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Der Israelit · 1898-07-28 · Heft 59 (28.7.1898) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 59 (28.7.1898)
Date
1898-07-28
Page
– (sequence 10)
Language
German
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1088 der von Pinsker citirten karäischen Bemerkung unerschütterlich. Wir fügen hinzu, daß wir nach dem arabischen Text die betreffende Stelle folgendermaßen übersetzen würden: „Und ich beschäftigte mich mit dem Talmud der Ordnung Moed, der Leute von Syrien. (Seder Moed des Jeruschalmi) bis ich die Halachot verstand, worin dieses erwähnt wird und die Erklärung des Jakob ben Efrajim dazu, und ich brachte es (sei. Das Resultat der Forschungen), nach dem Irak (Babylonien), um die Schönfärberei des Mannes aus Fajum festzustellen." Wenn wir den antitalmudischen Geist jener Epoche nicht in Betracht ziehen, ist eö unverständlich, wie ein Mann wie Frankel auf einige karäischen Zeilen hin gegen das Zeugniß unserer größten Autoritäten den letzten Amoraim und den Gaonen die Bekanntschaft mit dem Jeruschalmi absprechen konnte. Selbst wenn der Karäer Salmon b. Jerucham uns in seinem Fragement wirklich erzählen würde, daß er den Jeruschalmi, der für ihn beweisen sollte, mit nach Babylonien nahm, so sagt und meint er selbst damit doch nicht, daß sonst der Jeruschalmi in Babylonien unbekannt gewesen sei. Glänzend sind die positiven Beweise des Herrn Halevy aus einer ganzen Reihe von Talmudstellen und aus den Werken vorsaadjanischer Gaonen, wie Halachot Gedolot und Scheeltot, durch welche unwiderleglich festgestellt wird, daß die Behauptung Frankels unhaltbar und falsch ist. Den im Sivdur des Gaon R. Amram berührten Jeruschalmiftellen, freilich können auch wir keine unbedingte Beweiskraft zuerkennen. Der Siddur des R. Amram ist noch zu wenig kritisch behandelt worden. Der Gaon R. Amram lebte vor Saadia und in dem Siddur wird z. B. Saadia citrrt. Dabei haben wir Handschriften dieses Siddur gesehen, die weit ausführlicher sind, als die seit einigen Dezennien im Druck vorliegende Handschrift. Geradezu bewunderungSwerth ist die Darstellung des Verhältniffes von Babli und Jeruschalmi im Dorot Harischonim, die weit entfernt davon sich vager Vermuthungen zu bedienen, aufgebaut ist auf dem festen Grunde, ven ein lichtbringendes Gutachten des R. Hai Gaon gewährt, das sich im Eschkol Th. II p. 49 findet Herr Halevy stellt den im ersten Augenblick verblüffenden Satz auf „D e r I e r u s ch a l m i ist nie a b g efch lossen word en." Im Verlauf seiner Darstellung führt dann Herr Halevy aus, daß wir den Jeruschalmi in einer ähnlichen Fassung vor uns haben, wie der Babli sie böte, wenn derselbe mit den Schülern von Rab und Samuel schließen würde und die Lehren von Abaja und Raba, von Rab Aschi, dessen Zeitgenossen und Nachfolger sich darin nicht mehr finden würden. Der Satz Rabbi Jochanan ist der Ordner des Jeruschalmi, ist dahin aufzufassen, daß nur Rabbi Jochanan und dessen Schule ihre Traditionen und Studien im Jeruschalmi niederlegen konnten, eine Fortsetzung für den Jeruschalmi, ähnlich wie der Babli sie durch Abaja und Raba fand, wurde durch die Ungunst der politischen Verhältnisse in Palästina vereitelt. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspondenzeu Deutschland. H. Berlin, 24. Juli. Einen Rückgang der jüdischen Schüler in den höheren Lehranstalten konstatirt eine kürzlich vom königlich preußischen Statistischen Amt herausgegebene Tabelle über die Frequenz der höheren Unterrichtsanstalten. Es waren 1867—68 71,5 pCt. Protestanten, 20 pCt. Katholiken, 0,06 pCt. Dissidenten und 8,4 pCt. Juden unter den Schülern. 1880—81 gab es 73,4 pCt. Protestanten, 16 pCt. Katholiken, 0,03 pCt. Dissidenten und 10,1 pCt. Juden, die höchste in dem gesummten Zeitraum seit 1867 erreichte Ziffer. 1893—94 waren 70,8 pCt. Protestanten, 19,9 pCt. Katholiken, 0,27 pCt. Dissidenten und 9 pCt. Juden, während 1896 70,7 pCt. Protestanten, 20,4 pCt. Katholiken, 0,29 pCt. Dissidenten und 8,8 pCt. Juden vorhanden waren. Der Rückgang der jüdischen Schülerzahl ist auch ein absoluter; während 1886 noch 14 600 jüdische Schüler die höheren Lehranstalten Preußens besuchten, waren es 1896 nur 14 200. Auch die Zahl der jüdischen Volksschüler ist in der Abnahme begriffen. Man führt diese ausfallende Erscheinung aus das Sinken der Geburtsziffer und die dadurch bewirkte Verminderung der schulpflichtigen Jugend unter den preußischen Juden zurück, während die Vermehrung der Gesammtzahl der jüdischen Einwohner hauptsächlich der Einwanderung aus den deutschen Bundesstaaten und dem Auslande zuzuschreiben sei. Aus Baden. Wir haben die freudige Mittheilung zu machen, daß in einem Straßburger Wettbewerb, bei welchem es sich um Erlangung von künstlichen Entwürfen für die Faaaden zu einem am Kaiserplatz zu Straßburg zu errichtenden Ministerial- Dienftgebäude handelt, von den zwei gleichen Preisen von je 2500 Mark, einer davon auf den Herrn Prost flor Levy, zur Zeit an der Baugewerkschule in Karlsruhe, entfallen ist. Die Möglichkeit der Betheiligung an der Concurrenz, an der sich 15 Architekten mit 16 Entwürfen betheiligt haben, verschaffte sich Levy durch seinen großen Monumentalbau, dieSynagoge in Straßburg, welche ihrer Vollendung entgegen geht und ein stolzes Glied in der Kette der neuen großen

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