht gemangelt hat. Den Reigen der Toaste eröffnete Herr Dr. Keller, der sein Glas auf das Wohl unseres lieben Königs leerte. Rach ihm erhob sich Sr. Ehrw., der in seinem Toaste des kürzlich verstorbenen S. Deutsch, der sein nicht unbedeutendes Vermögen ausschließlich wohlthätigen Zwecken bestimmte und auch die Gemeinde mit 8000 fl. bedachte, Erwähnung gethan. Es folgten noch Toaste, vom Schwiegervater Sr. Ehrw. des Szereder Rabbiner P.Tcherhofer, und seines Sohnes u. a. m. Das Bankett währte bis spät in der Nacht, von wo sich alles mit dem Bewußtsein im Herzen entfernte, daß die Halaser Gemeinde einen Mann gefunden, der trotz seines

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