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Der Israelit · 1898-08-08 · Heft 62 (8.8.1898) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 62 (8.8.1898)
Date
1898-08-08
Page
– (sequence 6)
Language
German
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1140 lebenden Mann) auf, und zur Strafe seines Vergehens entziehen Sie demselben ans ein Jahr seine religiösen Rechte. Meinem Prinzip getreu, muß die Aufnahme Klaubers durch Unparteiische vorgenommen werden. (Die Unparteiischen haben sich in dem früheren Geschäftsinhaber der Firma Klauber und Onkel der Frau Klauber gezeigt.) „Braucht Ihr frommer zu sein als der Raw? Einen der drei Herren, der ihn auf das diesbezügliche Verbot in der Thora (wo über die Schwere des Vergehens, eine Bruders-Wittwe mit Kindern zu heirathen, gesprochen wird) aufmerksam machte, anschrie, „dies steht nicht geschrieben, zeigen Sie es mir?" 2. hat es z. Zt. unserer Väter ein Consistorium gegeben, das einen Gemeindevorstand ohne weiteren Grund seines Amtes enthoben, weil dieser Vorstand sich nicht zur Aufnahme von schweren Gesetzesverletzern hergab, das befreundete Herren zum Vorstand berufen, die schon früher dem Gemeinde-Vorstand angehörten und wovon einer der beiden, dem Consistorium schon früher als Störenfried bezeichnet wurde. 3. gab es ein Consistorium, das sich um einen Protest, der von der Mehrheit der Gemeindemitglieder unterzeichnet, und der gegen die Ernennung eines solchen Vorstehers gerichtet war, nicht im Geringsten störte? 4. gab es ein Consistorium, das, nachdem das Mikwe schon seit einem Jahr nicht mehr benutzt werden kann, ein diesbez. Ersuchen um Reparatur übersieht und das Mikwe seinem Verfall überläßt? 5. gab es zur Zeit unserer Väter eine israelitische Behörde, die in einer Gemeinde Lothringens, einen „Parnes" eingesetzt, der koscheres Fleisch und nebenbei auch noch Schweinefleisch verkauft? Niemand wird glauben, daß dies die von nnseren Vätern vererbten Sitten und Gebräuche sind. Unsere Väter wandelten in anderen Bahnen, Herr Alsaticus. Wir in Elsaß-Lothringen wollen nicht blerben, was wir momentan leider sind, wir wollen wieder bester werden, wir wollen den bekannten Gerechtigkeitssinn unserer hohen Regierung anrusen, damit unsere Zustände geregelt werden, damit man uns mehr Selbstständigkeit unb eine Verfassung gleich den übrigen Provinzen Deutschlands zubilligt. Ein Abonnent. E. Barnverg, 4. August. (Aus alterZei t.) Am PantaleouStage waren es 600 Jahre, daß in Bamberg 165 Personen jüdischen Glaubens und verschiedenen Alters dem Volksaufstande zum Opfer fielen. Aber nicht allein in Bamberg kan: das Maffacre vor, sondern in ganz Franken, in den Ortschaften rings um Bamberg, wie Stuffenberg bei Baunach, Eggolsheim, Ebermannstandt und dann in Kronach, Forchheim, .Hollfeld. Burgkundstadt und ebenso zu Nürnberg und Würzburg. Am 1. August wurde in Nürnberg die ganze jüdische Gemeinde aufgerieben. W. Buchsweiler, 5. August. Vorige Woche verließ der Rabbiner Dr. Netter unsere Stadt, um nach Saargemünd übei zusiedeln und dort seine neue Stelle, welche ihm übertragen worden ist, anzutreten. Während seiner siebenjährigen seelsorgerischen Thätigkeit hat er es verstanden, sich die Liebe und Achtung der israelitischen Bevölkerung zu erwerben, nicht minder auch die Spmpathieen der Bürgerschaft im Allgemeinen. O e st e r r.- U n g a r. Monarchie. Wien, 1. August. Unter dem Titel: „Der jüdische Arbeiter", Organ für die Jnteresten der jüdischen Arbeiterschaft, giebt der bekannte Zionist Dr. S. R. Landau, der frühere Mitarbeiter der „Welt", eine neue zionistisch-sozialistische Zeitschrift heraus, die die Jnteresten des jüdischen Proletariat und der jüdischen Arbeiterschaft, wie es in dem Prospect zu lesen ist, „bisher von der jüdischen Publicistik in unverzeihlicher Weise vernachlässigt", vertreten sollen. „Ein Opfer antisemitischen Boykotts", so heißt es in dem Prospekte weiter, „ein Ausbeutungsobjekt für jüdische Kapitalisten und ein heimathsloser Fremdling, der im Kampfe um das trockene Brot von einem Arbeitsmarkt aus den anderen geschleudert wird, hat der jüdische Arbeiter keinen Freund, der für ihn spricht, kein Organ, das für ihn eintritt." „Der jüdische Arbeiter" soll nun dieses Organ sein. Türkei.? Konstaiitrnopel Sicherem Vernehmen nach ist der Sultan durch jüdische Persönlichkeiten von Rang attf die schlimme Lage der Israeliten in dem aufständischen Uemen aufmerksam gemacht worden und hat zugesagt zu ihren Gunsten 511 interveniren. -£• Vermischte;,. -4- Berlin Der Kaiser verlieh die Centenarmedaille der Frau Mar Rosenbaum, geb. Eleonore Löwenstein, in Hamburg. die sich im Besitze der Kriegsdenkmünze von 1870/71 für Nichtkombattanten befindet. Hamburg. Vor einigen Tagen ist hier, 81 Jahre alt, „der letzte jüdische Polizist", G. Meyer, gestorben. Er war der einzige noch übrige Beamte der sogenannten jüdischen Fremdenkommission, die bis zur neuen Verfassung von 1859 von Staatswegen daS jüdische Fremdenwesen, namentlich die polnisch-russische Einwanderung, zu überwachen hatte. Meyer war mit einem Kollegen bei Aufhebung der Fremden» kommission im Dienste der jüdischen Gemeinde als der Rechtsnachfolger in jener Konnnission verblieben und hatte das Recht behalten, Uniform und Degen zu tragen, auch Verhaftungen vorzunehmen. Bei größeren Ansammlungen vor der Synagoge, bei Beerdigungen u. s. w. war er bis in die letzte Zeit noch aktiv. immmm—

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