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Der Israelit · 1898-09-22 · Heft 75-76 (22.9.1898) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 75-76 (22.9.1898)
Date
1898-09-22
Page
– (sequence 10)
Language
German
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■MJWJUinjii'. gawKiMi.wpiyiypwf^qT 1106 und quält -o) mich aus allerlei Art. O weh'-0 es ist derselbe, welcher das auserwählte Heiligthum zerstört hat. Sie sprechen beschlußsasscnd; Jetzt wollen wir thätig sein, und Machtspruch auf Machtspruch") gegen sie ergehen lassen, die verwundend wie Stacheln *) auf sie einwirken, bis das Blut von ihnen strömt. Es ist uns zu Muthe, wie jemanden, der etwa igezwungen wird, mit einer Schlange in ihrem Käfige2*) zu verweilen. Weh uns wegen der ausgesprochenen fluchvollen Verhängnifle, weh wegen der niedergeschriebenen Machtsprüche, wegen der inneren, wie wegen der äußeren Plagen ist uns gleich wehe. Sechzigmal 24) des Tages haben wir Kränkungen zu erdulden, indem sie uns mit schmähenden Zänkereien quälen. O ewig lebender Gott! nur unter Deinem Schutze26) wollen wir stehen, und nicht unter dem Schutze des Nachbars und scheinbaren Freundes. Ihre Unterredungen26) den Tag über haben nur uns zum Gegenstände, dann rufen sie uns zu mit Ironie: Euch paßt der Druck der Armuth, wie der Schmuck-0 jener Kunstrose dem weißen Pferde. Wie arg entrückt-2) bist Du doch Deinem Gatten, Deiner Kinder beraubt, und ohne Hoffnung auf späteren Kindersegen; denScheidebrief^) von ihm hast Du in Händen; entfernt 30) wurdet ihr von ihm wegen eueres niedrigen Wandels und wegen eurer Sünden, ausgeschieden^)wurdet ihr wegen euerer Unbrauchbarkeit, und besonders wegen des in der Vor- 20) THDIlP gr. Ursp. nämlich i^tgrcepiog i>art. m. «>. von - ---- Starrsinniger, der nur ärgern will- 21) N’P ebenfalls gr. Umit Siy. (fv.i — vae, weh — ’i nach 'TüD 04. 22) Wortspiel entlehnt einem Ausdrucke, der im Lnlmud von einer rabb. Anordnung gebraucht wird, welche der Verletzung einer älteren Anordnung Vorbeugen soll. *) nrairo 01, mijn cnn “seien bezieht sich offenbar ans Pl'IIt. 23) 112. 24) p"D 02, die Zahl 6>», wie auch sonst oft hiverpolisch gebraucht, ^inßabs. p, verwandt mit "JD Vertiefung in der Höhlenwand als Grab; die Grundbedeutung scheint zu sein: zermalmen, hier Backenzähne p y'-i 25) pü’J 17. 2<!) eigentlich nehmen eine Flüssigkeit, und sofort einen Körper damit reiben, fo in Ton Ende des 4. Abf-, von trop. - etwas eingehend besprechen nmo 7, nach Lese: art des Ar. mu wie hebrms, wovon ’ia Balsam. 27) Sprichw. niun 0. 28) noiD 42, Erklärung zu 29) Bekannte Formel des Scheidebr. nach pll'l 30) napnn i>art. von Jtaphal, ns mapn nn« lttnw na pvpn, wovon das Wort PiLptO, abgesondert, unter den verschiedenen Ursachen von napio herrschen bekanntlich vor: Din’ö nonö und iidn nono wegen bes widerwärtigen Eindruckes, den das Obs. macht, wegen des verbot. Zweckes, der sich daran knüpt; hier aber wird der Satz selbstverst. im moral. Sinne gebraucht. 