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Der Israelit · 1898-06-02 · Heft 43 (2.6.1898) · page 32

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 43 (2.6.1898)
Date
1898-06-02
Page
– (sequence 32)
Language
German
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—: 104 WWMWW eseln getrieben, angewandt. Auch wurden ca. 300 Dunam Gerste, Weizen, Sesam u. s. w. theils zu Futter, theils zu Versuchen besäet. Unsere Verkehrsmittel mit der Aussenwelt sind leichter, als allgemein angenommen wird. Von D schillin nach der nächsten Bahnstation auf der Haur an -Damaskus -Route ist nur 1 Stunde Fahrt per Wagen, von dort bis Damaskus 4 Stunden per Bahn. Von Sachern (1 Stunde nordwestlich von Dscliillin) bis nach Rösch-Pin äh dauert es 9 bis 10 Stunden zu Pferde. Eine Stunde nordöstlich von Sachern liegt S eli e c h - S a’ d mit Post- und Telegraphenamt. Der projektirte, schon vor 3 Jahren begonnene und leider, wegen finanzieller Schwierigkeiten der englischen Unternehmer, unterbrochene Bau der neuen Bahnlinie Ch a i f a - T i b e r i a s - Haurän wird hoffentlich bald wieder aufgenommen werden. Das Verhalten der umwohnenden Fellachen gegenüber unserem kulturellen Pionierwerke im Haurän ist, durchschnittlich genommen, freundlich und entgegenkommend; ihre grosse Mehrzahl hat ein intelligentes Verständnis für die materiellen Vortheile, welche auch ihnen daraus erwachsen. Die gegen Ende April gewöhnlich von der syrischen Wüste und dem Süden herbeiziehenden Beduinenbanden blieben bereits letztes Jahr in respektvoller Entfernung von unserem Bodenkomplex. Sie lassen ihre Kameele und Pferde auf den reichlich vorhandenen, freien Weideplätzen grasen, führen sich im Uebrigen harmlos auf, und um doppelt sicher zu sein, beschäftigt man einige von ihnen während ihres sommerlichen Aufenthalts in der Umgegend als Führer und Wächter. Im Grossen und Ganzen also sind die Aussichten für die jüdische Kolonisation im Haurän recht ermuthigend und zu ferneren Fortschritten anspornend. Woran es ihm, wie ja auch dem übrigen palästinischen Kolonisationswerke noch mangelt, das ist das zielbewusste, disziplinirte und systematisch geregelte Vorgehen aller betheiligten Gruppen und Genossenschaften, Unharmonisches, auf hilfreiche Gegenseitigkeit beruhendes Zusammengehen, die weise, ökonomische und methodische Arbeitstheilung unter den verfügbaren Kläffen und Mitteln. Das Hesse sich nur, wir können es nicht oft genug wiederholen, durch eine leistungsfähige, für die zionistischen Gesammtinteressen treu, energisch und wachsam wirkende und sichtende Centralstelle erreichen, an welche Diejenigen unserer G esinnungsgenossen, die das Beste für die uns Allen theure Sache thun können und wollen, treten müssten. Zur Schaffung einer solchen hat Schreiber dieses’ schon vor einem halben Jahrzehnt die Anregung gegeben; aber die in der Natur der Sache liegende, strenge und zwingende Nothwendigkeit wird es gewiss noch mehr thun. Sollte dieser Artikel auch etwas dazu beitragen, dass die berufenen Männer unter uns durch die frohe, frische That ein wenig schneller dieser Nothwendigkeit entgegenkommeu, so wäre das unser schönster Trost über die Mühe und Gedankenarbeit," die wir hierauf bescheidentlichst verwendeten. Briefkasten. 51. W. in ff. Von den am 9. März d. J erhaltenen 14 M habe ich K. K., den ich schon mehrfach unterstützt habe. 4 M. zukommen lassen, die übrigen 10 M. der Kasse „für höchst dringliche edle Zwecke“ zugeführt. S. F. iu Wiirzbnrg. Je 10 M. am 13. März und 28. April d. J. richtig erhalten. Rabb. Br. JT. 4. N. in F. Meine Dankeszeilen vom 24. März d. J. werden Sie hoffentlich erhalten haben. Freundschaftlichen Gruss! Frl. A. f!4. in CJ. Ich habe lange Ihre werthe Zuschrift vermisst und mich darum mit dem unerwarteten Eintreffen derselben um so mehr gefreut. Herzlichen Gruss! C. iu 31. Für „Waisenkinder in Jerusalem, von denen eines verlobt ist“, das war eine sehr ungenügende Bezeichnung. Ich habe die 3 M. dem deutsch-jüdischen Waisenhause in Jerusalem zugewendet. A. R. in F. Die Beförderung von Spenden für □'TH' in p"DN ist mir durchaus nicht „lästig“, nur bedauere ich, dass die Bettelei im grössten Geschäftsstil immer mehr dort um sich greift, lind grosse Summen Geldes dadurch den zur Verbesserung der elenden Lage unserer Brüder in p"nx gegründeten, äusserst segensreich wirkenden Anstalten und Vereinen — wie dies u. a. das deu t sch-j ii d isch e Waisen haus in JerusaIem und der „palästinensische Hilfsverein |y>2> IJ/D1?“ sind — verloren gehen. Eine nicht wegzulengnende, höchst beklagenswevthe Thatsache ist allerdings, dass ein grosser Theil von Denen, die die erhaltenden „Geschenke“ aus Jerusalem äusserst generös honoriren, erst durch letztere an das heilige Land und seine arme, der Unterstützung höchst bedürftige jüdische Bewohnerschaft erinnert werden, deren sie sonst niemals gedenken würden. Auf diesen Umstand ist bis zu einem gewissen Grade das Prosperiren der Privatbettelei und der wohlwollenden Aufnahme der vielen Tausende von geschriebenen und — der Bequemlichkeit halber — mehr noch gedruckten Bittgesuchen zurtiekzutübren. Dass es so aut die Dauer nicht torfgeben kann und darf, ist selbstredend — Um Jahrzeit-Stiftungen für das jüdiscfie Waisenhaus in Jerusalem bittet innigst jDr. A. Salvendi. Druck der Job. W i r t h’schen Hofbuchdruckerei Actien-Gesellschaft, Mainz.

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