Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 54 (11.7.1898)
- Date
- 1898-07-11
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Zeitungsnachrichten nnd Corresporrdenzen erfahren, weil eben sein Magen weniger widerstandsfähig, empfindlicher sich zeigt. Reichen wir ihm dagegen eine leichtverdauliche Nahrung, die seine geschwächten Verdauungsorgane bewältigen können, so geben wir dem Magen Gelegenheit, sich zu erholen und eine Genesung des Magenkranken herbeizuführen. Die diätetischen Massnahmen bei Magenkranken müssen desshalb darauf hinauslaufen, ihnen nicht nur eine genügende, ausreichende Nahrung, welche die Kräfte des Kranken erhalten, zu bieten, sondern diese in erster Linie auch so zu bieten, dass sie der Natur des geschwächten Magens angemessen und geeignet seien, den Heilerfolg zu unterstützen und zu fördern. Es ist darum in allen Fällen, in denen die Verdauungstüchtigkeit des Magens gelitten, nothwendig, unter den uns zu Gebote stehenden Nahrungsmitteln eine genaue Auslese zu halten und nur diejenigen zur Ernährung zuzulassen, welche den erwähnten Anforderungen auch vollständig entsprechen. Je enger aber aus irgend welchen Gründen diese Grenzen gezogen werden müssen, desto geringer ist natürlich die Auswahl der Nahrungsmittel, desto schwieriger gestaltet sich füglich die Frage einer abwechslungsreichen, zweckentsprechenden Ernährung. Dies trifft bei einer rituellen Diät Magenkranker zu, wie sie sich in dem Rahmen des jüdischen Religionsgesetzes bewegt. Zu jenen Momenten nämlich, welche für die Ernährung Magenkranker überhaupt bestimmend sind, tritt noch eine Rücksichtnahme auf das rituelle Speisegesetz hinzu, welches eben eine Reihe von Nahrungsmitteln, weil religionsgesetzlich unzulässig, aus dem Regime der Ernährung ausscheidet. Dadurch aber erleidet die zweckmässige Ernährung Magenkranker keinesfalls Einbusse; im Gegentheil, die rituelle Diät bietet, wie aus dem Verlaufe der folgenden Darstellung hervorgeht, nicht nur eine genügende, auskömmliche Nahrung, sondern trägt auch am ehesten der geschwächten Leistungsfähigkeit des Magens Rechnung und wirkt so auf den Ablauf der Krankheit günstig ein. Das jüdische Speisegesetz unterscheidet zwischen Fleisch-, Minnigu. Milchnahrung. Diese Unterscheidung bietet dem Diätetiker einen fruchtbaren Eintheilungsgrund, alle Nahrungsmittel in drei natürliche Gruppen zu bringen und über dieselben einen 1 Überblick zu gewähren. (Fortsetzung folgt.) Rußland.? St. Petersburg. Unter ben neuerdings aus Odessa nach China gesandten Soldaten befanden sich mehr als 100 Juden. Der Odessaer Rabbiner Pomeranz wirkte ihnen die Erlaubnis aus, eine Sepher Thora mitzunehmen und in Port Arthur wird demnach in einigen Wochen jüdischer Gottesdienst abgehalten werden. Bekanntlich stehen auch bei dem russischen Militär in Oüsibirien und aus der Insel Sachalin viele Juden. — Die antisemitische Zeitung „Warschassly Dneonik" beklagt sich, daß die Juden in Polen zu viel Land an sich rissen. So gehöre ihnen im Gouvernement Kjeletz ein Terrain von 84012 Deßjatinen gleich 44 p(G. des gefammten Landbesitzes, der in diesem Gouvernement in Privatbesitz ist. Wenns nur wahr wäre! — Die Gesellschaft für Verbreitung von Bildung unter den russischen Juden verbrauchte nach ihrem Jahresbericht 1807 die Summe von 49,000 Rubel; davon erhielten Studenten 22,549 Nabel in Form von Stipendien, 15,000 Rubel Subvention die jüdischen Schulen in Petersburg, den Nest die jüdischen Schulen der Provinz. — In wenigen Tagen wird eine neue Ausgabe sämmtlicher Werke des berühmten hebräischen Dichters Gordon erscheinen. W. Bialystok. Wenige Stunden vor seinem Tode schrieb Oberrabbmer Modilewer noch folgendes Schriftstück: H.rc Dr. Herzl schreibt mir, daß in zahlreichen Zuschriften der Wunsch ausgesprochen wird, meine Ansicht über die Kolonialbank zu erfahren. Ich begreife nicht, wozu ein so edles Unternehmen, das doch dem Wohle unseres Volkes und des Landes der Ahnen dienen soll, meiner Approbation bedarf. Wenn die sonstigen Meinungsverschiedenheiten über den Zionismus auch zur Opposition gegen dieses Werk führen sollten, so birte ich alle wahrhaften Zionssreuade, dasselbe nach Möglichkeit zu fördern. Eine jüdische Bank kann, wenn sie nur von zuverlässigen, bewährten, unserem Volke und Lande treuen Männern geleitet wird, neues LJren erwecken auf Zion und für die Kolonisation; es ist darum Pflicht eines Jeden unter uns, das Zustandekommen derselben zu unterstützen. Da die Bank aber die erste Action sein soll, die wir in Gemeinschaft mir den Zionisten unternehmen, so erachte ich es für nöthig, an zwei Haupt-Bedingungen, die wir sesthallen müssen, zu erinnern: 1) Die Kolonisation deS heiligen Landes mit Genehmigung der türkischen Regierung muß eine unserer Hauptarbeiten sein, und wir haben die Pflicht, sie mit Ausbietung aller unserer Kraft auszudehnen und zu festigen. Darum ist auch die Bank verpfltch-