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Der Israelit · 1898-09-22 · Heft 75-76 (22.9.1898) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 75-76 (22.9.1898)
Date
1898-09-22
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1407 dort wird Trug und Lüge gelehrt, nur was mau vom Hörensagen weiß. Wir schwören/-) daß wir jenen falschen Vorstellungen fern bleiben und dieselben gar nicht erwähnen wollen; sonst glichen wir einern Menschen, der blindlings einen Kaufvertrag cingeht, und nachträglich wahrnimmt, daß er nur einen mit unlösbaren Knoten gefüllter/3) Sack eingekauft hat. Eine Perle") gegen Scherben vertauschen, das heißt: ein schlimmes Geschäft machen. Schmerz erfüllt uns wegen dessen, was uns unwiederbringlich^) verloren ging, und uns nun abgeht; wehe ist uns ob des unersetzlichen") Verlustes; wir haben den Eindruck, wie wenn Jemand mit Blindheit48) und zugleich mit dem Verluste seiner Kinder heimgesucht wird. Wenn Du, o Gott! Jemanden strafst, so geschieht es nur, weil Du seiner selbst willen, damit er völlig geläutert werde, genau mit ihm rechnest. Als unsere") gegenseitige Liebe noch mächtig war, konnten wir im engsten Raume leicht neben einander ruhen, nun aber trennt uns der weiteste Abstand, 33) und wir können mit unseren Bitten nicht mehr Vordringen zu Dir. Sonst werden alle Vergehen nachgesehen; nur das Andenken der unseren wird streng bewahrt. Alle Exulanten sonst kehren in die Heimath zurück, nur unser Exil nimmt an Strenge noch zu. Jede Frage findet ihre Lösung,") nur die unselige zeigt sich bei jedem Versuche immer wieder ungelöst. Jedes Licht sonst brennt hell, nur das unserige trübt sich immer mehr. Alle Nebel finden endlich ihre Heilung,5-) nur das uns'rige zeigt sich fest und überdauernd. Alle Thüren werden ge- 42) 12"2 S5 ’CID Subst, rad. DD', F)DV P2ILM, in N"D : 'DlfO. 43) Nnn wahrsch. die richtige Leseart: stm; — extjmg von ixM haben dann: enthalten, fassen daher tx?jatg das Fassen, Enthalten, dann als konkreter Begriff: Behältniß. 44) Entlehnt theils einem Sprichw. m2D 21, theils einem populären Ausdrucke!>9. 4b—47) Drei bekannte Ausdrücke, wovon der erste als .Klageruf in einem Trauersalle, der dritte als solcher bei einem materiellen Verluste vorkommt, der zweite aber in dem Sinne gebraucht wird, daß in der vorliegenden VL'C ein Satz fehle. 4s) roter lbi nmdh rad. pmn — dem hebr. rrnn np rvyi’Q im N"n, NPnnc Mn np. 49) Sprichw. '“UD 7 1DPD gr. Ursp. arfv^r/g von f>(fd£ö> ft'ePNPB', daher eigentlich Schlachtmesser, daun Schwert. 50) □,~nj «so. 51) Die Reihe ähnlicher Satzsorrrren, die jetzt folgt, ist d. entlehnt, und leicht genug, um der Erläuterung nicht ZN bedürfen, ]STnQ part. v. Espaal rad. pnn zurechtlegen, so pr. 8 ’dj ’STn o-, nnan scheint gr. Ursp. zu lein, von Stxa gewöhnl. Sdxoficu aufnehmen, das Subst. tioxog ausnehmend, - Behältnis;, dann Ort, Platz überh. 