31) Bekanntlich drei verschiedene Vorfälle, tvodurch Opfertheile unbrauchbar wurden; hier aber im moralischen Sinne gebraucht; 'TUD 35. Halle eueres ehemaligen Heiligthums vergossenen Blutes. Es gibt keinen Mann, der die erforderliche Tüchtigkeit-^) und Gewandtheit besäße, unr Dich erlösen und völlig frei machen zu können. Ferner sagen33) sie: Wir wollen Dir die vernommene Offenbarung aus den Ohren herausbringen, damit Du Dich nicht mehr daran erinnerst. Wir entgegnen darauf: O möge uns Gott fernhalten!'4) von götzendienerischen Ideen; doch sie leiten wieder einen anderen Versuch ein: Wir wollen es, sagen sie nämlick, bei der Zahl der gebotenen Götzen bewenden laffen, und dieselben abschließen; nun wählet, sagen sie mit Nachdruck, unter diesen Götzen, worauf wir aber entgegnen: Wir haben schon unseren Gott gewählt.33) Euer Glaubensbekenntniß war uns bisher unbekannt, noch leuchtet uns dasselbe jetzt ein. Ein verlorener Sünder ist, wer zu eueren Götzen betet; wozu ruft er^) dieselben denn an? Trotz dem Bewußtsein der Trüglichkeit? Wir schwören, daß wir von unserem Gotte nicht laffen, so lange wir existiren^) werden. O Allmächtiger! Du wandelst immer um^) uns her, und ebenso kehren wir immer wieder zu Dir zurück, und wollen auch nicht mit Verstellung uns belasten. Mit Staub39) sollte dem Feinde der Mund gefüllt werden. Jenen verführerischen Reden wollen wir fern bleiben, jene falschen Vorstellungen mögen der Vergeffenheit verfallen, und nicht mehr erwähnt werden. Dort ist lauter Uebertreibung 4") 32) Redensart 3">‘ 50 -tfj - ann, im engeren Sinne mir Schlosser, im weiteren Sinne Künstler überh. 33) priD wie oben rjn v. Peal von nnD, aber ihats. radix niD dem Hebräischen rottf '7 4’D ’Dl ITttf P konversiren, dann sprechen überh. P'LV dtip?v nach niC3’ 60 eigentl. Ich will dir das Gehörte aus den Obren herauSbringen, also: Ich will dich daran vergessen machen. 34) Nach rnttf 84. 35) Ein herrliches Wonsviel, entlehnt einem talmnd. Satze, der aber dort in ganz anderem Sinne gebraucht wird, und als Prinzip auSdrücki, daß ein Vorfall auch rückwirkend für eine Entscheidung Ausschlag geben könne. 36) Ebenfalls ein geistreiches Wortspiel nachgeahmt dem oft borkommenden Satze: i°T> ’PNp ’ND r?7 HNpn Indem er ihn da was gelehrt hat, was bat er ihn eigentlich gelehrt '■ 37) Nach 8, Behältniß, das dauerndes .Zusammenbleiben ermöglicht, dann besonders Schaufel od. von 72', Dünger, ebenfalls verwandt mit 7'II dauernde Wohnung. 38) Entlehnt der bekannten Forinel, die wir beim Ovv einer NPüDD anwenden. 39) Im Talmnd in Bezug auf uw angewendet, hier benützt wegen der Aehnlichkeit zwischen Di’N und D’iN in 3 "3 16. 40) iO* *n3 nach ’"t£H und Arnch von "NI also Ilnwincnhcit» welche Erklärung aber nicht gut einlenchtet, weß halb es nicht gewagt sein dürste, gr. Ursp. vorauszusetzen, von pcucig Ruthe, Reis, Rebe ist abgeleitet oAxigto Ruthen machen, daher zu Ruthen zerschneiden, daher auch, wie das deutsche aufschneiden - prahlen, übertreiben, daher r-rIIw und zuweilen xrcmr ßoi-guxiGig große Aufschneiderei, Geschwätz. pin 88.

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