Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 61 (4.8.1898)
- Date
- 1898-08-04
- Page
- – (sequence 34)
- Language
- German
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126 Bericht über clieThätigkeit des Kolonisations-Comite s in Odessa vom 1 Jjar5653 bis zum 1. Jjar 5656 (16. April 1893—13. April 1896). Berichte über die Kolonien. Anszfige ans den Zuschriften des Exekutiv-Comites. In den jüngsten drei Jahren hat sich die Lage der Kolonien im heiligen Lande bedeutend verbessert. In einigen Kolonien sind die verworrenen, trostlosen Verhältnisse verschwunden, und haben geordneten Zuständen Platz gemacht; andere wiederum sind ihrem Ziele wesentlich näher gekommen. Das Exekutiv-Comitö erachtet es zunächst bei der Schilderung der Lage unserer Kolonien für seine Pflicht, über die Kolonie Chedera zu berichten, über welche bisher wenig bekannt war. Dann soll die Lage der neuen Kolonien Solan und Ejn-Sessim beschrieben und die früheren Berichte über die übrigen Kolonien ergänzt werden. A. rmn (Chedera.) Klima. Chedera liegt etwa in der Mitte zwischen Jaffa und Chaipha an der Küste des mittelländischen Meeres. Die Felder der Kolonie stellen sich dem Auge als eine weite Fläche dar, welche sich gegen Osten bis zu der zum Häuserbau bestimmten Stelle etwas hebt, von dort aber wieder senkt. Man gelangt nach Chedera auf dem Wege durch ein tiefes Thal, dessen Boden am Ende des Sommers schwarze Farbe zeigt, sich nach dem ersten Regen mit einem grünen Wiesenteppich überzieht, sich aber dann im Frühling in einen tiefen Sumpf verwandelt, welcher verschiedene Krankheiten erzeugt. Oestlich von der Kolonie ist ein ähnlicher, noch grösserer Sumpf, durch welchen die Strasse von Sichron-Jaakob nach Chaipha führt. Ein dritter, kleinerer, aber tieferer Sumpf, welcher niemals trocknet, heisst und liegt an der Südwestgrenze von Chedera. Ein vierter, sehr kleiner Sumpf, liegt auf der Nordwestseite, welcher ebenfalls nachtheilig auf die Gesundheit einwirkt. Ein Theil eines im Südosten liegenden Sumpfes, ntxj, gehört zum Gebiete von Chedera. Die Grenzen von Chedera sind im Norden : ’byn yv, die Ländereien von D e m a r, der Teich Batiach, von welchem ein Theil sich in das Gebiet von Chedera und das daran grenzende Dorf hinein erstreckt; nordöstlich ein der Regierung gehörendes Sandfeld; im Osten die Felder der Tscherkesseb; im Südosten das Dorf Neta, und im Süden das Dorf Wadi el Chaured. Alle Grenzstreitigkeiten sind gegenwärtig beigelegt, und die Kolonisten von Chedera leben jetzt friedlich mit ihren arabischen Nachbarn. Chedera gehört nach der offiziellen Verwaltung zum Kreise Caesarea, Bezirk Chaipha, Provinz Beirut. In der Umgegend halten sich auch Beduinen auf, welche sich zuweilen mit Viehzucht und Landbau beschäftigen, und zwar pflegen sie die Felder der Kolonie zu pachten. Chedera, welches, wie gesagt, an der einen Seite die Meeresküste berührt, und an der anderen Seite an Sümpfen liegt, hat eine sehr feuchte Luft. Die Temperatur ist desshalb eine ziemlich gleichmässige, sinkt Nachts nie so tief, als in der Umgegend von Jerusalem, und steigt nicht so hoch als in Sichron Jaakob, oder gar Jaffa und Chaipha. Schnee ist dort unbekannt, Regen, wie in allen Küstengebieten, sehr häufig. Die Wasser Verhältnisse der Kolonie sind günstig. Von den vorhandenen Sümpfen hat Mts« nan? so kiares Wasser, dass er eher See als Sumpf genannt zu werden verdiente. Es leben in diesem Wasser zahlreiche wilde Enten und Frösche; dasselbe ist auch zur Fischzucht geeignet. Ferner ist ein stets wasserreiches Flüsschen, Nehar el Ahdar, und einige Quellen vorhanden, welche jedoch in der heissen Jahreszeit zu versiegen pflegen. Grundwasser ist in mässiger Tiefe enthalten. Der Brunnen, welcher die ganze Kolonie mit Wasser versorgt, ist 7 Meter tief, an einer Stelle findet sich schon in einer Tiefe von 3—4 Meter Wasser. Dieses Wasser ist zwar von tadelloser Farbe und Wohlgeschmack, aber nicht gesund zum Genüsse. Hier könnte nur Trockenlegung der zahlreichen Sümpfe eine günstige Aenderung herbeiführen. Der Gesundheitszustand pflegt in Chedera von Schebat bis Elul befriedigend zu sein. In letzterem Monate häufen sich jedoch Erkrankungen am Fieber, welche nach dem Eintritte der Regenzeit abnehmen und im Monate T e b e t h zu verschwinden pflegen. Die Gefährlichkeit des Fiebers hat in den letzten Jahren nachgelassen. Herr Baron v. Rothschild