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Der Israelit · 1898-06-27 · Heft 50 (27.6.1898) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 50 (27.6.1898)
Date
1898-06-27
Page
– (sequence 11)
Language
German
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y -’C* . - ^^^.•»^■y '*r*&*\ ^j^yy,'^' ‘r‘ ';.>•':* "'' "f~' y 925 Widerstreit gerälh, sind diese sür den Religionsunterricht nicht vorhanden: entweder wird der Unterrichtsstoff ohne jede Rücksicht auf die moderne Weltanschauung und ohne den Versuch eines Ausgleichs mit derselben behandelt, oder man geht solchen Bestandtheilen des Lehrstoffes, welche zu Zweifeln Anlaß geben könnten, von vornherein aus dem Wege. Nach der Entlastung aus der Schule und beim Eintritt ins wirkliche Leben fehlt es dann an jeder Widerstandskraft gegenüber den den bisherigen religiöseil Vorstellungen vielfach entgegenstehenden, ja feindlichen Anschauungen, welche auf den jungen Menschen von allen Seilen eindringen. Die Beseitigung dieses Uebelstandes ist eine Aufgabe des Religionsunterrichtes, welche noch der Lösung harrt. Da die unabweisbare Auseinandersetzung mit Wissenschaft und Leben — wobei die Religion keineswegs den Kurzen ziehen wird — wohl nicht der subjectiven Einsicht des einzelnen Lehrers überlasten werden kann und da von den in nicht geringer Zahl vorhandenen Religionsbüchern keines recht befriedigt, wird die Beschaffung eines brauchbaren Leitfadens für den Religionsunterricht in erster Reihe in Aussicht zu nehmen sein." Ist hier keine Veranlaffung zum Argwohn mehr, daß die Verfasser dieses Erlasses dabei Dinge im Auge haben, die mit unserem Glauben rrw vin tfr. mbn.s xnn xb rrnnrt nkt» io» “psrp «Tan n«c rnnx in Widerspruch stehen.' Vergleichen Sie nun gütigst jeden einzelnen Satz dieses Erlasses mit den Stellen der Müller'schen Biblischen Geschichte, die der „Israelit" in religiöser Beziehung auf das unschuldige kindliche Gemüth als so überaus schädlich wirkend bezeichnet, so werden L>ie sofort erkennen, westen Geisteskind die Müller'sche Biblische Geschichte ist und Ihre Frage beantwortet sich von selbst. Jndeß hat der, das orthodoxe Judenthum erhaltende und fördernde „Israelit" mit seiner Aufoeckung der schädlichen Stellen und der Mängel, welche die Müller'sche biblische Geschichte enthält, doch Großes geleistet. Denn mancher gesetzestreuer Lehrer der, genannte biblische Geschichte eingeführt, hat die kritische Bemerkungen des „Israelit", jede einzelne an gehöriger Stelle als Randbemerkung dem Buche beigefügt, um beim Unterricht von denselben Notiz zu nehmen. Mögen alle Lehrer, die diese biblische Geschichte bereits eingeführt haben, diesem edlen Beispiele nachahmen '32 ’-6'Ö 8l»20 TDn8 H2. (Wir glauben nicht, daß die Gefahren des Müller'schen Buches durch Randbemerkungen beseitigt werden können. Bei dem ganzen Geiste, der in diesem Buche weht, kann dasselbe selbst durch eine Neubearbeitung kaunr brauchbar gemacht werden. Auch erinnern wir daran, daß wir in unserem Artikel wiederholt betonten, daß es uns unmöglich sei Alles hervorzuheben, was an der Biblischen Geschichte des Herrn Müller tadelnswerth ist. Red.) Freivurg, *0. Juni. (Friedrichsheim für iörael. Sieche und arme Greise.) Im Aufträge des Vorstandes versenden die Herren Lewin, DukaS und Epstein das folgende Rundschreiben: Einen ausführlichen Bericht über die Zeit seit dem t. Juli 1897 beabsichtigen wir erst Anfangs 1899 zu veröffentlichen, um zugleich Näheres über die Eröffnung und den Beginn der Thätigkcit des Friedrichsheims bringen und fortan immer das Verwaltungsjahr mit dem Kalenderjahr abschließen zu können. Dcßhalb halten wir cs für geboten, unserer Bitte um gütiges Einsammeln und Einsenden der Beiträge für das Jahr 1898 einige kurze Angaben über den Weitergang unserer Arbeiten anznfügett. Haus und Garten, sowie die Umzäumung stehen fast fertig da. Die Einrichtung von 17 Wohnzimmern, dem Verwalterzimmer, dem Bet- sowie dem Speksesaale und der Küche sind in Auftrag gegeben. Am 1. September wird Herr Religionslehrer F. Naumann aus Sinzig a. Rh. das Amt des Verwalters antreten, seine Frau die Leitung des Hauswesens übernehmen. Fünfzehn Anmeldungen aus allen Theilen des Landes sind bisher eingegangen. Sie werden — sobald noch fehlende Schriftstücke eingegangen sind — einer wohlwollenden PAifung unterzogen, und die Personen, welche nach den Statuten und ihrem Gesundheitszustände zugelassen werden können, Aufnahme finden. Freilich gestalten die gezeichneten Jahresbeiträge voll 4956 Mk. — auch wenn feine Ausfälle zu verzeichnen sind — nur die Aufnahme von höchsten? 10 Pfründnern. Wir werden jedoch nicht allzu ängstlich sein, sondern Alle aufnehmen, welche aufnahmsfähig sind- Denn wir halten uns übcrzngt, daß die Theilnahme an unserem Werke — das von Badenern für Badener geschaffen worden ist — nicht blos aus der gleichen Höhe sich erhalten, sondern von Jahr zu Jahr steigen wird. Hat doch das Vermögen des Friedrichsheims heute den Betrag von 92 205,50 Mart erreicht, während ei vor Jahresfrist nur 77573,65 betrug, sodaß es um 14692,85 Mark angewachsen ist. Stiftungen und Schenkungen brachten mindestens ebensoviel, als die Mitgliedsbeiträge. Die Anstalt und ihre Einrichtung verzehren freilich dieses ganze Kapital — rlnd für die Verpslegungs- und Verwaltungskosten sind ivir vorerst in der Hauptsache aus die regelmäßigen Mitglicdsbeiträge — das sichere Einkommen — angewiesen.' Dcßhalb rufen wir unseren bisherigen Mitgliedern zu: Bleibet uns treu und gewinnet unserem Werke neue Freunde, neue Förderer! In Leid wie in Freud — zum Gedächtniß edler Verstorbener, ivie in dankbarem Gedenken glücklicher Ereignisse bedenket das Friedrichsheim, damit seinen Insassen bereitet werde Ruhe und Behagen! O e st e r r.- U n g a r. Monarchie. 17. Wien, 11. Juni. Der Verein zur Abwehr des Antisemitismus hielt vor einigen Tagen im Saale des Kaufmännischen Vereins seine achte General-Versammlung ab, welcher die Reichstags-Abgeordneten Dr. Kronawetter und Wrabetz, der Präsident des Politischen Volksvereins, Dr. Fiaffa, Pr. Bloch und Andere beiwohnten. Als VorsitzerÄer fungirte, da der Präsident Baron Suttner verhindert war, der Vice-Präsident Baron Dr. Seiller. Der Jahresbericht über die Thätiqkeit der Vereins

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