Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 60 (1.8.1898)
- Date
- 1898-08-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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1108 durch die Ungunst der Zeiten dem Jeruschalmi das fehlt, was Abaja und Raba, sowie R. Aschi und seine Schule zusammen mit den geflüchteten palästinensischen Gelehrten für den Babli geleistet haben. Der Jeruschalmi sieht so aus, wie der Babli aussehen würde, wenn Alles, was nach Rabba und Rab Josef hinzugefügt und ausgeglichen wurde, dort fehlte. Der Babli hat den Jeruschalmi bis zu einem gewissen Grade in ähnlicher Weise berücksichtigt, wie er er mit den verschiedenen Sammlungen der Boraita'S that. Und ebensowenig, wie es Jemand einfallen wird, zu behaupten, der Babli habe z. B. den Sifra nicht gekannt, weil er ihn nicht vollständig citirt, ebenso unsinnig ist cs, dem Babli die Kenntniß des Jeruschalmi abzustreiten. Wenn Zacharias Frankel auf eine unklare und verdächtige karäische Notiz gestützt, den letzten Amoraim, den Saboraim und vorsaadjanischen Gaonen Unkenntniß des Jeruschalmi vorwerfen konnte, so zeigt das nur, mit welch' feindseliger Voreingenommenheit man lange Zeit an die Talmudkritik ging, und zu welch' absurden Behauptungen die bewußte und unbewußte Feindseligkeit gegen den Talmud führen mußte. So deutlich wie möglich bezeugt uns R. Jizchach Alfasi die große Vertrautheit der babylonischen Gesetzeslehrer mit dem Jeruschalmi (Ende Erubin). 10X1 'XÖ2 [S TIEO'X xb X1'71'1°? [te X1C31 [”701 [1'31 lru'xi xin xinoi frsoö [te »iw te* xoipo w «1032 ’xm inf? opi ixi> \s 73'0 ec xoijns '321 '2:2 'X'po «*i .113'X. iH •ntr in xb xn xscoi ',xb x2ij;o '321 xio'o „Sobald unsere Gemara erleichternd (an einem z. St. behandelten Fall) entscheidet, brauchen wir uns um das Verbot des Jeruschalmi nicht zu kümmern; denn auf unsere Gemara, als auf die spätere, verlassen wir uns. Und sie kannten den Jeruschalmi besser als wir und wenn sie nicht überzeugt davon gewesen wären, daß der betreffende Ausspruch der palästinensischen Gelehrten keine Autorität hätte, hätten sie es nicht erlaubt." Frankel ist von dem Zeugniß seines Karäers, daß die letzten Amoraim den Jeruschalmi nicht gekannt haben, so sehr überzeugt, daß er sich erlaubt nach einer nichtssagenden Begründung über die Worte des R. Jizchak Alfasi, sowie über einen ähnlichen Ausspruch des R. Jonathan hinwegzugehen. Vielleicht hätte für ihn die karäische Autorität doch von ihrem Werthe verloren, wenn er das schon oben erwähnte Gutachten des R. Hai Gaon im Eschkol gesehen hätte. Wir wollen einen Theil der von Herrn Halevi eitirten Worten des R. Hai hierhersetzen, mix 3°L> n 10X13 iranx bin nenpiu 'x 'xn im tp'B3i , ^232 oite i'i X3’2ii ’trx 21 'v'3 bzx , o'3io '"xi p/i .17.11 p 7I'N31 pn .1X11.1 xbpö'xi bxnz” ["1X3 xioiP wn [211 X31 prnn ’mnj 11^131 Iv'1 311 ['31 pio bzzb nbnn min uito x^> tpx 31 in '3i .iio'o nvxi tev" pixi 0'312 '"XI X11X 'XII 1'2'3 713^111 71133710 1117111 1NX 01,103 '23 '311 [J’O ['1713 11”3Ö H DtP 1^1' tP’X L"X [1'X1? 110X7 ii"cp im '"X Iioteo xo'iji ~\zb '3'iiote 11"3'0 p'o:i 0.11 1'1 11X3 intr* xn'3 xte X3111 'xoipi 'ONO 1N11 '"X 110^71 1'1 . 'X1.133 13^11 XII X^31 11''0p1 "ONO [0 „ . . . Und ferner sicher ist Palästina heiliger als alle Münder", wie R. Sera sagt: „Hier ist bewiesen, daß die Luft des Landes Israel weise macht". Aber in den Tagen von R. Aschi und Rabina herrschte Friede in Babylonien, dagegen war in Palästina große Bedrohung und dadurch wurde die Gelehrsamkeit dort geringer. Die Gelehrten, die dort waren, kamen nach Babylonien, wie Rabin und Rab Dima und alle, von denen es heißt, daß sie nach Babylonien herabgekommen sind, die meisten davon Gelehrte des Landes Israel. Man sagte, von den Tagen Rabbi's bis zu Rab Aschi war Thora und irdische Größe nicht an einem Orte und die Thorakenntniß wurde immer stärker in seinen nagelt. Sicher macht die Luft vom Lande Israels klug und nach dem Psalmverse hat jeder in Zion geborene Mann Bedeutung, einer von ihnen ist wie zwei von uns. Aber sie (die Palästinenser) waren auch dabei und auch von ihnen ging unser Talmud aus, darum gerade ist er schwerwiegender als der Talmud des Landes Israel. Außerdem lag ihnen (R. Aschi und seine Genossen) der Jeruschalmi vor und sie kannten die Ansichten der Früheren. Wo ihnen die Ansichten der Weiteren nicht gefielen, wichen sie davon ab und es ist ja Grundsatz, daß die Halacha, wie die Späteren bleibt." Rach den Worten des R. Jizchak Alfasi und des R. Hai Gaon missen wir sehr genau, warmn die Halacha, wie der Babli dem Jeruschalini gegenüber bleibt. Unsere Modernen wissen es besser. Um dem Humor auch sein Recht zu lassen, wollen wir hier von dem Kartenhaus erzählen, das ein Herr Atlas in der Zeitschrift Haaßip vom Jahre 5645 noch auf die Hypothese von Frankel heraufgebaut hat. Nachdem Frankel in seiner Art festgestellt hat, daß der Karäer Saloinon ben Jerucham erst den Jeruschalmi den Babyloniern gebracht hat, geht Atlas einen Schritt weiter. Er erinnert sich, daß der Gründer der Karäeisekte Annan mit seinem Sohne in Palästina war. Die ältesten Karäer waren in Palästina, die Rabbaniten in Babylonien kannten den Jeruschalmi nicht, ein Karäer überbrachte denselben. Also — war der Jeruschalini eine karäische Domäne und konnte für die Rabbaniten deßhalb keine Autorität sein, weit — er karelischer Fälschungen verdächtig war. Man könnte über solche Karlen: Häuser lachen, wenn es sich bei diesem frivolen Spiel nicht um's Heiligste handelt. Daß ein Hauch von Halevy genügt, um dieses und ähnliche Kartenhäuser umzublasen, ist klar.