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Der Israelit · 1898-06-13 · Heft 46 (13.6.1898) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 46 (13.6.1898)
Date
1898-06-13
Page
– (sequence 3)
Language
German
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ST'?1 W- '■;*; ■ - < ppurswsft : > » 845 unserem herbsten Tadel, daß es uns zu viel wird. Alles aufzuzählen. Eine ganze Reihe von Wundern, die inmitten der betreffenden Darstellungen hätten erzählt werden müssen, fehlt uns. Beim Kampfe gegen Amalek finden wir nichts vonr Sinkenlaffen der Hände des Moses. Das Sprechen von Bileams Eselin wird nicht erwähnt. Beim Kampfe um Ai fehlt die Erzählung der Niederlage wegen der Sünde Achans. In der Schlacht bei Gibeon finden wir nichts vom Stillstehen von Sonne und Mond. Bei Gideon fehlt das Wunder von der Tenne und Wolle. Bei der Rücksendung der Bundeslade durch die Philister wird nicht hervorgehoben, daß die Rinder den Weg von selbst fanden. Bei Chiskija's Krankheit ist das Zurückgehen des Sonnenzeigers ausgelassen. Beim Oelkrüglein von Chanuka heißt es nur: „Dabei fand man noch ein mit dem Siegel des Hohepriesters versehenes Oelkrüglein, deffen Oel acht Tage lang zum Anzünden des siebenarmigen Leuchters ausreichte." Kein Wort dariiber, daß in dem Krüglein nur Oel für eine Nacht war. Ganz unerfindlich ist es uns auch, warum die Darstellung der Hungersnoth in Schomron und die Strafe des Unglaubens des königlichen Beamten ausgelassen wurde. Sehr unangenehm berührt es, daß beim Segen des Jakob, unserer Mutter Rebekka, der Rath an Jakob, als „etwas sehr Sündhaftes" angerechnet wird, besonders, daß diese That, die für jeden Denkenden kein Unrecht sein kann und welche von der Thora auch nicht als solches bezeichnet wird, dazu benützt wird, um Jakob bei seinem Wegzug als Sünder und bei der Heimkehr als durch Leiden gebessert hinzustellen. Seinen ganzen Unglauben offenbart uns der Verfaffer, wenn er von wnci mv sagt S. 114. „Moses dichtete noch ein herrliches Lied." Nach all dem Gesagten ist nicht zu verwundern, daß der Verfaffer bei der Offenbarung, die dem Propheten Eliahu am Horeb wurde, den hier besonders widerlichen Spuren der Reformer folgt und die Erscheinung mit Verfälschung und Entstellung der Verse Könige I. 19, 15-18 als einen Tadel für Eliahu's Eifer hinstellt. Wir Hütten noch Vieles zu bemerken. Nur das Eine wollen wir noch sagen, daß wir die Gleichstellung, welche allenthalben in dem Buche die Apokryphen, besonders das Buch Sirach, mit der heiligen Schrift finden, aufs Schärfste tadeln; es muß dies dem Kinde den Glauben an die göttliche Offenbarung rauben. Von jeher haben die Bücher merkwürdige Schicksale gehabt. Eines der merkwürdigsten ist aber unserenl Buche widerfahren. Ist es nicht der Gipfel des Seltsamen, daß diese biblische Geschichte, die nur zerrüttend auf den Glauben der Kinder wirken kann, mit Empfehlungen streng gesetzestreuer Männer in die Welt hinausgehen durfte! — Wir finden die Lösung des Räthsels darin, daß man heutzutage gar zu schnell mit Empfehlungen bei der Hand ist. Bei der Fülle der Geschäfte, die die Meisten belastet, begnügt nran sich oft mit einer oberflächlichen Prüfung und begutachtet, nachdem man nur einige Seiten überblickt hat selbst Bücher, von denen Wohl und Weh unserer Jugend abhängt. Es wird immer gefährlicher sich auf Empfehlungen zu verlassen. Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Deutschland. LR. Berlin, 8. Juni. Am Herzschlage starb hier plötzlich Frau Zerline Blumenthal, Gattin des Herrn Geheimen Sanitätsraths Dr. Blumenthal, eines der angesehensten Mitglieder der jüdischen Gemeinde. Die Verstorbene gehörte zu denjenigen Frauen, deren ganzes Streben es ist, dem Manne eine angenehme Häuslichkeit zu schaffen und den Kindern ein Vorbild der Bescheidenheit und Anspruchslosigkeit zu sein. Im Trauerhause hielt Herr Rabb. Dr. Weiße die Gedenkrede. Dieselbe machte in ihrer Schlichtheit, frei von aller Uebertreibung einen tiefen Eindruck. Im Namen der Familie sprach dann noch Herr Landrabbiner Dr. Feilchenfeld aus Schwerin. Die Beisetzung erfolgte im Erbbegräbnisse, auf dem Friedhof in der Schönhauser Allee. Gott tröste die Hinterbliebenen! Hamburg, 3. Juni. Die nachweisbar ältesten, bis auf das 15. Jahrhundert v. d. g. Z. zurückführenden Blitzableiteranlagen sind nach den ForschungenBrugsch- Paschas die an den altägyptischen Tempeln in Edsu und Dendera. Hohe, mit Kupfer beschlagene Mastbäume, sowie Obelisken, an ihrer Spitze mit Kupfer bekleidet, dienten nach den Vorgefundenen Inschriften bei diesen Heiligtümern dazu, „das Ungewitter an der Himmelshöhe zu schneiden". Ein anderes, allerdings von der Erdoberfläche vollständig verschwundenes, aber allbekanntes Heiligthum, der jüdische Tempel in Jerusalem, scheint, wie das „Archiv f. Post v. Tel." den auf uns gekommenen Schilderungen entnimmt, eine für den gleichen Zweck bestimmte, jedoch wesentlich vollkommenere Einrichtung besessen zu haben. Der jüdische Geschichtsschreiber Flavius Josephus berichtet, daß die oberste Terrasse des Tempel starrte von eisernen, oben vergoldeten unb zugespitzten Stäben. Josephus schildert den herodianischen, durch Titus im Jahre 7n n. d. g. Z. jerftörteu Tempel. Es wird jedoch nicht zu bezweifeln sein, daß auch der ursprüngliche salomonische Tempel gegen die Blitzgefahr geschützt war. Verwendete doch Salomo nach dem 2. Buch der Chronik zum Tempelbau Gold in reichlicher Menge und überzog u. A. damit die

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