Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 43 (2.6.1898)
- Date
- 1898-06-02
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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102 Die Ackerbauschale zu Jaffa in den Jahren 1895—1896. (V. Fortsetzung und Schluss. *) -m - •--- Einnahmen. Die Einnahmen sind geringer als vorgesehen war. Die Getreideernte war gut, trotzdem zur Zeit der Aehrenbildung der Sirocco wehte, sonst wäre sie sehr gut gewesen. Ich habe einige Parzellen, die unsere arabischen Pächter in ihrer primitiven Weise bebaut haben, abschätzen lassen, und bin dabei zu folgenden Resultaten gelangt. Der Pächter bekommt nie mehr als 13 Hektoliter pro Hektar, während wir auf dem von uns selbst bebauten Boden 16 Hektoliter pro Hektar geerntet haben. Das ist ein nicht zu unterschätzender Ertrag in diesem Lande. Dieser Ertrag kann noch durch tieferes Ackern und Anwendung von Düngmitteln erhöht werden. Aber der Dünger ist hier zu Lande selten, und ich gedenke, es nächstes Jahr mit chemischen Döngpräparaten zu versuchen. Damit der Boden sich nicht ganz ausgiebt, habe ich beschlossen, nach der Ernte fremdes Vieh in unser Gebiet kommen zu lassen. Ich ziehe sogar fremde Hammelheerden heran, damit sie auf unserem Boden bleiben, indem ich ihnen Wasser und Stallung für die Nacht gebe. Die Verminderung der Einnahmen betrifft hauptsächlich unseren Weinbau und die Viehzucht. Die Sphynxraupe war die Hauptursache des geringen Weinertrages. Die Viehzucht hat ein Defizit ergeben, weil wir zu wenig Kleinvieh besitzen und besonders keine guten Kühe, die viel Milch geben. Seit die Rinderpest im Lande herrschte und unsere schöne Heerde von Dama'skusrindern weggerafft hat, haben wir uns mit inländischen kleinen, mageren Kühen begnügen müssen, die fast gar keine Milch und sehr wenig Dünger liefern. Dieser Zustand ist unhaltbar. Man muss dem so schnell als möglich abhelfen. Aus tibergrosser Vorsicht habe ich die 3!000 Frcs., die Sie für den Ankauf von Milchkühen bewilligt hatten, wegen der Krankheit, die noch in einigen Dörfern der Gegend herrscht, bisher noch gar nicht benutzt. Wenn aber nächsten Sommer die Krankheit gänzlich verschwunden ist, werde ich schleunigst die Erlaubniss nachsuchen, die Summe anzugreifen. Es gab eine Zeit, in der unsere Viehzucht in Folge der Damascener *) S. Nr. 689. Race, 1000 Frcs. abwarf. Wir müssen wieder auf diese Zahl und noch höher kommen. Augenblicklich haben wir 25 Zugthiere in den Ställen, 9 Pferde und 16 Maulesel, von denen 6 hauptsächlich zum Ziehen der Urbarmachung verwendet werden. Diese leistet uns unschätzbare Dienste. Ausser den 10 inländischen Milchkühen haben wir kürzlich 15 Pflugochsen angeschafft. Diese Neuanschaffung war nöthig, da das Comitö die Landarbeit weiter ausgedehnt wissen will. In diesem Jahre hat sich einer jener Pläne verwirklicht, der allen denen sehr lieb war, die an der Entwickelung unserer Anstalt und der Zukunft unserer Zöglinge Interesse haben. Mit einem Freudenschrei begrüssen es alle unsere Glaubensgenossen, die sich mit der Kolonisation der Juden beschäftigen, dass diese nunmehr Aussicht haben, von der Jewish-Colonisation-Association angesiedelt zu weiden Diese Garantie hat in unserer kleinen Welt einen Enthusiasmus hervorgerufen, der sich in verdoppeltem Fleisse kundgiebt. Wir Alle sind von einem tiefen Dankgefühle gegen den bewundernswerten Mann bewegt, der sein Vermögen in so grossartiger Weise anzuwenden wusste. Personal. Ich hatte bereits Gelegenheit, Ihnen über die Herren Bergmann und Hochberg zu berichten. Ich will ihre Kollegen, die ein gleiches Anrecht auf unser Lob haben, nicht unerwähnt lassen; ich meine zunächst Herrn Kalvarisky, ehemaligem Schüler der Ackerbauschule zu Montpellier, den Sie vor Kurzem unserer Anstalt zugewiesen haben. Er arbeitet mit grösstem Eifer und unterstützt mich nach bestem Können. Er übt auf die Schüler einen wirklich heilsamen Einfluss aas. Herr Farhi thut gewissenhaft seine Pflicht und erweist uns ausgezeichnete Dienste, im Bureau sowohl wie im Unterricht. Unseren alten Angestellten dürfen wir in keinem Berichte, der vom Personal handelt, vergessen. Seine Treue und Hingabe sind bekannt. Unser arabischer Gärtner Abdul-Aziz, der der Anstalt seit 25 Jahren angehört, verdient in unserer Werthschätzung eine Stelle neben diesen vorzüglichen Beamten; er hat sich an unser Haus attachirt, und dient uns heute mit Hingabe und ohne Nebengedanken.