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Der Israelit · 1898-07-21 · Heft 57 (21.7.1898) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 57 (21.7.1898)
Date
1898-07-21
Page
– (sequence 20)
Language
German
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„Freier Verein Wischer Fehler Annnner-Krewen." Protokoll der dritten Versammlung am 2. Januar 1898 in Hannover. Die im Oktober 1897 anberaumte dritte Versammlung des „Freien Vereins jüdischer Lehrer Hannover-Bremen" mußte wegen Erkrankung des Vorsitzenden ausfallen und konnte darum erst am 2. Janar 1898 stattfinden. Zu derselben sind folgende Herren erschienen: Apt—Pattensen, Bachrach - Hamel, Haas—Gleidingen, Löwenstein—Burgdorf, Spanier—Stolzenau, Hofmann—Twistringen, Levy— Hannover, Meyer—Hannover, Rosenblatt—Barenburg, Rotschild- Achim und Wolf—Geseke als Gast. Ihr Nichterscheinen ließen entschuldigen die Herren: Seminardirektor Dr. Knoller -Hannover, Levisohn - Hannover, Meyer-Meiberg—Vegesack und Kapell- - Wunsdorf, welcher die Versammlung telegraphisch begrüßte. Der zweite Vorsitzende, Herr Lehrer Spanier Stolzenau, eröffnete Nachmittags 1j2S Uhr die Versammlung mit einer kurzen kernigen Ansprache. Wie die Chanukkahtage uns in den trüben Winterstagen erfreuen, führte der Vorsitzende aus, so erquicken uns die Lehrerkonferenzen in unserem verantwortungsvollen Berufe. Wir Lehrer gleichen ja Seefahrern, die eine weite Reise in einem nur dürftig ausgerüsteten Boote zurückzulegen haben. Wie der Schiffssegler sich freut, wenn er nach einer langen, beschwerlichen Fahrt eine Insel erblickt und nun landen kann, um der Rast und Ruhe zu pflegen und die Schäden auszubessern, die sein Fahrzeug erlitten, so freut sich der Lehrer, wenn der Konfercnztag herangekommen ist und er die Erfahrungen seines Amtes mit den Staudesgenosien austauschen kann, um neugestärkt wieder zu seinem Schiffe zurückzukehren, bis daß er als seeuntüchtig auf die Seite geschoben wird. Aber, liebe Kollegen, so schloß Redner, wir wollen uns nicht auf die Seite schieben lassen, wir wollen fortfahreu mit allen gesetzlichen Mitteln die hohen Ziele des Verbandes fördern zu helfen, bis daß jede Schranke, die uns noch von der Gleichstellung mit unseren christlichen Kollegen trennt, gefallen ist. Nachdem der Redner die Versammlung herzlich begrüßt, ergreift Herr Levy Hannover das Wort und heißt die Anwesenden im Namen der Lehrer der Stadt Hannover auf's herzlichste willkommen und drückt namens aller Kollegen seine Freude darüber aus, daß es den Versammelten vergönnt sei, ihren verehrten Vorsitzenden nach der schweren Krankheit, die ihn befallen hatte, wieder geistig und körperlich frisch an der Spitze zu sehen. Zu Ehren des Vorsitzenden erheben sich sämmtliche Anwesenden von ihren Sitzen. Da Herr Levysohn—Hannover, welcher als Schriftführer des Vereins das Protokoll zu führen hätte, wegen einer Reise am Erscheinen verhindert ist, so ersucht der Vorsitzende Herrn Rosenblatt—Barenburg, dieses Amt zu übernehmen. Alsdann wird folgende Tagesordnung von dem Vorsitzenden festgesetzt: 1. Verlesung des Protokolls der letzten Versammlung; 2. Berichterstattung über die Entwicklung des Vereins; 3. Lehrprobe: „Das Erkennen" (Kollege Meyer—Hannover.) 4. „Die Bruchrechnung in Bezug auf das praktische Leben" (Kollege Hosmann—Twistringen). 5. Freie Besprechungen. 1. Auf das Vorlesen des Protokolls wird ver zichtet, da dasselbe allen Anwesenden durch die Presse bekannt geworden ist. lieber Punkt 2 der Tagesordnung erstattete nun der Vorsitzende eingehenden Bericht von der verfloffenen Vereinszeit. Der Verein zählt gegenwärtig 18 Mitglieder; einige Kollegen haben sich über ihren Beitritt noch nicht bestimmt erklärt. Der Vorsitzende macht alsdann die Mittheilung, daß auf seine Anfrage die Herren Landrabbiner der Provinz schriftlich erklärt haben, daß sie bereit seien, aus ein eventl. Gesuch des betreffenden Lehrers, welcher die Konferenz besucht, aber durch ungünstige Verbindung verhindert ist wieder rechtzeitig an Ort und Stelle zu sein, diesen Tag resp. den anderen freizugeben. Um die Kosten der Konferenztage zu decken, hat sich der Vorsitzende an den Verbandsvorsitzenden, Herrn Dr. Adler—Berlin, wegen eines Zuschusses gewandt. Derselbe wird dem Vereine wahrscheinlich in der Form zu theil, daß der Verband der jüdischen Lehrervereine Deutschlands den Zuschuß au unseren Hauptverein erhöht, welcher den Mehrbetrag an die Zweigvereine wieder vertheilt. 3. Ueber den nächsten Punkt der Tagesordnung, die von Herrn Meyer—Hannover im Internat des Seminars gehörte Lektion, („Das Erkennen") cntspinnt sich eine lebhafte Debatte. Bevor man in dieselbe eintrat, legte Kollege Meyer—Hannover auf Ersuchen des Vorsitzenden den folgenden angewandten Gang dar: 1. Vorbereitung oder Analyse. 2. Darbietung des 'Reuen. 3. Vertiefung. 4. Anwendung. An der Diskussion, die sich recht lebhaft gestaltet, betheiligten sich alle Kollegen und aus dem Für und Wider der Debattirenden ersah man wieder ein-

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