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Der Israelit · 1898-08-17 · Heft 64-65 (17.8.1898) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 64-65 (17.8.1898)
Date
1898-08-17
Page
– (sequence 6)
Language
German
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gedachte unseres Großherzogs uub brachte auf denselben ein Hoch aus, das begeisterten Widerhall fand. Eine Tanzunterhaltung beschloß das schöne Fest, auf das der Verein und die hiesige israelitische Gemeinde jederzeit stolz sein darf. Schweiz. D. Zürich, v. August, lieber einen Absturz am Stanserhorn berichtet das „Vaterland": Eine Gesellschaft junger Leute aus Baden im Kanton Aargau unternahm letzten Mittwoch einen Ausflug nach dem Stanserhorn. Den Berg hinauf ward die Bahn benutzt und droben im Hotel genächtigt. Am Morgen darauf, am Donnerstag, zerstreute sich die Neifegesellschaft, indem oic Einen zu Fuß, die Anderen mit der Bahn zu Thale gingen. Ein Trupp, der für den Abstieg den Fußweg nach Stans auf der Ostseite des Berges gewählt hatte, kehrte unterwegs in der Wirthschaft zur „Alpenrose" ein. Die Wirthin, Frau Püntener, unterließ ans Befragen nicht, die Leute über den an sich ganz gefahrlosen Weg aufzuklären; sie warnte namentlich, von: Wege abzugehen und etwa Abkürzungen den Planken des Grates entlang zu versuchen. Eine Strecke weit begleitete Frau Püntener die Leute. Allen Warnungen zum Trotz ließen sich's zwei Waghalsige nicht nehmen, den Fußweg zu verlosten und den Grat entlang zu gehen. Von einem Gewitter, des Nachts über die Gegend gezogen, waren die Planken hier sehr glatt Mangels Bergschuhe oder sonst genagelter Schuhe gestaltete sich der Abstieg für die Beiden doppelt beschwerlich. Moritz Guggenheim von Lengenau, wohnhaft in Baden (Aargau), stürzte sechzig Meter tief. Sein 21jähriger Begleiter Bloch von Brugg konnte sich in der ersten Zeit des Rutschens noch halten und ward später gerettet, mährend Guggenheim tobt blieb. Zwischen Tod und Leben schwebend, rief Bloch verzweifelt um Hilfe. Bahnmeister Rob. Russi und Bahnwärter Remigius Lussi wurden in der Fluhmatt auf dem Hilferuf aufmerksam, zumal auch von der Egg herunter Alarmrufe ertönten. Mit Decken und Heuseilen ausgerüstet, stiegen die beiden die Unglückftätte hinan. Es gelang, den Bloch mit Seilen aus seiner entsetzlichen Lage zu befreien. Von Schürfungen abgesehen, hat ihm die Nulschparthie weiter nichts zuleide gethan. Guggenheim aber lag mit zerschmettertem Kopf tief unten im sogenannten „Katzenloch" hinter der Alphütte Fluhmatt. Rob. Lussi stieg hinunter und ermöglichte so die Bergung der Leiche, die heute Freitag, nach erfolgtem gerichtlichen Augenschein nach Baden befördert wurde, während Bloch die Heimreise schon Donnerstag Abend antrat. In der Reisegesellschaft befand sich auch Rabbiner Dr. Ehrmann. Sprechsaal. oit der i res stichelt Abhandlung, „Die Nahrung des gesunden und kranken Magens", in Nr. 6k des Israelit, findet sich der folgende Passus: „Das Fleisch von Hirsch, Reh oder Rebhuhn, das religion-gesetzlich zulässig ist" n. s. w Hierauf erlaube wir zu bemerken, daß die Zulässigkeit von Rebhuhn sehr in Frage steht, von den größten rab binischen Eapacitäteu lvird das Rebhuhn zuni Genüsse verboten. S. p"-> ‘'D ö"ini y"nN p?n rtfy’ so? 'rn, welcher sich ans nariwXD nmtS'n beruft. Demnach muß das Rebhuhn von der jnd. Tafel fern gehalten werden. A. H. K lein, Rabbiner, Szilas-Balhäs, Ungarn. vermischtes. Worms- Unter beit hiesigen (rmpfangsberechtigten der (5 e u t e u a r - M e d a i l l e befindet sich unter vier Frarren auch eine Jüdin: Frau Henriette Unger, geb. Mannheimer, jetzt in Eannstatt wohnhaft. Feuilleton. —verkauft, — Eine Erzähl u n g ans Ungar n. Non Samuel B. Rosner. l. Die sonnige Schwermuth des Spätsommers lag über die Welt gebreitet .... 'Rach der Zeit des jugendfrohen Aufblühens, des herrlichen Empor sprossens aller Keime, war die Natur am Zenithe der Entwickelung angelangt, welchem nach einer kurzen Dauer scheinbaren Stillstandes das allnrählige, aber unerbittliche Abwelken und Vergehen folgen sollte. Zwar lachte, blühte und leuchtete es noch allerorten, aber die herzerfreuende Frische von ehedem war weg. Ein unsichtbar im Verborgenen waltender Geist des Vergehens schielt sie mit tödtendem Odem hinweggeweht zu haben. Ahnungsvoll schwer neigten die vollaufgeblühteu Blulnen das Haupt zur Erde und in der stillen, warmen, goldklaren Luft zitterte es lvie ein Hauch des Todes .... Sichel und Senfe hatten ebenfalls das ihrige beigetragen, um der Welt einer! verwelkenden Anschein zu leihen. Auf den kahlen, gelben Stoppelfeldern brütete heiß der Sonnenschein, stiller war der Wald geworden und über die Wiesen zogen sich weitgespannte, weiße Fäden und blickten aus der Ferne, von jedem Lufthauch bewegt, gleich gesponnenem Silber .... Trauerhaft klangen die Glocken der heimziehenden Kuhheerden in den Frieden des sonnenhellen Sommerabends. Von einer luftigen Berghalde herab schwang sich weitschallend durch die ruhige Lust der einsame Sang eines Hirtenknaben. Die Wälder, die sich wellig den stolzen Gebirgszügen anschmiegten, erglänzten

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