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Der Israelit · 1898-08-01 · Heft 60 (1.8.1898) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 60 (1.8.1898)
Date
1898-08-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1110 G r i c ch c n l a n d. K Athen. Die „Akropolis", die größte hiesige Zeitung, beschäftigt sich in einem beachtenSwerthen Artikel mit der jüdischen Bevölkerung Thessaliens. Nach der Darstellung dieses Blatres sind 60 Prozent der in den thessalischen Städten verübten Plünderungen von türkischen Soldaten verübt worden, die ihre Beute nach Saloniki in Sicherheit brachten. In den Rest theilten sich Griechen und Juden zu gleichen Theilen. Das Blatt meist mit Recht daraus hin, daß die Juden Thessaliens nur durch ihre Religion von den Griechen verschieden sind. Sie bedienen sich durchgängig der griechischen Sprache, und nur bei gottesdienstlichen Verrichtungen ist das Spanisch noch im Gebrauch. Von den in Thessalien ansässigen Juden sind nicht alle Kaufleute. Viele erweisen sich als geschickte Schuhmacher, Eisendreber und Hutmacher, die von großem Nutzen für ihre griechischen Mitbürger sind. So sei es zu beklagen, daß infolge der Judenverfolgungen in Larissa ein Rückgang der dort wohnenden 220 Familien auf 120 stattgefunden habe. In Volo wohnen 150, in Trikkala 130 jüdische Familien, die ihre Kinder zum Theil in die griechischen Schulen schicken. Mehrere jüdische Studenten aus Thessalien haben sich ihr Doktordiplom an der Universität Athen erworben. Das Blatt betont die Nothwendigkeit, den Juden zum mindesten doch die gleiche Rücksichtnahme angedeihen zu lassen, wie sie die türkische Bevölkerung Thessaliens erfährt. Man möge bedenken, daß in Makedonien mehr als 120,000 Juden wohnen, die durch ihre Handelsbeziehungen und ihren Reichthum höchst einflußreich seien, somit scheine schon aus politischen Gründen ein freundliches Verhältniß zu den Juden Thessaliens geboten. R u m ä n i e n.? Bukarest. Hier ist durch ein jüdisches Comit6 eine Handels- und Gewerbeschule eröffnet worden, welche eine große Lücke auszufüllen bestimmt ist. Die kleine Zahl von rumänischen Handels- und Gewerbeschulen nehmen jüdische Schüler fast gar nicht auf. In der neuen Schule, die von der Jewish Colonisation Association 42,000 Frcs. Subvention erhält, sollen 50 Schüler ausgenommen werden, darunter 20 vollkommen frei. — In der Moldau gibt es eine Reihe von bedeutenden Ortschaften, welche sich seit langer Zeit vergeblich um das Stadtrecht bemühen. Es wäre ihnen längst bewilligt worden, aber wenn dies geschehe, so könnten die Juden nicht mehr ausgewiesen werden und aus diesem Grunde allein verweigert man den großen Dörfern die Anerkennung als Stadt. — Es ging uns hier schon immer schlimm, und die Negierung wie das Volk suchten uns mit allen Mitteln zu drücken, seitdem aber der Antisemitismus in Frankreich so überhand genommen hat, glauben die hiesigen Judenfresser jeder Rücksicht überhoben zu sein. Fortwährend kann man hören, die Juden sind ja auch in Frankreich genau so verhaßt wie in Deutschland, das ist ein Beweis, daß auch die Rumänen, die Franzosen des Ostends das Recht haben, Judenfresser zu sein. So wirken die Anfeindungen gegen unsere Glaubensgenossen in Frankreich auf unsere Verhältnisse höchst ungünstig zurück. A nt c r i f «.? New-2)ork. Die allgemeine Friedens-Union der Vereinigten Staaten hat beschlossen, einen Weltfriedens-Kongreß im Anfänge des nächsten Jahrhunderts in Jerusalem abzuhalten. Schon soll der Sultan seine Erlaubniß gegeben haben und ein Komitee ist gewählt worden, um die weiteren Schritte und Arangements, die nöthig erscheinen, einzuleiten. P a l ä st i n a. W. Jerusalem, 24. Juli. In Folge der falschen Meinung, daß die Juden in Palästina einen unabhängigen Staat gründen wollen, was natürlich der hohen Pforte nicht recht wäre, da sie ohnehin Schwierigkeiten genug hat, erhielt der hiesige Pascha Befehl, die Einwanderung von Juden streng zu überwachen. Er conftituirte deßhalb einen besonderen Ueberwachungsrath. Jeder jüdische Einwanderer muß 1000 Frcs. Kaution stellen, daß er in 80 Tagen das Land wieder verläßt. Wer diese Summe nicht zahlt, darf nicht landen. Vorerst gilt die Verordnung für Israeliten aus Rußland, Oesterreich-Ungarn und Rumänien. Afrika.? Salisbury. (Südafrika.) Die hiesige jüdische Gemeinde ist allmählich soweit angewachsen, daß sie an den Bau einer eigenen Synagoge gehen kann. Auch eine Chewra-Kadischa hat sich schon gebildet und kürzlich fanden feierliche Gottesdienste statt, zu denen man den Rev. Friedmann aus Baluwago als Prediger kommen ließ. So schreitet das Judenthum hier in Südafrika mächtig fort. Briefkasten der Expedition. Al S. in K.: Wenden Sie sich gcfl. an I. Kauffmann, Buchhandlung, Frankfurt a. M., Börncstraße 41. E in H. r Postanweisung richtig erhalten. Soolbad Harzbarg, Park-Haus. Etablissement 1. Ranges mit. Aussicht Sr. Ehrw. des Rabb. Dr. Auerbach, Halberstadt. Jed. Samstag Gottesdienst i. Hanse. _ Pension von M 6.50 an- M. Hecht.

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