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Der Israelit · 1898-08-01 · Heft 60 (1.8.1898) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 60 (1.8.1898)
Date
1898-08-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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rjh fT-iTs-j»i»äl|!II^wer525^^^*‘^*'V' ■&'''^r"'-r>?1 --^ »’y^^f^v-gre'ggcgrT^yBBpg-iTyjiii L 1103 nichts davon wissen;" dann heißt eS: „Ja, bei den orthodoxen Juden bekommen unsere Kinder nicht satt zu essen!" — Wir wissen nicht, ob wir eine solche Antwort, Vorurtheil oder leere, nichtssagende Ausrede nennen sollen. Wir könnten diese kurzcn Deductionen über das laxe Verhalten mancher Ellern ihren Kinder gegenüber noch um das zweifache vermehren; doch für heute genug über dieses unerquickliche Thema, ein anderes Mal, s. G. w. mehr davon. Meine theuren Glaubensgenossen, die Ihr so sehr um das körperliche Wohl Eurer Lieblinge besorgt seit, damit ihnen kein Schaden zustößt, sorget dafür, daß die von Gott Eurer Obhut, Leitung und Führung anvertrauten Kinder auch keinen Schaden an ihrer Seele nehmen, erziehet sie nach dem Willen Gottes, den Er in seiner heiligen Thora niedergelegt hat, zu echten, wahren Jehudim. Bedenket, daß Ihr dereinst Rechenschaft darüber ablegen müsset vor dem Richterthron Gottes, dieses unbestechlichen Richters ra*pn o^aSan oSa ^Sa. Beherziget, ich bitte Euch darum, diese meine wohlgemeinten Ermahnungen und handelt darnach, dann wird es Euch und Euren Kindern wohl gehen in diesem und jenem ewigen Leben. M. Rosenwald, Iserlohn. Rybnik. Demnächst sind 50 Jahre seit der Erbauung der hiesigen Synagoge verflossen. Aus diesem Anlaß hat der Synagogenvorstand unter dem Vorsitz des Fabrikbesitzers und Raths Herrn Prager beschlossen, das Gotteshaus einer gründlichen Renovirung zu unterziehen, eingedenk tur Bibelworte: "utijki ’Sx Ni,. „Er ist mein Gott, ich will ihn schmücken." Wie einst dem gottbegeisterten Rufe unseres hehren Lehrers Mose: 'Sk 'nS w„ „Wer für den Ewigen ist, der komme zu mir" alle Söhne Levis Folge leisteten, so drang auch der Ruf unseres Vorstandes in die Herzen der Gemeindemitglieder, und jeder brachte seine Hebe ,,iaS um* ibw »”k Sa” „jeder, wie es ihm sein Herz eingab." Wenn man bedenkt, daß unsere Gemeinde nur zu den mitttelgroßen gehört, die an die Steuerkraft ihrer Mitglieder große Ansprüche stellt, so muß man um so mehr die Opferwilligkeit bewundern, mit der so Viele zur Verschönerung des Gotteshauses beigetragen. So spendete beispielshalber Herr Jacques Sch ä eff er, der am l. Juli nach Gleiwitz verzogen ist, unter anderem eine herrliche Llarmige Gaskrone. Eine große Anzahl Damen widmen kostbare Teppiche und Läufer. Mehrere Herren dedicirten eine im Stile des Tempels gehaltene ewige Lampe. Zwei Herren ließen auf ihre Kosten das Fenster über dem Allerheiligen mit prächtigen Butzenscheiben Herstellen. Die gesammten Malerarbeiten Hot der Vorstand einem Glaubensbruder in Kattowitz übertragen, der dieselben in vortrefflichster Weise ausgeführt. Bei dieser Gelegenheit möchte ich mir gestatten darauf hinzuweisen, wie angebracht es wäre, daß alle Glaubensgenossen jüdische Handwerker unterstützen und auf solche Weise für die Ausbreitung des Handwerks unter den Juden sorgten! Denn nur dann, wenn das Vorurtheil gegen die jüdischen Handwerker von den Juden selb st überwunden sein wird, kann man hoffen, daß ein größerer Theil Glaubensgenossen dem Handwerk sich zuwenden wird. Im Uebrigen hätte dies den weiteren Vortheil, daß auch nichtjüdische Handwerker ihre jüdischen Kameraden als voll anerkennen würden. Ihren religiösen Standpunkt gibt unsere Gemeinde wohl am besten dadurch zu erkennen, daß sie den Senior der oberschlesischen Rabbiner, den auf dem Boden des orthodoxen Judenthums stehenden, hochmürdigen Herrn Dr. Cohn aus Kattowitz mit der gottesdienstlichen Reueinweihung des Gotteshauses betraut hat. Anr Abend des Einweihungstages, der für unsere Gemeindemitglieder ein ans av in des Wortes vollster Bedeutung zu werden scheint, findet eine weltliche Feier statt. Das Arrangement für dieselbe ist von dem Vorstand in die Hände eines besondern Festcomitss gelegt worden, das allem Anscheine nach verspricht, seiner Aufgabe in ausgedehntem Maße gerecht zu werden. So wollen wir nur noch wünschen, daß unsere Glaubensbrüder und -Schwestern auch fürderhin zum Hause Gottes wallen, in Ansehung der Worte: .nSon rva wa ’r. Mögen sie auch im verjüngten Tempel Gottes Erhebung und Trost, die sicheren Folgen eines andächtigen Gebetes, finden. Oe st er r.-Ungar. Monarchie. § Brody, 22. Juli. Diäten pa niaom rpo-n Sa. Aus Satorallya-Ujhelly in Ungarn wird hierher gemeldet, daß das Zempliner Comitat an den Grenzen seines Gebietes einen Gendarmerie-Cordon zieht, um die Einwanderung der flüchtigen galizischen Juden dorthin abwehren zu können. Es ist dies traurig, aber wahr und leider auch begreiflich. Die jüngsten Unruhen in Galizien haben die Juden hierzulande förmlich aufgeschreckt und über Kopf und Hals eilen sie fort, um sich eine neue Heimath zu gründen. Aber wohin? Die ungarische Regierung ist zwar sehr liberal und judenfreundlich, sie muß aber auf ihre eigenen Juden Rücksicht nehmen und kann daher nicht zugeben, daß die Bevölkerung gegen dieselbe durch die Einwanderung von Hunderten von Armen erbittert werde. Auch die österreichische Regierung will es nicht zugeben, daß durch die Einwanderung galizischer Juden die Lage der Juden der übrigen Provinzen des Kaiserstaates sich verschlimmere. Das Beste für die galizischen Juden ist daher in ihrer alten Heimath aus-

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