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Der Israelit · 1898-08-17 · Heft 64-65 (17.8.1898) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 64-65 (17.8.1898)
Date
1898-08-17
Page
– (sequence 3)
Language
German
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oerleugnen in unseren Abonnements-Einladungen in den Tagcsblättern die Firma, unter der Dr. L e h m a n u die Zeitung begründet, nämlich die „Firma" „Centralorgan für das orthodoxe Jndenthum." Auf diese lächerliche Anschuldigung sei erwiedert, das; diese Einladungen seit HO Jahren oder noch länger stets mit ganz wenig Abweichungen denselben Wortlaut haben. Wenn auch bei der knappen Form, die die hohen Preise der Inserate bedingen, nicht ausführlich der obengenannte Titel erwähnt ist, so ist aus den Einladungen doch immer sehr deutlich ersichtlich, welche Tendenz der „Israelit" verfolgt. So begann unser diesjähriges Inserat mit den Worten: „Allen Juden die noch treu zum angestammten Glauben der Väter halten, sei rc. Wir.glauben, außer Herrn Neustadt wird wohl jeder Leser der Annonce gemerkt haben, daß der „Israelit" kein Blatt ist, das etwa für die Verlegung des Sabbats auf den Sonntag plaidirt. Herr Dr. Neustadt wirft uns ferner vor, wir hätten einen Dreyfuß-Artilel des verstorbenen Dr. Mayer —Zweibrücken aus seiner Zeitung „geplündert." Dieser Artikel enthielt eine kurze Mittheilung über die nächsten Verwandten des Exkapitains in Elsaß, sie war bereits durch eine große Reihe von Blättern gegangen, von denen keine irgend eine Quelle angab; welchem Blatte wir sie entnommen, vermögen wir heute nicht mehr zu sagen, sie umfaßte in unserer Zeitung ganze 26 Zeilen und es beruht ans stillschweigender Convention der besseren Zeitungen, bei derartigen bedeutungslosen Nachrichten sich gegenseitig nicht immer zu nennen. Wenn dem Herrn Nedaeteur vas nicht bekannt ist, dann hätte er, um nur ein Beispiel aus Vielen herauszugreisen (es liegen uns nur wenige Nummern der fraglichen Zeitung vor, sonst könnten wir die Beispiele gewiß um erhebliche vermehren), doch bei dem Abdruck des Artikel-: „Bismarck und Simson" in Nr. 28 seiner Zeitschrift, der wörtlich der „Frankfurter Ztg." entnommen ist, diese als Quelle angeben müssen. Oder ist vielleicht der Leitartikel in Nr. 80 Ihrer Zeitschrift „Eine von Juden geschaffene Industrie", bei dein Sie keine Herkunft anzeigen, Ihre Originalarbeit, oder die Erzählung „Rothschild's Erbschaft"?? Ja Bauer, das ist ganz was Anders. Der Herr Doktor darf alle möglichen Blätter ausziehen, so gut er nur kann. Wagt aber ein Anderer auch nur Weniges seiner Zeitung zu entnehmen, so fällt er über ihn her, wie eine losgelassene Meute. Der Herr klagt uns des Ferneren an, wir hätten einen Artikel des Herrn Dr. Bamberger Schildberg seiner Zeitung flachgedrückt, obwohl Letz lerer ausdrücklich es zur Bedingung genlacht habe, das I. V. als Quelle anzugeben. Da Herr Dr. Neustadt uns mit Klage gedroht hat und bei dieser Gelegenheit Herr Rabbiner Dr. Bamberger wohl als Zellge fungiren wird, so wird es sich ja herausstellell, ob diese Behauptung des Klägers sich als wahr erweisen wird; auch ob das vom I. V. dem Herrn Dr. Bamberger etwa gezahlte Honorar für den ausschließlichen Abdruck im I. V. bestimmt war, so daß der genannte Herr nicht berechtigt war, einen zweiten Abdruck an uns zu vergeben. Betreffend die Entscheidung des Breslauer Gemeindevorftandes unterstellt uns Herr Dr. Neustadt die Absicht, als hätten wir mit Vorbedacht die Z. d. I. statt sein Blatt als Quelle genannt; darauf zu erwiedern, dürfte wohl für den graddenkenden Leser überstüssig sein. Den Abdruck unserer Inserate haben wir dem Blättchen, so lange es uns gegenüber sich nicht unanständig betrug, wie so vielen anderen, gern gestattet, lvir dachten, es kann unseren Inserenten ja nichts schaden, wenn ihre Anzeigen von anderen jüdischen Blättern, wenn sanch mit noch so kleiner Anflage, kostenfrei nachgedrnckt werden. Nunmehr müssen wir uns aber eine derartige Ausbenterei, wegen welcher politische Zeitungen schon zu empfindlichen Strafen verurtheilt wurden, energisch verbitten. Wir muffelt dies um so eher thun, als in jüngster Zeit sich bei dieser unlauteren Manipulation allerhand Unzutraglichkeiten herausstellten. Der Abdruck geschah nämlich durch verschiedene jüdische Blätter mit einer solchen Nachlässigkeit, mit so vielen Druckfehlern re., daß die nachgedruckte Annonce oft einen ganz andern Sinn erhielt wie das Original und daß die Inserenten sich bei uns deßhalb beschwerten.*) Am Meisten hat sich das Blatt darüber geärgert daß es glaubte, ans unserer jüngsten Notiz entnehmen zu müssen, daß wir cs für ein Lokalblatt hatten. Ja, verehrte Eollegin, wenn Sie in jeder Nunimer Ihres Blattes als dessenVcrbreitungsbezirk sechszehn Breslauer Eonditoreiell, Eafe's, Hotels und Kneipen angeben, dann sind Sie doch selbst schuld, daß man Sie für ein Lokalblatt hält, Sie geben keine einzige Kneipe etwa in Chigaeo oder in Johannisburg an, irr der Ihr Blatt gelesen wird, ja nicht einmal eine in Stettin oder Ratibor obivohl doch in allen diesen Orten genug deutschredende Inden wohnen. Wie bereits bemerk!, will Herr Neustadt uns verklagen, während e r doch alle Ursache hätte zu schweigen, wir erinnern uns dabei unwillkürlich eines *) So fehlt beispielsweise bei dem Nachdruck des Inserats der Sunagogengemeittde zu Memel, das in der gleichen Nummer des I. B., in dem der Isr. ivegen Nachdruck angegriffen wird, ans diesen! nachgedruckt ist, l!!!) die Bemerlung, daß als Borbeter guatifizirte Bewerber bevorzugt sind, sowie daß die Stelle mit ziemlichen Nebeueinnahmen vertuüpst ist. Solche nachlässige und mangelhafte Nachdrücke dienen nur dazu, die Nesleelanteu irre zu führen, ihnen unnöthige Mühe und Kosten zu verursachen und es ist für das jüdische eZeitungswesen nuv von Bvrtheil, wenn derartige Auswüchse beseitigt werden.

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