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Der Israelit · 1898-09-22 · Heft 75-76 (22.9.1898) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 75-76 (22.9.1898)
Date
1898-09-22
Page
– (sequence 8)
Language
German
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1404 ■''^7',7i-l^x.'} erinnerte sich, gehört zn haben, daß die Kinder nnmitielbar vor ihrer Auflösung eine unstete Nuhelosigkeit an den Tag legen-er sah die schwarze, düstere Katastrophe Heraufziehen. Dina bettete das Kind, seinem Willen gemäß, sanft in das frische Bett und als es auf den frischen Polstern lag, da öffnete es die tiefliegenden Augen zu einem langen, starren Blick, der einen so seltsamen, müden Ausdruck hatte — — dann schloß sie die Augen wieder, seufzte tief und schwer auf und wendete das Gesicht zur Wand. (Fortsetzung folgt.) Füd. Allerlei. Jüdische Pilger. Es wurden schon oft Berichte über religiöse Pilgerfahrten veröffentlicht, die sich in der jüdischen Bevölkerung von Bagdad erhalten haben. Das letzte Bulletin der A. I. U. bringt einige neue Einzelheiten über die Sitten und Gebräuche der Pilger, die einen Brief aus dieser Stadt an das Central-Comitö der Alliance isr. entnommen sind: Es ist die Zeit gekommen, wo die eingeborenen Juden von ihrer Pilgerfahrt zu den Gräbern der Propheten Esra und Ezechiel zurückkehren. Es ist ein Gewohnheit, wenigstens einmal im Leben dort das Peßach-, Wochen- oder das Neujahrsfest zu feiern. Die Reichen machen es zum Vergnügen, die weniger Bemittelten sparen während des ganzen Jahres eine Summe, die sie dort mit ihrer Familie ausgeben. Die Abfahrt der Pilger ist sehr malerisch. Jede Familie, Eltern, Kinder, Großeltern, Tante, Vettern, Neffen, bildet für sich eine patriachalische Karawane. Sie sind mit Lebensmitteln versehen, Reis, Getreide, Salz, Zwiebeln, Gemüse. Sie nehmen alles mit, denn sie mißtranen der Gastfreundschaft der Juden in Irak. Wenn das Grab von Esra das Ziel der Reise ist, schiffen sich die Pilger in eines der zwischen Bagdad und Bafforah verkehrenden Boote. Sitzend und liegend schlafen die Männer auf dem Deck, die Kinder meinen und schreien die Frauen kochen. Die, welche zum Grabe von Ezechiel pilgern, nehmen den Landweg, denn dieses Denkmal liegt bei Hill« auf den Trümmern von Babylon. Man steckt die Kinder in einen Korb, der rechts oder links an dem Esel oder Maulthier hängt, auf dem der Vater oder die Mutter reitet. Am Ziele ihrer Reise angekommen, schlagen sie ihr Zelt in der selten grünenden Ebene auf und bleiben dort etwa 14 Tage. Die Ceremonien bestehen, 6mal um das Grab herumzugehen, das Kadisch zu sagen, für die Seelen der Todten zu beten, fromme Wünsche für die Lebenden auszusprechen, Gaben von Oel und kleiner Münze für die Erhaltung des Grabes zu spenden und den Vorgesetzten Rabbinern Almosen zu überweisen. Das Grab des Ezechiel besteht aus einer Holzkiste, die in einem von einer Kuppel überragten Raum steht. Nach dem Gebet zerstreuen sich die Pilger, vereinigen sich wieder und effen zusammen, reisen stromabwärts auf Booten und trinken eine Menge Schnaps beim Klange der eintönigen Musik des Landes, die von Trommeln und FMen begleitet wird. Die Frauen nehmen an diesen Vergnügungen nicht Theil; sie sehen von fern zu. Nach 14 Tagen kehren Alle ohne Geld nach Hause zurück. Da diese Reisen Zeit und Geld kosten, begnügen sich die Aermeren mit einem Besuche des Grabes des Scheck Jsaac, das vor den Thoren der Stadt liegt. Dies letztere Grab ist bei einem Streit zwischen Juden und Mohamedanern vor einigen Jahren in die Hände dieser letzteren gefallen und geblieben. Der „Israelit" erscheint wöchentlich zweimal, Montags und Donnerstags, jedesmal in mindestens zwei Boaen. Preis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Man abonnirt ganzjährlich, halbjährlich oder Vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Der Buchhandel verkehrt durch flf. $. -triuucker, Leipzig, -lohplatz 16. — Inserate 25 Pfennig die 4 spaltige Petitzelle oder deren Raum. Preis der Zeile im Reclamethell 75 Pfennig. — Direkte Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 8 fl. Ssterr., für's Ausland 16 Reichs-Mark, an die Spedition franeo einzusenden. Eine Rü«se«dnng der a* die MHitthtt eingesandte« Manuskripten findet nicht statt, man Bittet deAhald, stch »an alle» «insendnngen eine «opie zurüSznbehatte«. —,—.. ... .. — _ Inhalt (Hanvtblatt). Leitender Artikel: cniSDn Di’ mny. Gedanken über den Dienst im Allerbeiligsten an: Versöhnungstage. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Breslau. Wreschen. Gostpn Ostrowo. Kleinheubach a. M. Oesterr.-Ungar. Monarchie: Serajewo Pancsova. Italien: Rom. Frankreich: Paris. Rußland: Petersburg. Schweiz: Basel. Holland: Haag. Türkei: Salonichi. Argentinien: Buenos Ayres. Palästina: Jericho. Afrika: Algier. — Vermischtes. — Feuilleton: Verkauft. Eine Erzählung aus Ungarn. Von Samuel B. Rosner. (Fortsetzung). — Jüdisches Allerlei. Inhalt der ersten Beilage r Erläuterung des Gebetes yottf Mn. Inhalt ider zweiten Beilage: Zeitungsnachrichten, und Correspondenzen: Deutschland: Hamburg. Oesterr.- Ungar. Monarchie: Karlsbad. Esseg. Halas. Italien: Rom. Türkei: Konstantinopel. Afrika: Algier. — Vereine und Stiftungen : Höchberg. Diez a. L. Verantwortliche Redaction: Oscar Lehmann in Mainz. — Expedition des „Israelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'scheu Hofbuchdruckerei-Actien-Gesellschaft in Mainz. Hierzu zwei Bettagen.

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