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Der Israelit · 1898-06-02 · Heft 43 (2.6.1898) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 43 (2.6.1898)
Date
1898-06-02
Page
– (sequence 9)
Language
German
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.— \.^.\s3*Tr'-'+r?i*?xy?*?:. *ryr4]W*WF*r Jl[,S '.V'.'^IJ^*^^ XXXIX. Jahrgang. Erste Beilage M 43 des „Israelit". Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. EB. Mainz, 31. Mai. (Generalversammlung der „Vereinigung traditionell-gesetzestreuer Rabbiner Deutschlands." Am Montag, den 16. und Dienstag den 17. d. Mts. fand hier die erste ordentliche Generalversammlung der „Vereinigung traditionell - gesetzestreuer Rabbiner Deutfchland's" statt, zu welcher zahlreiche Delegirte aus allen Theilen des Reicher sich eingefunden hatten. Auf der Tagesordnung standen: 1) Berichterstattung über die Thätigkeit der Vereinigung und ihrer Commissionen, 2) Festere Constituirung der Commissionen hinsichtlich der Richtung und des llmfanges ihrer Thätigkeit, 3) Anträge: a) Feilch enfeld—Posen betreffend Errichtung und Ueberwachung der Restaurationen in Bad»Plätzen, K) H. Hildesheimer— Berlin über Drucklegung des Hoffmaun'schen Pentateuch-Commentars, c) Petuchowski—Berlin betr. Bestimmungen über mwms». Außerdem waren eine Reihe weiterer Anträge von Königsberge r— Pasewalk, Goitein—Burgkundstadt, Löwenstein —Mosbach u. A. angeineldet worden. Der Vorsitzende. Herr Rabbmer Dr. Sg. Auerbach— Halberstadt, eröffnete die Versammlung mit einem innigen Gruße an die Erschienenen wie an die durch Amtsgeschäfte und weite Entfernung am Erscheinen Verhinderten, rekapitulirte kurz die Gründe, welche die Schaffung einer Vereinigung der gesetzestreuen Rabbiner als geboten halten erscheinen lassen, und wies daraus hin, daß dieselbe trotz der kurzen Zeit ihres Bestehens bereits ein Faktor des öffentttchjüdischen Lebens geworden fei, mit dem Freund und Gegner sich abzufinden hätten. Die Vereinigung zähle z. Z. ungefähr 60 Mitglieder und dürfe hoffn, wenn ihre Existenzberechtigung durch erfolgreiche Wirksamkeit erst recht erwiesen sein werde, einen wetteren Kreis von Gesiunungsgenoffen, welche jetzt noch abwartend ihr gegenüberstehen, näher an sich heranzuziehen. Die Thätigkeit der Vereinigung habe naturgemäß zunächst darin bestanden, sich eine feste Form zu schaffen; diese Organisation sei jetzt als beendet anzusehen, so daß an die Erfüllung der Aufgaben, welche sie sich vorgezeichnet, habe, gegangen werden könne. Die Halachah-Com- Mission habe als erste ihre Thätigkeit eröffnet und auf Ansuchen eines Kollegen u. A. die Meinungsäußerung ihrer Mitglieder in einer wichtigen religionsgesetzlichen Frage eingeholt. Auch die Intervention der Aktionsj Commission sei einmal angerufen worden; leider zu spät, um einen Erfolg zu erzielen. Am weitesten zurück sei die Litteratur-Commission, welche eben erst daran gehe, sich zu constituiren. Mit den Worten: „Die Einigkeit und Vereinigung kann und soll uns retten; rrrn und dw rsv zu reiten, brauchen wir nicht, denn sie ruhen in Gottes Schutz" schloß der Redner seine machtvoll ergreifenden Worte. In der sich anschließenden Debatte wurde von den Herren Rabbinern Dr. H orovitz—Frankfurt a. M., Dr. Ehren treu— München u. A. der Wunsch ausgesprochen, daß gewisse Nonnen für umstrittene Ritualfragen des alltäglichen Lebens, z. B. der rituellen Maßeinheiten, einiger religionsgesetzlich zweifelhafter Fisch- und Geflügel- Arten, aufgestellt werden, wogegen die Herren Rabbinats-Assessor E. Bibefeld, Rabbiner Dr. S ch l e s i n g e r—Bingen u. A. aus sachlichen und praktischen Gründen hiervon abrathen. Schließlich wird die Berathung dieser und ähnlicher Fragen der Halacha-Commission überwiesen und derselben das Coopationsrecht zugestanden. Hierauf berichtet Herr Rabbiner Dr. Löwenstein—Mosbach als Vorsitzender der Aktions - Commission über die Bemühungen derselben für Errichtung einer zuverlässigen Restauration in einem vielbesuchten schlesischen Badeorte, welche aber leider zunächst noch vergeblich waren. Es knüpft sich daran eine sehr interessante Diskussion über die Beaufsichtigung und Empfehlung der Restaurationen. Nachdem Zahl und Reihenfolge der außer den auf der Tagesordnung genannten noch zu verhandelnden Anträge sestgestellt ist, tritt eine anderthalbstündige Mittagspause ein. — Nach Wiederaufnahme der Verhandlungen entspann sich, von den Herren Rabbiner Dr. Bondi—Mainz und Kottek—Homburg v. d. H. angeregt, eine lebhafte Debatte, deren Mittelpunkt das epochemachende, aber noch lange n cht genügend gewürdigte Buch von I. Halewy Doroth Harischonim bildete. Beide Herren wünschen, daß die Vereinigung Mittel suche, um derartige Werke, welche der Geschichtstrübung von Grätz und Genossen entgegentreten, weiteren Kreisen zuzuführen und ihre Ergebnisse zu verwerthen. Nachdem diese Anregung auch von Herrn Dr. H o r o - v i tz—Frankfurt a. M. warm unterstützt worden, wandte sich schließlich die Debatte der Frage nach Beschaffung eines Lehrbuches für nachbiblische Geschichte zu, welches, in glaubenstreuem Sinne gehalten, auf ernsten Forschungen, wie die Halewy's, sich aufbauen soll. Außer dem Vorsitzenden traten für den Vorschlag, ein solches Lehrbuch zu schaffen, namentlich Horovitz und K o h n— Ansbach ein, während Kottek und Bondi die Zeit noch nicht für gekommen erachten, da erst durch Special-Arbeiten Jrrthümer und Entstellungen berichtigt werden müßten. Es wird immerhin

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