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Der Israelit · 1898-06-30 · Heft 51 (30.6.1898) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 51 (30.6.1898)
Date
1898-06-30
Page
– (sequence 9)
Language
German
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-r^,y±*nrr ,-;; XXXLX Jahrgang. Erste Beilage M M 51 des Israelit". Leitender Artikel. Die Nahrung des..\ d. Ironien Magens. Zur Verhütung und Linderung von Magenkrankheiten. Mit besonderer Berücksichtigung der jüd. Speigegesetze. Von Dr. P. Münz, pract. Arzt, Nürnberg-. II. (Fortsetzung.) Es ist zwar möglich, durch geschickte Auswahl aus den Pflanzenprodukten, den Vegetabilien, eine Nahrung herzustellen, welche allen Ansprüchen der Ernährung genügt, jedoch übertrifft das hierzu erforderliche (Quantum die Menge, welche bei der Ernährung durch Thierkost nothwendig ist, so dass die Verdauung jener Pflanzennahrung an die Thätigkeit des Magens grössere Anforderungen stellen würde. Ein kranker Magen gar könnte diese Arbeit noch weniger bewältigen. Andererseits aber wissen wir, dass eine einförmige Kost, sie mag aus thierischen oder pflanzlichen Produkten bestehen, leicht Ekel und Widerwillen einflösst und die Nahrungsaufnahme herabsetzt; es ist darum ira Interesse einer ausgiebigen Ernährung eine Abwechselung geboten. Diese wird am besten geschaffen, wenn man die Nahrung zu gleich aus den Produkten des Pflanzen- und Thierreichs zusammensetzt, in einer Weise zusammensetzt, dass die Verdauungsorgane nicht zu sehr belastet werden und der Körperbestanddoch auf seiner Gleichgewichtshölle erhalten wird. Da die thierisclie Kost gegenüber der pflanzlichen sieb durch die bessere und schnellere Ausnutzung der in ihnen enthaltenen Nährstoffe, vor allem des Eiweisses, für die Zwecke des Organismus auszeichnet, ist es, zumal bei einer Schwäche der Verdauungsorgane angezeigt, den grosseren Th eil des Eiweissbedarfes und Fettes durch thierisclie Produkte wie Fleisch, Milch, Eier zu decken und den liest an Kohlehydraten und Salzen durch Pflanzenerzeugnisse wie Brot, Obst, Gemüse zu ergänzen. Aus dem eben Gesagten geht hervor, dass die verschiedenen Nahrungsmittel im Haushalte des Organismus auch einen verschiedenen Werth besitzen, je nachdem sie mehr oder weniger ausgenutzt, d. h. für den Aufbau des Körpers im Darm verarbeitet, verbraucht werden. Wenn wir vom Wasser und den mineralischen Salzen absehen, so können wir sagen, dass sich der Nährwerth eines Nahrungsmittels nach dem Gehalte an Eiweiss, Fett oder Kohlehydraten richtet. Je grössere Mengen von Nährstoffen aus einer bestimmten Gewichtseinheit eines Nahrungsmittels in die Körpersäfte übergehen und für den Lebensprocess ausgebeutet werden, einen desto höheren Nährwerth besitzt es, desto nahrhafter ist es. Für die Bestimmung des Nährwerthes fällt auch der Grad des Sättigungsgefühles, das ein Nahrungsmittel erzeugt, ganz entschieden ins Gewicht. Es giebt nämlich Nahrungsmittel, die, in denselben Mengen genossen, schneller sättigen als andere, so dass mit der Befriedigung des Hungergefühles auch die Zufuhr der Nahrung beendet ist. Je später aber das Gefühl der Sättigung eintritt, desto länger dauert der Appetit an und desto grössere Mengen des Nahrungsmittels können füglich in den Magen aufgenoinmen werden, die den Zwecken des Organismus dann zu Gute kommen. Ein solches Nahrungsmittel ist entsprechend seiner grösseren Verwendung für den Körper nahrhafter als ein anderes, das wesentlich früher das Hungergefühl stillt. Ein halb Liter Milch ist, was den Gehalt an Nährstoffen und die Wirkung für den Aufbau des Körpers betrifft, gleichwertliig mit fünf Eiern. Da aber fünf Eier den Appetit viel rascher verlegen als die gleichwerthige Menge Milch, können füglich von der Mich noch grössere Quantitäten ohne Widerwillen genossen werden; die Milch ist darum nahrhafter. Demnach haben die verschiedenen Nahrungsmittel einen verschiedenen Werth für die Ernährung und Erhaltung des menschlichen Organismus. Den ersten Rang unter den Nahrungsmitteln nehmen die thierischen Produkte ein und zwar besitzen unter diesen wieder den grössten Nähr werth die Milch und die Butter, es folgen Fleisch und dann erst Eier; unter den pflanzlichen Produkten stehen Brod' aus feinstem Mehl, Reis und Mais obenan, denen sich der Rangstufe ihres Nährwerthes entsprechend anreihen. Erbsen, Kleienbi ot, Kartoffeln, Wirsing, Obst, gelbe Rüben. Wir sehen also, dass die thierischen Nahrungsmittel an Nähr werth die pflanzlichen übertreffen. Der Werth eines Nahrungsmittels hängt jedoch nicht allein von seiner Nahrhaftigkeit, 75

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