Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 61 (4.8.1898)
- Date
- 1898-08-04
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
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- Baku 1× ep/1000527
- Malchin 1× ep/1045119
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1145 schäftigt." Das Gericht entschied, daß auch das Beschäftigen von israelitischen Gehülfen an Sonntag- Nachmittagen nach zwei Uhr verboten sei, und setzte 10 Mark Geldstrafe fest. 1*^ rx annwe ^'1. 8. Dich a. d. Lahn, 31. Juli. In den Räumen des hiesigen „Deutsch-Jsr. Kinderheims" vollzog sich heute eine erhebende Feier. Die Haussynagoge der Allstalt, in welcher alltäglich Morgens und Abends Gottesdienst abgehalten wird, entbehrte bis jetzt ein eignes “ec. Dem Wunsche, ein solches zu besitzen, kanl der zu allem Guten und Edlen stets bereite Freiherr W i l h e l m v. Rothschild n entgegen, indem er für die Anstalt eine prächtige rm-i nee schreiben und mit allem Zubehör ausstattcn ließ. Das ist ein Meisterstück der Schreibkunst, wie es auch nur aus der Feder des berühmten ‘ibid, Herrn Bunimowitsch in Frankfurt a. M., hervorgehen konnte. Herr Lasiar Maillz aus Frankfurt a. M., Vorsitzender in der Verwaltung des Kinderheim, brachte das isv hierher, um es der Anstalt zu überreichen. Der Hausvater, Herr Kadden, richtete an die versammelte Kinderschaar eine herzliche Ansprache, wies auf die Bedeutung des Geschenkes hin, ermahnte sic, stets treue Jünger der rrrn zu bleiben und dem edlen Spender durch stetes Festhalten anl Worte Gottes, durch treue Pflichterfüllung, durch frommes jüdisches Lebeil dem edlen Spender ihre Dankbarkeit zu belveisen. Nach Absingung des rmrt1 wurde das “cc in den fcnpn pnx gestellt, unb so war die schlichte aber erhebende Feier beendet. Nebenbei sei erwähnt, daß die Allstalt sich immer mehr llnd mehr eonsolidirt und im lausenden Jahr die Anzahl ihrer Zöglinge bedeutend vermehrt hat. Dllrch das ständige p:o, das in der Anstalt gehalten wird, ist die Verwaltung in beit Stand gesetzt, Verpflichtungen für Kaddischsagen zu übernehmen, und, wie der letzte Bericht ausweist, sind bereits auch diesbezügliche Stiftungen gemacht worden. 8. Schwerin i. M., 5. August. Auch der Verbandstag der mecklenburgischen Thierschutz-Vereine, welcher vor einigen Tagen in Malchin stattfand, hat sich mit der Schächtfrage beschäftigt. Das Ecgebniß war eine nachdrückliche Stellungnahme zu Gunsten unseres rituellen Schlachtverfahrens. Nach einem eingehenden Referat des Delegirten des hiesigen Vereins wurde unter Hinweis auf die gutachtlichen Zeugnisse der maßgebendsten Autoritäten der Physiologie und Veterinälkunde in Uebereinstimmung mit dem Seitens des Verbandstages in Güstrow i. I. 1894 gefaßten Beschlüsse eine Resolution des Inhalts angenommen, daß „in dem nach Mischern Ritus ausgeführten Schlachtakte eine Thierquälerei nicht zu erblicken" und deßhalb für ein Verbot oder auch nur eine Einschränkung desselben keine Veranlassung sei. Dieses erfreuliche Resultat ist in erster Reihe den Bemühungen unseres verehrten Herrn Landrabbiners Dr. Feilchenfeld zu danken, welcher dem Verbandstage die „Gutachten-Sammlung" und das in Ihrem Blatte mitgetheilte Protestschreiben des Kattowitzer Thierschutz-Vereins gegen den Beschluß des Hamburger-Verbandstages, sowie anderes informirendes Material zugehen ließ. Uebrigens ist dem Herrn Landrabbiner Seitens unseres Ministeriums die Zusicherung ertheilt worden, daß unser Schlachtverfahren in Mecklenburg gegen jegliche Beeinträchtigung geschützt bleiben werde. Eine Deputation der städtischen Behörde wohnte dem Schächten im Schlachthose bei und sprach sich übereinstimmend sehr günstig darüber aus. Rußland. I). Baku. Zu den antisemitischen Exceffen in Baku berichtet der „Kaspi": Die angestellte Untersuchung hat ergeben, daß der Raub eines Knaben in böswilliger Absicht fingirt worden war. Die Mystifieation ist von einem Tataren ausgegangen, der den Kubaschen Ragimilow zu der Rolle beredet hatte, die dieser in der Affaire spielte. Vereine und Stiftungen. Köln, 2. August. Der soeben erschienene Bericht vom „Israel. Asyl für Kranke und Altersschwache" für das Jahr 1897 führt sich mit folgender Einleitung ein: „Besser als Worte geben Zahlen Aufschluß über unsere Wirksamkeit im verflossenen Jahre. Es wurden 37 Altersschwache und 416 Kranke in zusammen 21 360 Verflegungstagen verpflegt. Davon entfallen 9276 Tage auf Kranke, 12 084 Tage aus Altersschwache. Die Summe der Pfleglinge sowohl als der Verpflegungstage übersteigt nur um ein Geringes die des Jahres 1896, ein Umstand, der, wie schon in unseren früheren Berichten hervorgehoben worden ist, den beschränkten Raumverhältnissen entspringt, welche trotz der vermehrten Aufnahmegesuche, besonders seitens Altersschwacher, einer weiteren Ausdehnung unserer Tätigkeit ein Ziel setzen. Die gesammte Krankenpflege konnte von jüdischen Krankenschwestern geleistet werden, nachdem wir außer den dem „Verein für jüdische Krankenpflegerinnen" in Frankfurt a. M. angehörenden Schwestern auch noch andere hinzugezogen haben. Zwei Candidatinnen sind uns von München behufs Ausbildung in der Krankenpflege überwiesen worden. W. iVüvtt), 1. August. Der Landesverein zur Unterstützung israel. Cultusgemeinden in Bayern erstattet seinen Bericht für 1897, dem wir entnehmen: Von den 46 eingelaufenen UnterstützungSgesuchen