Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 61 (4.8.1898)
- Date
- 1898-08-04
- Page
- – (sequence 35)
- Language
- German
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hat an die Kolonie die nöthigen Medikamente und kräftigen Weine geliefert. Herr Dr. Cohn von der Kolonie Sichron Jaakob hat mit Zustimmung des Herrn Baron seine ärztliche Hilfe in uneigennütziger Weise den Kranken von Chedera, wie auch den Kranken anderer Kolonien zur Verfügung gestellt. (Fortsetzung folgt.) Die israelitische Erziehungsanstalt zn Ahlem bei Hannover. Zweiter Bericht. Umfassend den Zeitraum vom 1. Juni 1895 bis zum 15. September 1897. (II. Fortsetzung.*) -^ ^— Die Garten- und Feldwirtschaft der Anstalt konnte bis jetzt noch keinen Heberschuss ergeben, da die Gärtnerei bei uns nicht so wie in einer Privat - Erwerbswirthschaft betrieben werden kann, sondern in den Dienst der Erziehung treten muss, derart, dass die Tätigkeit der leitenden Gärtner zum grossen Theile zur Anlernling der Lehrlinge verbraucht wird. Daneben wird naturgemäss durch die ungeübten Hände der Zöglinge Vieles verdorben, ein Umstand, der nun einmal mit unserer Betriebsweise unzertrennlich verbunden ist. Die nasse Witterung des Jahres 1896 hat ebenfalls zu dem schlechten Ergebnisse beigetragen. Ein fühlbarer Umschwung in dem Betriebsergebnisse der Gärtnerei wird erst eintreten können, wenn die zahlreichen jungen Obstbäume einen Ertrag liefern, und wenn der grösste Tlieil des ursprünglich aus Ackerland bestehenden Areals durch wiederholte kräftige Düngung und Bearbeitung in wirklicher Gartenkultur stehen wird. Wenn wir bei alledem auf eine Vergrößerung unseres Grundbesitzes bedacht waren, so leitete uns dabei die Erwägung, dass es im Interesse eines Theiles unserer Zöglinge liege, mehr als bisher neben der Gärtnerei auch Landwirtschaft zu betreiben, wozu aber unser bisheriger Grundbesitz nicht ausreichte. Glücklicherweise hatte der Stifter unserer Anstalt, Herr Consul Simon, schon vor mehreren Jahren einige benachbarte Parzellen in der Grösse von 6 ha 17,44 ar ungefähr 233/4 hannov. Morgen, zum Preise von 1800 Mark für den Morgen erworben, und stellte uns Ende 1896 diesen Besitz zum Selbstkostenpreise zur Verfügung, obgleich heute der dreifache Preis dafür zu erzielen gewesen wäre. Natürlich nahmen *) 8. Nr. 666. wir, unter Zustimmung des Kuratoriums und dessen lebhafter Danksagung, dieses Anerbieten an. Zugleich erwarben wir zur Abrundung des ganzen Besitztums und zur Vermeidung in Aussicht stehender Nachteile, ein zwischen dem alten und dem neuen Besitze liegendes kleines Grundstück zu dem unter den jetzigen Verhältnissen massigen Preise von 15000 Mark. Infolge all dieser so überaus notwendigen Erweiterungen begannen wir das Jahr 1897 mit einer Schuldenlast von rund 58000 Mk. Dazu kamen und werden in Kürze kommen für das letzterwähnte kleine Grundstück 15000M.; Fertigstellung uud Einrichtung des neuen Schul- und Wohnhauses 14000 Mk.; Anlage der neuen Gewächshäuser 20000 Mk.; Einrichtung einer Verkaufsstelle in Hannover 5000 Mk; Anschaffung von Pflanzen und Inventar 15 000 Mk.; zusammen rund 127000 Mk. Dagegen werden wir im Jahre 1897, soweit bis jetzt vorauszusehen, zu berechnen haben: die Einzahlung ans dem Hamburg-Fond der Frankfurter Loge der Bne-Brith 3000 Mk.; das Darlehn der Grossloge der Bne-Brith 10000 Mk.; die beiden oben erwähnten Stiftungen von je 2500 Mk. 5000 Mk.; zus. 18000 Mk., so dass uns Ende 1897 voraussichtlich eine Schuldenlast von rund 110 000 Mk. obliegen wird, deren Verzinsung allein etwa 3500 Mk. erfordert. Dabei vorausgesetzt, dass die laufenden Ausgaben mit Hilfe der Woblthätigkeit unserer Freunde gedeckt werden, was in diesem Augenblicke noch nicht feststeht. Wir hoffen, dass diese Darstellung unserer Finanzlage dazu beitragen wird, die Einsicht zn verbreiten, dass unsere Anstalt durch grosse Zuwendungen nicht minder wie durch die kleineren regelmässigen Beiträge unterstützt werden muss, wenn es dem Unterzeichneten Vorstande möglich sein soll, sein Amt in gedeihlicher Weise zn führen and alle Kraft auf die Erreichung des