52) j’D’HD Form rvre oben, rad. new heilen, wie -|N£n "i tn w*n: "dn m njn, öffnet, nur die unsrige bleibt geschloffen. Wer über Kraft verfügt,53) der siegt; ich aber bin schwach und gebrechlich. Alle Süßigkeiten,") die Du sonst in Deinem Erbarmen für uns hattest, ließest Du aufgehen, bis sie erschöpft waren. Bei jeder Plage55) sonst nehmen wir einen rettenden Abschluß wahr; die Leiden unseres Exils hingegen sind umfangreich und heftig. Du hast uns gleichsam aus einem hochgelegenen Söller in eine tiefe Grube hinabgeworfen. Ein gefräßiges °6) Thierchen hat sich von unserem Brei genährt und besten Rest hat es unverwendbar gemacht. Die Feinde necken57) uns, um zu quälen, und schlichten^) dann selbst den Streit. Die ehemals untergeordnet waren, spielen reitend die Vornehmen, und die früher hervorragend waren, müssen jetzt ihre Wege zu Fuße machen; das ist ja ein Mißverhältnis") Die Würden des Königthums, der Statthalterschaft und die übrigen höchsten Aemter sind nur dort vertreten?^) Alle Welt ist vergnügt/J und fristet ein Leben voll Anmuth; nur Deine Kinder sind geplagt. Der geringe62) Hirt benützt für seine 53) J’B’J 60. 54) PD”D. In der Bibel: Ierem. 8, 7, nach dem MV, Name eines Nogels, wahrscheinlich Kranich, rad. DlD leidjt beweglich: baßegen pD’Dil jo — '»S’jf? — nsttry. PD1D 9 Fäden oder Haare, an einem Gewebe überhängend, ebenfalls rad. vD; jedoch J'D'D ’D nO"D 44, scheint gr. Ursp. und eine Abkürzung von Grjaajuog zu sein, wofür als Beleg das DOülD’D in vo bei “UN nuro dienen kann —■- Lesambrod, pD’D”0 o aber Vd 30 paßt ans Beides. 55) NSPD scheint nicht identisch mit dem früheren niPd sondern jenes ist arain. — mn, Dorn, dieses aber gr. von (> als iw, schwenken, daher auch peitschen, davon Gal'zv/ju abstr. das Peitschen, konk. die Peitsche, od. von cuzfprj Sftotten hier — Mottenfraß. 56) n’öDttr wird hier richtig in anderer Bedeutung als „Spinne" aufgefaßt, indem schon die rad. ddkt offenbar auf ein Thierchen hinweiset, dessen Formen durch Zusammendrücken unkenntlich sind, NJDVJP n?3N ist ein Worts., indem es dort den Antheil der Wittwe bei Bertheilung der Elbschast bedeutet nach Ar., dagegen nach ’"ten persönlicher Erwerb der Frauen im Hause, daher dürfte das Wort gr. Ursp. sein, u. zwar beziehungsweise — x?;o—rj—geyi'a Wittwenabschiedsgeld ob. %ecp—o—= Abs. für den Erwerb Om HDD“) nartra nach Dan. 7, 7. 57) Häufig im VC, so VN: 'DTIDN “O N1HH — zum Narren haben. 58) Nach 'M7J 62. 59) eigentl.: das Gegentheil wäre einleuchtender. 60) nach xrnn 56 '0“)£>n —- imapxog Unterbefehlshaber. 61) Ein herrliches Wortsp. nach Nvv 53, wo aber Ni'in als u p. vorkommt- 62) 84 ''nprp wahrsch. von yv^tos Tornister NDTip. Indem keine der Bederstungen. in denen dieses Wort sonst vorkommt, in diesen Satz paßt, dürste hier ein gr. Ursp. anzunehmen sein, nämlich xok—heerp gen. x . . . c/.ßog von xoka Leim und Ka\f> Xußog von }.cqtßdvo) fassen, nehmen, greifen, daher xolldep Leimvogel, dummer Meusch, OIO? Oprn das Verb. xo/J.aßigw ohrfeigen besonders in Bezug auf ein Spiel. bei welchem der Geohrseigte den dummen Jungen darstellte.

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