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Der Israelit · 1898-08-01 · Heft 60 (1.8.1898) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 60 (1.8.1898)
Date
1898-08-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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LUIX. Jahrgang. SrUagr M ^k 60 Le» «Am»M". wertender Artikel. Die Missenschuft kehrt uin. * Mainz, den 1. August. m. Im zwanzigsten Kapitel dcS Dorot Harischonim findet sich eine klassische Gegenüberstellung der schwankenden jüdischen Verhältnisse in Palästina und Babylon, durch welche der Widerspruch gelöst wird, der darin liegt, daß in unserer Gemara einmal von dem Heraufströmen babylonischer Amoraim nach Palästina erzählt wird und ein anderes Mal von dem Herabsteigen der Palästinenser nach Babylonien. Aus der einen Seite wird die Gelehrsamkeit in Palästina gerühmt. „Die Lust des heiligen Landes macht klug"; aus der anderen Seite wird den Gelehrten von Babylonien der Vorzug gegeben. Herr Halevy zeigt uns die Lösung schon durch den kurzen Satz Seite 123. nra rrc *;ip m: rn&♦ n:osi ""v'n rtf’srs. „Es waren fürwahr hier zweierlei Zeiten, die soweit wie möglich von einander verschieden waren." Ganz neues Licht auf die Geschichte der Amoraim wirft die Ausführung dieses Satzes. „Die erste Epoche beginnt nach dem Tode von Rab und Samuel. Damals war in Babylonien schon das zweite Geschlecht der Amoraim, Rab Hunna, Rab Rachman, Rab Chisda und Rab Scheschet, welche die letzten Tauaim nicht mehr gesehen und die Ordner der Mischna nicht mehr gekannt hatten. Denl gegeniiber stand damals noch im heiligen Lande, im vollen Glanze seiner Stärke und Bedeutung das ganze Zeitalter, welches die letzten Tanaim gekannt hatten und die Verhandlungen der Versammlung des Lehrhauses Rabbi's, des Ordners der Mischna. Viele von ihnen waren die unmittelbaren Schüler von Rabbi. In den letzten Tagen dieser Generation lebte Rabbi Jochanan noch, welcher erst in den Tagen Rabba's starb, in der frühen Jugendzeit des Abaja und Baba. Darum sehen wir, daß man nach dem Tode Rab und Samuels in Menge nach Palästina hinaufzieht. Dazu kommt noch, daß nach dem Auftreten der Neuperser gegen das Ende von Rab und Samuel in Babylonien die Ruhe gestört wurde." Es folgen dann die historischen Belege aus der Gemara, daß die Zeit des zweiten und dritten Amoraimgeschlechts hindurch die Juden in Babylonien unter den Chabaren ('-:n) sehr zu leiden hatten. Jebamot 63 h. Das Entsetzen R. Jochanan, als er vom Auftreten der *nn in Babylonien hörte. Gitin 161» unten f. Als zur Zeit Rab Judas den versammelten Gelehrten ein Chabor das Licht wegnahm und Rabba bar bar Chana die Herrschaft der Römer in Palästina im Gegensatz zu früheren Aussprüchen der Weisen dem Joche der Neuperser vorzog mit der Begründung nan wn «po »n Nachweise aus Berachot und Baba Mezia kommen hinzu. Ebenso finden wir hier Nachweise, daß um diese Zeit die Art und Weise des Studiums in Palästina, der von Babylon bei Weitem vorgezogen wurde. „Aber nicht lange nach dem Tode R. Jochanan's (der nach früheren Beweisen viel älter wurde, als die modernen Historiker annehmen), wurde die Sache ganz anders. In Palästina häuften sich die Bedrückungen unter den Kaisern Constantin und Conftantius." Die Bedrückungen in Palästina waren anhaltender und umfassender, als die in Babylon. Die allgemeinen Verfolgungen begannen dort in den letzten Jahren R. Jochanans und wurden immer furchtbarer. Zur Zeit Raba's schon, als die Verhältnisse in Babylonien sich durch Fürstengunst bedeutend gebessert hatten, kamen Nabin, Rab Dima, R. Jizchak b. Josef und alle andere babylonischen Gelehrten, die in Palästina gewesen waren, in Begleitung zahlreicher Weisen des Heiligen Landes zurück. Der Rest der palästinensischen Gelehrten kam ebenfalls, mindestens vorübergehend, nach Babylonien zur Zeit der späteren entsetzlichen Verfolgungen. Der Jeruschalmi wurde unter diesen Umständen nicht zum Abschluß gebracht, und was davon geordnet war, kam um diese Zeit der neuen Blüthe und des neuen Glanzes der babylonischen Hochschule vollkommen vor die dortigen Amoräer. Und als man sich in Babylonien anschickte die Gemara völlig abzuschließen, lag ihnen dort die vollständige jerusalemitische Gemara des R. Jochanan und seiner Schule vor, sowie man durch die späteren Flüchtlinge die Traditionen und Meinungen auch der letzten Amoraim des Jeruschalmi kennen lernte. Herr Halevi weist dabei nach, daß auch die letzten Amoraim, die im Jeruschalmi genannt werden, und im Babli erwähnt werden, nach Babylonien flüchteten. In welch umfassender Weise gerade die späteren babylonischen Amoraim den Jeruschalmi benutzten und berücksichtigten, das möge man im Dorat Harischonim selbst Nachlesen. Alle Ergebnisse der Forschungen Halevy's ruhen hier auf unerschütterlichen Grundlagen. Mit dem leichtsinnigen Ausspieten des Jerw schalmi gegen den Babli wird es jetzt ein für alle Mal zu Ende sein. Nach den lichtvollen Ausführungen Halevy's ist die verschiedene Form des Jeruschalmi von Babli einfach dadurch erklärt, daß

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