Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1898-06-02 · Heft 43 (2.6.1898) · page 31

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 43 (2.6.1898)
Date
1898-06-02
Page
– (sequence 31)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2446951-2448857-2448897--46109-2496508
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Zum Schlüsse sage ich Ihnen gern, wie sehr mich unser Aufseher, Herr Harari, zufrieden stellt. Einem unserer ehemaligen Zöglinge, Herrn Fonstein, ist die Oberaufsicht der Weingärten und Kellereien an vertraut. Es sind dies sehr wichtige Interessen; sie sind in guten Händen. Herr Fonstein ist sehr unterrichtet in seinem Fache, und versieht sein Amt mit Gewissenhaftigkeit. Zur Kolonisationsgeschichte des Haurän-Landes. Von Rechtsanwalt A. Rosenberg. (VII. Fortsetzung u. Schluss.*) Die Jekate rinoslaver Gruppe theilte mit, dass 15 Familien von ihr gleich vor oder nach dem Pessachfeste sich auf ihrem Bodenantheil festsetzen wollen, und stellten verschiedene Fragen betreffs der Präliminarien ihrer Uebersiedelung. Nachzubemerken bleibt noch, dass der New- Yorker „Sch owe-Ziön“-Verein ausser der ersten jetzt aktiven Gruppe, bereits eine zweite gebildet hat, die schon über 30 Mitglieder zählt, und für welche, sobald sie auf 50 angewachsen, neuer Boden angekauft werden wird, womöglich nahe dem früheren. Geber den Ankauf von ca. 20 000 „Dunam“ seitens der rumänischen „ C h o w e w 6 - Z i o n “ - Gesellschaft durch ihr Central-Comitö zu Galatz, in Bintus und Girgis (ca. 5 Stunden Pferderitt nördlich vom besprochenen Bodenkomplex) ist bereits im „Hammagid“, Nrr. 11 und 12 des vorigen Jahrgangs des Genaueren berichtet. Wie allbekannt, eignet sich der Boden im Haurän vornehmlich zum Ackerbau und zur Viehweide. Diejenigen der Neuansiedler, welche von dem Bodenerträge ihren Lebensunterhalt von vornherein erwarten, werden sich hauptsächlich mit Aussaat und Viehzucht beschäftigen müssen. Was Pflanzungen anbetrifft, so ist in dieser Gegend, mit Ausnahme von einem Wenig arabischen Weinbaues und Olivenbaumzucht, bisher in moderner Zeit nichts Weiteres betrieben worden. Des Protektors Absicht ist es nun, im Haurän vorzüglich die Seidenkultur zu entwickeln, und daher in grösserem Massstabe die Maulbeerbaumzucht zu begünstigen. In den langen, tiefen und wasserreichen Thalschluchten des Jarmüks (Cocab II. und Dschillhi) sollen grössere Pappel- und Orangenwälder angelegt werden, und auf dem ebenen Boden, den sich der Protektor reservirt, Baumschulen zu Nutz und Frommen der künftigen Kolonien. Die zu diesem Behufe von seinem Hauräner Obergärtner, Herrn Oh. Cohen, bisher ausgeführten Arbeiten seien hier in möglichst statistischer Knappheit aufgezählt. Der *) 3. Nr. 862. Platz für die Baumschule umfasst 150 Dunam, auf dem 70 000 Maulbeer-, 50 000 Oliven- und 20 000 verschiedene andere Fruchtpflänzlinge eingesetzt wurden, u. A. Aprikosen, Nüsse, Aepfel, Pflaumen, Quitten, Granaten, Feigen; ausserdem 20 000 Pappeln. Als permanente Pflanzung und zu Pfropfversuchen sind 1200 Maulbeer-, 1200 Aprikosen- und 5000 Pappelbäumchen angepflanzt. Um einen grossen Theil der Anpflanzung sind Cypressen als natürliche Hecke verwendet, und verschiedene Muster von Orangensorten versuchsweise eingereiht. Zur Sanirung des stellenweise sumpfigen Bodens von Dschillin ist, wie gewöhnlich, zu Eukalyptusbäumen Zuflucht genommen, doch soll bald überall auf dem Bodenkomplex, wo es Notli thut, die geeignete Trainirung vorgenommen werden, um diesem glücklicherweise nur in geringem Masse vorhandenen Uebel abzuhelfen. Als neu errichtete Baulichkeit ist in Dschillin zu verzeichnen: das Administrationshaus, aus einem grossen, geräumigen Keller und 2 Meter über der Erde hoch gebautem Stockwerke von 6 Zimmern bestehend; es ist bereits von dem Obergärtner und dem Rechnungsführer der Administration bezogen, und soll dort bald auch ein Administrator für den Haurän postirt werden. Dieses sehr solide aufgeführte Haus befindet sich inmitten der Anpflanzungen, von 3 Seiten von Pappelalleen umgeben, und von der vierten Seite von Maulbeerbäumen. Zirka 30 Meter davon entfernt befinden sich die neuen Stallungen der Administration, in denen vorläufig 2 Paar Ochsen, 8 Maulesel, 3 Pferde und 3 Esel Unterkunft haben. Noch von früher sind ca. 10 Minuten zu Fuss, weiter östlich gen Sachern, in der Nähe des Fellachendorfes von Dschillin, einige kleine Holzhütten und Baracken für die Angestellten der Administration vorhanden, hinter welchen eine kleinere Baumschule und ein Gemüsegarten angelegt sind. Ausser den gewöhnlichen, arabischen und europäischen Pflügen wurde auch eine grössere, 30 em tief furchende Maschine (mit Rad, Axe und Winde) (treuil), von 4 Maul-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.