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Der Israelit · 1898-09-22 · Heft 75-76 (22.9.1898) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 75-76 (22.9.1898)
Date
1898-09-22
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XXXlX. Jahrgang. Zweite Akt!. M M 75 & 76 des „Istartr. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen Deutschland. W. Cms, 15. Sept. Hohen Besuch hatte in der vorigen Woche das hiesige Jsr. Eentral-Waisen- und Mädchenheim. Se. Ercellenz, der wirkliche Geheime Nach und Direktor im Ministerium des Auswärtigen R e i ch a r d t aus Berlin und Frau Excellenz Neichardt besichtigten unter Führung des Herrn Dr. Aronsohn alle Räume des Waisenhauses, die neue Douchenanlage, den Turnsaal, den Spielplatz, die Briefmarkensammlung und den schönangelegten Garten. Sie sprachen sich dabei in lobendster Weise über die schönen Schlassäle, die überall herrschende peinliche Sauberkeit und das gute Aussehen der Kinder aus und zeichneten ihren Namen im goldenen Buche der Anstalt ein. Wie sehr das am 31. Juli d. I. eingeweihte Waisenhaus sich die Gunst der Kurfremden erworben hat, davon zeugt dieses goldene Buch, die große Zahl der Besucher, der immense Erfolg des Eoncertes und die Menge von zum Theil sehr werthvollen Geschenken In natura, wie z. B. eine Kuh, drei Ziegen, 15 große eingerahmte Biloer aus Rotterdam, 6 Spiegel, ein Schwebebaum, 24 Brachen, 24 Nähnecessaires, Wüsche, Kleiderstoffe k. Aber wie die armen verlassenen Kinder im Sommer Liebe bei den Kurgästen haben, so werden sie zweifellos im Winter bei den Einsern Theilnahme erwecken, da, wie wir hören, schon jetzt einige Emser Damm bereit sind, aus die Kinder zu achten, sie in Handarbeiten, Rechnen, Geographie rc. weiter forizubilden und mitzuhelsen, daß die Anstalt eine Musteranstalt werde. Hamburg, 16. Sept. Nachdem vor einiger Zeit das „Siechenheim und Pflegestätte der Deutsch- Jsr.-Gemeinde", worüber ich Ihnen s. Z. berichtet hatte, durch Einzug der Alumnen seiner Bestimmung übergeben worden ist, fand gestern Abend in dem erst jetzt fertig gestellten Betsaal daselbst die feierliche Einweihung dieses so schönen Institutes durch den Oberrabbiner statt. Einladungen hierzu waren des beschränkten Raumes halber, nur an die offiziellen Gemeindevertreter und besondere Gönner des Jnstllntes erlassen worden. Der Oberchasan Herr Süßkind hielt die Liturgie, wobei seine wunderbar schöne Tenorstimme wirkungsvoll sich hervorthat. Herr Oberrabbiner Hirsch sprach über das Bedürfniß nach Ruhe welches jedem Menschcn inne wohne. Die Nahrung allein ist es nicht, die den Menschen befriedigt cisn rrrv 'nzb anSn bv xb *3, er müsse auch ein Heim haben, wo er es in Ruhe verzehren könne, denn auch der Vogel findet sein Haus ^2 wra usat a:, so wird dem weisesten der 12 Stämme law von dem Vater nachgerühmt, 'w aio '2 nnua xii er sah die Ruhe, daß sie gut sei; auch das Heiligthum wird nm:o rra genannt, stellt ja doch unser großer Lehrer die nrrue als das Ziel seiner Thätigkeit für dar, indem er ausspricht, nnuen brr ans» xb '2 brri. Und hat der Mensch für Haus und Nahrung Befriedigung gefunden, dann sehnt er sich zur geistigen Erhebung, indem er seinen Dank und seine Gebete zu dem Allmächtigen emporsendet. Dieses Haus und diese Gottesstelle haben edle Spender und die Gemeindevertreter, denen, die der Ruhe und Erhebung bedürftig sind, errichtet, und indem der Redner den Dank dafür ausspricht, weihet er beide ihren heiligen Berufen und schließt seine vorzügliche Leistung mit einem schönen Gebete. Nach dem 2"»'a-Gebete und dem Schlußgesang fand noch eine Besichtigung der Anstalt statt. Alle waren voll des Lobes über die ebenso praktische wie elegante Einrichtung des dazu noch in vornehmer Gegend belegenen, auch äußerlich schönen Gebäudes. Die Hausinspektoren und Mitglieder der Verwaltung die Herren Mo ritz D ur la cher und Hirsch Lewin machten hierbei die Honueurs, wofür ihnen an dieser Stelle nochmals Dank und Anerkennung gezollt wird. H. B. Oe st er r.- Ungar. Monarchie. II. Karlsbad, 15. Sept. König Alexander vonSerbien in der Synagoge.) König Alexander von Serbien besuchte vor einigen Tagen die hiesige Synagoge und stellte bei dieser Gelegenheit einen abermaligen Besuch in Aussicht. Da der König ein lebhaftes Interesse für die Bauart der Synagoge zeigte und den Wunsch aussprach, ein Bild des Gebäudes zu besitzen, überreichte der Vorsteher der israelitischen Cultusgemeinde, Herr Ludwig Moser, ani Donnerstag mehrere Abbildungen des Gebäudes. Als der übliche Festgottesdienst seinen Anfang nahm, traf der König in Begleitung seiner Adjudanten, ferner des Prinzen und der Prinzessinnen Ghika ein. Der Custos der Gemeinde, Herr Gütig, führte die hohen Herrschaften in die erste Sitzbank, während die Prinzessinnen Ghika sich in die für Damen reservirten Galerien begaben. Der König verblieb fast bis zum Schlüsse des Gottesdienstes und verfolgte mit besonderem Interesse die vorgetragenen Solorecitationen und Gesänge des Herrn Obereantors Tieger. Der König sprach dem Vorsteher der! isr. Cultusgemeinde seine Anerkennung über die Art

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