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Der Israelit · 1898-06-23 · Heft 49 (23.6.1898) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 49 (23.6.1898)
Date
1898-06-23
Page
– (sequence 3)
Language
German
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897 gegenseitig Vorwürfe gemacht, bittet man zum Schluß um Entschuldigung und ergeht sich in pathetischen Reden, kommt von einer Sache in eine andere, nur zu keinem Resultat. Doch wir wollen uns kurz fassen, denn manches Gesprochene gehört an einen Ort, wo seiner nimmermehr gedacht und erwähnt wird. — Gleich bei der ersten Vorlage: Bewilligung von Subventionen bricht der Kampf aus. Da in Berlin bis jetzt Mangel an Religionsschulen gewesen, so haben sich einige Privatleute zusammengethan und solche geschaffen, sind um Subvention bei der Gemeinde eingekommen und haben sich unter die Aufsicht des Vorstandes gestellt, welcher sie inspicirt. Aus den Berichten der Jnspectoren ergiebt sich, daß der Schulbesuch ein unregelmäßiger, die Methoden nicht zeitgemäß, ja selbst die Umgangsformen der Lehrer mangelhaft sind. Herr Bankdirektor Isidor Sachs, als auch Herr Moritz Manheimer bitten den Vorstand um Abhilfe. Sie wünschen, daß der Religionsunterricht besser überwacht und ein einheitliches Religionsbuch eingeführt werde. Von Seiten des Vorstandes erklärt Herr Dr. Lachmann, es sei eine Commission gewählt, die einen Arbeitsplan festgestellt, um feststehende Principien zu schaffen. Herr Juftizrath Apolant meint, daß vom Vorstand keine Initiative ausginge, sondern nur von den Repräsentanten, er bittet um schnellere Arbeiten. Diesen Vorwurf wiederlegt Herr Julius Jacobp. Der folgende Redner Herr Professor Lewin führt aus, daß die Mißftände in den Verhältnissen liegen. Unsere Rabbiner müßten Zeit finden öfter Berichte über die ihnen unterstellten Religionsschulen dem Vorstande einzusenden. Auch würden sich noch mehr Fachleute finden, die gewiß der Jnspection Zeit widmen würden. Den Vorstand treffe keine Schuld, der erfülle seine Pflicht, dasselbe könne er leider nicht von allen Repräsentanten sagen. Die Satzungen der Armen-Kommission sind heute nach längeren Debatten glücklich unter Dach gebracht worden. Frankfurt a. M., 16. Juni. Die Worte unserer ko xnn abw p arr lyj an« bv ncano : aoan haben sich bei der Beerdigung des Rabbiners Seligmann Fromm voll und ganz bewährt! Diese fand — sein ältester Sohn weilte in Konstantinopel und eilte zu derselben herbei — am Dlenstag, den 14. M. Nachmittags statt. In dem „Lernzimmer" des Verewigten ergriff zunächst dessen pna, Rabbi R. Hirschberg n— Frankfurt a. M. das Wort. Tiefergriffen schilderte er die so großen Vorzüge des Verblichenen. Als er darauf hinwies, daß 12 ans» an an« bv wo nriip diese Räume — sein Tarn, worin er mit andern gelernt, sein aona, worin er andächtig seine nbtn -11202 verrichtete,,— mit den dobd am allerberedtsten von dem Wirken des *oysn post sprachen, da war des Schluchzens kein Ende. — Inzwischen war die festgesetzte Zeit für die nid angebrochen. Eine unübersehbare Menge folgte dem pK des -nnn post. Der Bahre folgten nach den Söhnen und Schwiegersöhnen, Baron W. C. v. R 0 t hs ch i l d, dann eine große Zahl von Rabbinen und Notablen, und in unübersehbarer Zahl die Freunde und Verehrer des großen Toden b'N, auch eine große Zahl nichtjüdischer Bewunderer des edlen Mannes. — Aus Nah und Fern, besonders aus Homburg waren Schüler, Freunde und Verehrer des großen 'Verblichenen herbeigeströmt, um demselben die letzte Ehre bezeigen zu können. Gegen 4 Uhr gelangte der imposante Leichenzug auf den Friedhof. ivbi tone» 22*1 ok ok begann Herr Rabbiner Dr. H orowitz seinen meisterhaften naan. Er feierte den verklärten bos als würdigen Schüler seiner großen Lehrer, der stctS und unentwegt sich als pox bewährte, der Religion und Wiffen in harmonischer Weise in sich vereinigte. Herr Rabbiner Dr. K 0 t t e ck—Homburg sprach im Namen seiner Gemeinde tiefempfundene Worte der Anerkennung, des Dankes und der Verehrung. Sie schätze sich ewig glücklich, Rabbiner Fromm als ihren Rabbiner und Führer ein Menschenaller hindurch besessen zu haben, dessen Andenken noch heute nach 23 Jahren in Homburg so groß sei, wie in den Tagen, da Rabb. Fromm i»'str in Homburg gelebt, Kinder und Kindeskinder würden in Homburg ihn nie aus dankbarstem Herzen verlieren. Namens der Schwiergersöhne gab Herr Hauptlehrer Eschwege—Höchberg seiner und seiner Verwandten tiefen Trauer und Klage Ausdruck. Als Schwager sprach Herr Distrikts-Rabbiner N. Bamberg er—Würzburg. Schmerzbewegt rief er isi b noyj fnjirr ok *pby b ist und schilderte, welch' inniges Band der Liebe und der Freundschaft den pnat mit seiner Familie stets umschloß. Herr A n s b a ch e r—Würzburg widmete dem Verklärten seinen Nachruf Namens des CuratoriumS der Lazarus Ottensofer-Stiftung für die Talmud- Thora-Schule Höchberg, dem der Verewigte b'sti als ältestes Mitglied seit Dezennien angehört habe, in nicht zu schildernder Weise habe der bn post für das nona in Höchberg gewirkt. Als Freund ergriff nun Herr Jakob P 0 sie n— Frankfurt das Wort, jpm bbn bv rrcAn non o *:j? 0 ruf er von dem Dahingeschiedenen aus "wvtr no non -pb n'iKi 110 pKtt> «b nsoao i'bx! — Seiner Größe entsprach nur seine Bescheidenheit! — Endlich sprach noch der älteste Sohn des Verewigten, Hoflieferant I. Fromm—Frankfurt. Mit erschütternden Worten dankte er seinem großen Vater

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