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Der Israelit · 1898-07-25 · Heft 58 (25.7.1898) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 58 (25.7.1898)
Date
1898-07-25
Page
– (sequence 10)
Language
German
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zspBTw&si* -4 gw *r, 1072 fanden sich noch viele bedeutende Werke handschriftlich vor. Eines derselben, das allenthalben willkonlmen geheißen und besonders von denen mit Freude begrüßt werden wird, die am Sabbat sich einem gründlichen Studium der Sidra widmen, hat der Rabbiner von Nyir-Mäda herausgegeben. Dasselbe liegt nach Druck des zweiten Bandes jetzt abgeschlossen vor uns. Gar Mancher, der sich gewöhnt hat am Sabbat im totti idd über die Gesetze der betreffenden Sidra nachzulesen, möchte gern ohne vieles Nachschlagen über die eine oder andere Frage Aufschluß haben. In dem jetzt der großen Oeffentlichkeit geschenkten nachgelassenen Werke des R. Moses Schik wird er auf gar Vieles gründliche Auskunft erhalten und die Lösung vieler Schwierigkeiten finden. DaS Werk giebt in erster Linie in Bezug auf n-hn und dann bezüglich der man reiche Ausbeute. Unsere Sache ist es nicht, ein Urtheil über das Werk des berühmten ungarischen Gaon abzugeben: es sei hier nur gesagt, daß die Abhandlung zu jeder rrao das Gepräge seines gewaltigen Geistes, seines umfassenden Wissenträgt. Wer dieses Werk sich erwirbt, trägt Segen in sein Haus und wird in genußreichen Stunden eines wenig anstrengenden Studiums mit Dank und Bewunderung des pn? otw gedenken. Das Werk ist eine hochwillkommene Ergänzung und Erweiterung aller hervorragenden Bearbeitungen der mo mn. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen Deutschland. a. Berlin, 22. Juli. (Militärisches.) Der „Berl. Vereinsbote" schreibt: Alljährlich um die Zeit der hohen Festtage, finden die Herbstmanöver statt und auch in diesem Jahre sind die jüdischen Soldaten während des Rauschhaschonoh-Festes im Mannöver, das für das Garde-Corps beispielsweise vom 8. bis 22. September festgesetzt ist. Bei dem sichtbaren Streben der Militärbehörden, den Mannschaften die „Religion zu erhalten", ist es ganz folgerichtig, daß vor allen jüdischen Feiertagen Regimentsbefehle gegeben werden, wonach die Soldaten mosaischen Bekenntnisses während der jüdischen Festtage vom Dienst zu befreien sind, wenn sie darum nachsuchen. Wenn es demnach den jüdischen Soldaten ein Leichtes ist, ihre Festtage zu halten, so ändert sich das Bild, sobald sie im Manöver sind. Bei diesen Uebungen, die den Schlußstein in der militärischen Ausbildung bedeuten, soll kein Mann fehlen, wird keine Rücksicht genommen auf die jüdischen Festtage; wer um Befreiung vom Dienst an den Neujahrstagen nachsucht, wird leicht für einen „Drückeberger" gehalten und e» ist nur zu begreiflich, daß sich besonders ein jüdischer Soldat solcher Beurtheilung nicht aussetzen mag. Hierauf ist es zurückzuführen, daß Söhne sonst frommer Eltern selbst an den heiligen Tagen ihre Religion nicht zu bethätigen vermögen. Hierin Wandel zu schaffen sollten sich die Rabbiner und Gemeinde-Vorstände angelegen sein lassen. Sie erscheinen als die berufenen Faktoren, durch geeignete Vorstellungen bei den maßgebenden Behörden dahin zu wirken, daß unsere Söhne auch während der Manöver in der Lage sind, unsere fundamentalen Religionsgesetze zu beobachten, und es ist schon zu erwarten, daß so legitimierte Organe, wie Rabbiner und Gemeinde-Vorstände auch den erwarteten Erfolg erzielen. Das ist innere Missionsarbeit, die auch innerhalb unseres Religions-Bekenntnisses mehr als bisher gepflegt werden sollte. et. München, 18. Juli. Die Ohrabbeißaffaire, (der Thäter wurde zu zwei Monaten Gefängniß verurtheilt) war überaus charakteristisch. Der Bildhauer Beyrer, ein überaus kräftiger Mann, hatte in einem der feinsten Kaffees schon seit einiger Zeit wiederholt den Kunstmaler Königsberger, einen notorisch sehr ruhigen, bescheidenen, aus guter und angesehener Familie stammenden jungen Mann, mit antisemitischen Sticheleien verfolgt. Königsberger reagirte nie darauf. Einmal schimpfte Beyrer mit der Absicht, die am Tische sitzenden Juden zu ärgern in so unfläthiger Weise über die Juden, daß die eigenen Freunde, allerdings vergeblich, ihn zur Mäßigung ermahnten. Königsberger, der anwesend, und auf den es besonders gemünzt war, verlor endlich die Geduld. Er ging auf Beyrer los und fragte, warum er ihn denn immer so provoziere. Beyrer erwiederte, er sei Antisemit und wolle keinen Juden am Tische haben, das sei Grund genug. Darauf gab Königsberger dem Beyrer eine Ohrfeige. Dieser stürzte sich nun auf den schwächeren Königsberger, packte ihn mit beiden Händen bei den Ohren und biß ein Stück des Ohres ab. Daß er gebissen habe, stellte er zwar in der heutigen Gerichtsverhandlung in Abrede, aber die Aerzte erklärten, das Stück Ohr könnte unmöglich mit den Hände abgerissen worden sein. Italien.? Rom. Abermals hat unser Ministerium gewechselt, die Minister sind gegangen, aber der Staatssekretär des auswärtigen Amtes Giacomo Malvano, unser Glaubensgenosse, ist gebliebeil. Auch der neue Minister des auswärtigen Amtes will auf seine Hilfe, die die besten Traditionen der italienischen Diplomatie enthält, nicht verzichten und hat ihn in seinem Amte bestätigt. Noch ein anderer Glaubensgenosse, Dr. Leone Wallemburg, ist Unterftaatssecretär, und zwar im Finanzministerium

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