Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 60 (1.8.1898)
- Date
- 1898-08-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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’Jfi wT1^“^ vsrr\tpmti ■■,= 1109 Was wir hier anführen konnten, ist eine nur schwache Probe der sestbegründeten und grundlegenden Jeruschalmi-Forschungen Halevy's. Wer auf diesem Gebiete an oer siegreichen Rückkehr wahrer Wissenschaft sich erfreuen will, der studire das noch viel zu wenig genannte Werk Dorot Harischonim. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. L. Berlin, 24. Juli. Ahlwardt, der Wiedergewählte, sagt den Konservativen in Wahlbetrachlungen, die er jetzt veröffentlicht hat,, allerhand Schmeicheleien, »aus denen folgende wiedergegeben seien: „Die Konservativen, das heißt in der Hauptsache der Großadel und seine lohngierigen Hilfskräfte arts dem sogenannten befferen Bürgerstande, haben gezeigt, daß sie an Niedrigkeit und Nichtsnutzigkeit der Gesinnung den Juden, von deren Geist sie vollständig durchdrungen sind, keineswegs nachstehen. Sind sie in der Vermögungsanhäufung hinter den Juden zurückgeblieben, so ist das nur ein Beweis von ihrer größeren Dummheit, keineswegs aber von ihrer geringeren Schlechtigkeit. Mag man die Endziele der Sozialdemokratie noch so sehr bekämpfen, so wird ihr doch Niemand ideale Bestrebungen absprechen können. Auch die breiten Massen der Freisinnigen- und Centrumswähler lassen sich durch ideale Ziele leiten. In der konservativen Partei dagegen zeigte sich in diesem Wahlkampfe die rohe Selbstsucht, Lüge, Heimtücke und Gemeinheit der Gesinnung in so hohem Maße, daß jeder Vaterlandsfreund das möglichst rasche Verschwinden dieser Partei als nothwendig für die allgemeine Gesundung des Volkes ansehen muß. . . Die alten Raubritter bilden wahre Joealgestalten gegenüber den durch das Judenthum verseuchten Konservativen der Jetztzeit." Das haben eigentlich die Konservativen von ihrem früheren Protege nicht verdient. Oe st er r.-Ungar. Monarchie. Czernowitz, 26. Juli. Der hiesige Verein „Zion" versendet ein Rundschreiben an die Gemeinden zum Atlschlagen in den Synagogen des Inhalts, daß man aus dem antisemitischen Corfu doch keine Esrogim beziehen möge. Von anderer Seite wird dagegen geschrieben, daß man damit nur die Corfuer Glaubensgenossen schädige. Wer hat Recht? Frankreich.? Paris. Die hiesige Union pliilantropique israelite, die während der Wintermonate eine Volksküche für Bedürftige jeden Glaubens unterhält, hat soeben ihren dritten Jahresbericht veröffentlicht. Darnach gelangten im Winter 1897/98 zur Vertheilung 195,228 Portionen, davon 4026 gratis. Die Einnahmen betrugen 8657 Frcs; aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen, wovon 4203,35 Frcs. bei dem Betriebe der Volksküche zugeschossen wurden, während der Rest dem Kapitalvermögen des Vereins zu Gute kam. Schweiz. Zürich, 25. Juli. Vom Verein jüdischer Studirender „Hessiana", Zürich erhalten wir folgende Zuschrift: Unmittelbar nach dem Zionistencongreß in Basel findet der Studententag daselbst statt und zerfällt derselbe in einen allgemeinen Studententag und einen Delegirtentag. Während der letztere die oberste Behörde des künftigen Verbandes der zionistischen akademischen Vereine ist, und, infolgedessen, nur innere Angelegenheiten desselben behandelt, hat der allgemeine jüdische Studententag eine ganz andere, viel weitergehende Bedeutung. Derselbe soll die Gelegenheit bieten, den Zionisten, wie N i ch t- Zionisten (unter der jüdischen Akademikern) sich über den Zionismus und sein Verhältniß zu den anderen Strömungen der jüdischen Gegenwart auszusprechen, ihre pro und contra darzulegen und so den Zwnismus, den doch schließlich auch seine Gegner als eine wichtige Bew gung innerhalb des Judenthums anerkennen, nach allen möglichen Richtungen hin aufzuklären und zu beleuchten. Wir laden daher diejenigen Gegner des Zionismus unter der jüdischen akademischen Jugend, die es ehrlich mit der Sache des jüdischen Volkes meinen, ein, diese Gelegenheit zu ergreifen, um durch „die Macht der Argumente und der Logik Kettenschlüffe" ihre Gegnerschaft zu begründen, und ihre Vorschläge und Ansichten darüber, wie dem jüdischen Volk zu helfen wäre, vorzubringen. Wir hoffen, daß die jüdische akademische Jugend aller Richtungen diesem Rufe nach Basel folgen wird, und betonen, daß, obwohl von Zionisten ins Leben gebracht, der allgemeine Studententag seinem Namen entsprechend ein wahrer jüdischer Studententag sein wird und allen in gleichem Maaße die Möglichkeit geben wird, ihre Ansichten zum Ausdruck zu bringen. Bis jetzt sind folgende drei Referate mit Discussion in Aussicht genommen: „Zionismus und Assimilation", „Zionismus und Socialismus," „Zionismus und Volksaufklürung." Die Herren Studenten jüdischer Nationalität, die am Studententag theilnehmen wollen, werden ersucht sich bei der Connnission des Vereins „Hessiana" anzumelden, die ihnen dann Eintrittskarten zusenden wird. Jede Auskunft erheilt die Commission des Vereins „Hessiana" per Adreffe: E. Weintraub, Zürich. Eidgenössisches Chemiegebäude.